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Nirupars
Nirupars - Bilder aus Persien

Darius I. der Große

Gestalter des Persischen Reiches

Persisch: Dāriusch | Altpersisch: Dārajavausch
Weitere Schreibw.: Dareios
Lebenszeit: geb. 550 v. Chr. in Persien | ges. Oktober 486 v. Chr. in Persien
Regierungszeit: 522 v. Chr. - Oktober 486 v. Chr.
Vorgänger: Kambyses II.
Nachfolger: Xerxes I. der Große
Dynastie: Achämeniden


Darius der Große
Darius der Große


Darius I. der Große war von 522 v. Chr. bis Oktober 486 v. Chr. Großkönig des Persischen Reiches und dritter "König der Könige". Unter seiner Herrschaft erlangte das Perserreich eine bis dahin und auch später nie wieder erreichte Größe und Macht. Darius gilt aufgrund seiner umfassenden Strukturierung und Bürokratisierung des Reiches, sowie der zahlreichen Bauwerke und der massiven Förderung der persischen Kultur neben Kyros dem Großen als bedeutendster Perserkönig.

Abstammung und Jugend

Darius war der älteste Sohn des Adligen Hystaspes I. und der Vardagauna und stammte aus der Familie der Achämeniden. Hystaspes war unter der Herrschaft von Kyros II. und Kambyses II. Satrap von Parthien, daher genoss Darius eine adlige Erziehung. Darius' Angaben nach spaltete sich die Achämenidenfamilie nach dem Tod von König Teispes I. in zwei Linien auf, der das Persische Kernland unter seinen beiden Söhnen Ariaramna I. und Kyros I. aufteilte. Kyros I. - Großvater von Kyros dem Großen - regierte über Anschan, Ariaramna I. regierte über Pars. Nachdem Kyros der Große das Persische Reich begründete, dankte Darius' Großvater Arschama I. als König von Pars zugunsten Kyros' ab. Doch sowohl Arschama I., als auch Hystaspes I. waren in hohen Ämtern tätig und genossen weiterhin adlige Privilegien.

Es gibt jedoch heute einige Zweifel an der Version von Darius, da es keine Überlieferungen oder Inschriften von Kyros d. Gr. oder Kambyses II. gibt, geschweige denn von deren Vorfahren, die diese Version bestätigen. Kyros selbst bezeichnet sich in seinen Inschriften als Nachfahre Teispes', der Stammvater Achämenes wird nicht erwähnt. Ob nun Darius Achämenes selbst in die Familienlinie hinzufügte um seine Thronbesteigung zu legitimieren kann mit Sicherheit weder bejaht, noch verneint werden. Eine zumindest entfernte Verwandtschaft zwischen Darius und der Linie von Kyros d. Gr. wird jedoch mehrheitlich akzeptiert, dass Darius aus adligem Hause stammte ist bewiesen.


Stammbaum der Achämeniden nach Angaben von Darius:


Stammbaum von Darius dem Großen


Aufstieg zum Großkönig

Für den Feldzug gegen Ägypten ernannte der damalige Perserkönig Kambyses II. Darius zu seinem persönlichen Lanzenträger. Der Posten als königlicher Lanzenträger darf jedoch nicht unterbewertet werden. Nur überaus vertrauenswürdige und privilegierte Personen durften die königliche Lanze tragen und sich in unmittelbarer Nähe und vor allem bewaffnet beim König aufhalten. Dies zeigt sich besonders unter der Herrschaft von Darius selbst, er ernannte zwei seiner engsten Helfer beim Kampf um den Thron des Königs zum königlichen Bogenträger und Lanzenträger - Intaphrenes und Gobryas. Als am 11. März 522 v. Chr. der Usurpator Gaumata, der sich als Kambyses' Bruder Bardiya ausgab, sich zum König von Persien erklärte, war Darius in unmittelbarer Nähe des Königs. Zusammen mit Kambyses traten sie die Heimreise an, die der Perserkönig jedoch nicht überlebt, da er unterwegs durch einen Unfall starb.

Darius wusste natürlich als einer der ersten, dass der "König der Könige" tot war. Kambyses hatte überdies auch keine Kinder und demzufolge gab es keinen rechtmäßigen Thronfolger. Da Darius zur Familie der Achämeniden gehörte, sah er sich nun selbst als rechtmäßigen Thronfolger, obwohl sein Vater und Großvater noch am Leben waren - sie hielten sich jedoch mit Thronansprüchen zugunsten von Darius zurück. Doch um als König regieren zu können, musste Darius erst Gaumata überwinden, der währenddessen als König regierte und auch großen Zulauf aus der Bevölkerung erhalten hatte. Die Taktik von Gaumata war einfach aber genial - er setzte die Steuern für ganze drei Jahre aus und hob die Wehrdienstpflicht auf, somit hatte er sich nicht nur bei der Bevölkerung beliebt gemacht, auch die anderen tributpflichtigen Länder und Fürsten begrüßten die Entscheidung und akzeptierten ihn als Nachfolger und König.

Gaumata hielt sich jedoch was Auftritte in der Öffentlichkeit angeht sehr zurück. Seinen Aufstand hatte er von der Stadt Paišiyāuvādā aus begonnen - wo genau sich diese Stadt befand konnte bis heute nicht zweifelsfrei geklärt werden, vermutet werden jedoch elamische oder medische Orte im Zagros Gebirge. Gaumata versuchte nun die Hauptstadt Pasargadae unter seine Kontrolle zu bekommen, jedoch ohne sich selbst dorthin zu begeben. Ihm war anscheinend bewusst, dass es immer noch zahlreiche Adlige gab, die wussten wie Bardiya aussah und ihn dann entlarven könnten.

Darius selbst sagt diesbezüglich: "Es gab keinen Mann, weder Perser oder Meder oder von unserer eigenen Dynastie, der Gaumata, den Magier, entthronte. Sie fürchteten sich vor ihm sehr, da er viele die den wahren Bardiya kannten, hatte umbringen lassen. Aus diesem Grund tötete er sie: "damit sie nicht wissen, dass ich nicht der wahre Bardiya bin"."

Gaumata verschanzte sich deshalb in der nahe Ekbatana liegenden Festung Sikayāuvatiš, um von dort aus seine Macht zu festigen. Währenddessen war Darius in der persischen Kernprovinz angekommen und schloss sich mit sechs Verbündeten zusammen, die er vermutlich aus Jugendzeiten kannte und die ebenfalls aus adligem Hause stammten. Er erwähnt sie in der Behistun Inschrift namentlich als seine Helfer: "Intaphrenes, Sohn des Vayāspāra, ein Perser; Otanes, Sohn des Thuchra, ein Perser; Gobryas, Sohn des Mardonius, ein Perser; Hydarnes, Sohn des Bagābigna, ein Perser; Megabyzus, Sohn des Dātuvahya, ein Perser; Ardumanisch, Sohn des Vakauka, ein Perser." Sie werden inklusive Darius als die "Sieben-Perser" bezeichnet.

Zusammen mit seinen sechs Helfern begab sich Darius zur Festung Sikayāuvatiš in der sich Gaumata verschanzt hatte. Am 29. September 522 v. Chr. gelang es Darius zusammen mit seinen Gefolgsleuten die Festung zu stürmen und Gaumata zu töten. Zurück in Pasargadae ließ sich Darius zum "König der Könige" krönen. Doch damit war seine Herrschaft über das Persische Reich noch lange nicht gesichert.

Die Unruhen

Die Nachricht von der Ermordung des angeblichen Großkönigs Gaumata verbreitete sich schnell im ganzen Perserreich und überall brachen Unruhen aus. Viele Provinzfürsten erklärten sich für unabhängig und krönten sich selbst zum König. Die ersten Aufstände gab es in Elam und Babylonien. In Elam erklärte sich Āschschina zum König von Elam, in Babylonien übernahm Nidintu-Bel unter dem Namen Nebukadnezar III. die Herrschaft - er führte seine angebliche Abstammung zurück auf Nebukadnezar und Nabonid. Darius zog ein Heer aus treuen Soldaten und Generälen zusammen - auch seine Helfer waren in hohen militärischen Posten eingesetzt. Darius berichtet in der Inschrift von Behistun genauestens über die Geschehnisse nach seiner Thronbesteigung. Die Revolte in Elam konnte schnell zerschlagen werden, Āschschina wurde hingerichtet. Nun zogen die persischen Truppen in Richtung Babylon wo sich die Rebellion immer weiter ausbreitete. Nachdem Darius den Tigris überquert hatte, kam es am 13. Dezember 522 v. Chr. zur ersten Schlacht mit den babylonischen Grenztruppen von Nidintu-Bel, die Darius für sich entscheiden konnte. Nähe der Stadt Zāzāna am Euphrat stellte sich nun Nidintu-Bel am 18. Dezember 522 v. Chr. mit seiner Armee den persischen Truppen und forderte Darius zum Kampf heraus. Doch auch hier erwies sich das Persische Heer als überlegen und Nidintu-Bel flüchtete nach Babylon. Darius zog ebenfalls nach Babylon und konnte die Stadt ohne große Mühen einnehmen. Nidintu-Bel wurde als König abgesetzt und hingerichtet.

Während sich Darius noch in Babylon aufhielt, kam es im gesamten Reich zu einer regelrechten Flut an Rebellionen. Darius selbst nennt insgesamt neun Gebiete in denen Unruhen ausbrachen - Pars, Elam, Medien, Assyrien, Ägypten, Parthien, Margiana (zwischen Chorasmien und Baktrien), Sattagydien und bei den Saken. Darius zufolge wurde Martiya (Ummanisch), der die Rebellion in Elam anführte, von treuen Elamern getötet. In Medien erklärte sich Phraortes - der sich Chschathrita nannte - zum König von Medien. Darius schickte einen Teil seiner, seinen eigenen Angaben nach, kleinen Armee nach Medien um die Rebellen zu stoppen. Um die Armee in treuen Händen zu wissen, wählte Darius Hydarnes zum Truppenführer - der ihn ja schon bei der Überwältigung Gaumatas geholfen hatte. Am 12. Januar 521 v. Chr. konnte Hydarnes die rebellische Armee in der Nähe der medischen Stadt Marusch zerschlagen, doch Phraortes, der die Rebellion angeführt hatte, war nicht anwesend. Hydarnes zog sich in die Stadt Kampanda zurück, wo sie die Ankunft des Perserkönigs abwarteten.

In der Zwischenzeit waren große Unruhen in Armenien ausgebrochen und Darius schickte auch dorthin - angeführt von zwei treuen Generälen - einen Teil seiner Truppen. Das Persische Heer das nach Armenien zog, war zweigeteilt worden - das eine wurde vom armenischen General Dādarschi, das andere vom persischen General Vaumisa angeführt. Doch die Rebellen waren zahlreicher als zunächst angenommen. Vaumisa musste sich zwei Kämpfen stellen - in Assyrien bei Izalā kam es am 31. Dezember 522 v. Chr. zum ersten Aufeinandertreffen der Perser und Armenier, die zweite dann in Armenien am 11. Juni 521 v. Chr. bei Autiyāra - die er beide gewinnen konnte. Dādarschi führte insgesamt drei Schlachten gegen die Armenier - am 20. Mai 521 v. Chr. in einem Gebiet namens Zuzza, am 30. Mai und am 20. Juni bei den Festungen Tigra und Uyamā in Armenien - die auch er alle zugunsten der Perser entscheiden konnte.

In Medien war Phraortes wieder aufgetaucht und hatte erneut Rebellen um sich scharen können. Nahe der Stadt Kundurusch traf Darius am 8. Mai 521 v. Chr. mit seinen Truppen auf die medischen Rebellen. Auch diese Schlacht konnte der Perserkönig für sich entscheiden und auch diesmal flüchtete Phraortes. Im Ort Ragā wurde er jedoch von persischen Truppen gefangen genommen, die ihn zu Darius brachten und anschließend kreuzigten.


In Sattagydien, wo sich Tritantaechmes (Ciçantachma) zum König erklärt hatte, wurden die Unruhen von einem persisch-medischen Heer unter der Führung von Tachmaspāda niedergeschlagen, Tritantaechmes anschließend in Arbela gekreuzigt. In Parthien konnte Darius' Vater Hystaspes die Rebellen zerschlagen. Am 8. März 521 v. Chr. besiegte er parthische Truppen bei Vischpauzātisch, am 11. Juli nahe der Stadt Patigrabanā. Am 28. Dezember 521 v. Chr. zerschlägt der persische Satrap von Baktrien Dādarschi die Unruhen in Margian. Auch in der persischen Kernprovinz brachen erneut Unruhen aus, nachdem die erste zerschlagen wurde. Der persische Adlige Vahyazdāta führte die Rebellion in der Stadt Vautiyā an. Artavardiya - ein persischer General - führte eine persisch-medische Armee in Richtung Pars. Am 24. Mai 521 v. Chr. kam es nahe der Stadt Rachā zum Kampf, Vahyazdāta - der sich ebenfalls als Bardiya ausgab - flüchtete. Am 15. Juli wurden dann die zweiten von Vahyazdāta aufgestellten Truppen bei Parga besiegt. Auch Vahyazdāta wurde in der persischen Stadt Uvādaicaya gekreuzigt.

In Arachosien kämpfte der persische Satrap und treue Verbündete Darius' Vivāna am 29. Dezember 522 v. Chr. gegen die Truppen Vahyazdātas bei Kapischa-kanisch, die zuvor von ihm nach Arachosien geschickt worden waren um es zu erobern. Bei Gandutava kam es am 21. Februar 521 v. Chr. zum zweiten Mal zum Kampf, bei dem die Rebellen endgültig vernichtet werden konnten. Der Anführer der Rebellen flüchtete in die Festung Arschādā, wo er jedoch von Vivāna gestellt und getötet wurde. Die letzte Schlacht die Darius zu bestehen hatte war ein zweites Mal in Babylon. Dort hatte sich im Mai 521 v. Chr. Aracha als König ausgerufen und gab sich den Namen Nebukadnezar IV. und behauptete ebenfalls der Sohn von Nabonid zu sein. Diesmal schickte Darius seinen Verbündeten Intaphrenes nach Babylon - auch er war einer der sieben Perser. Am 27. November 521 v. Chr. wurde auch Aracha überwältigt und in Babylon gekreuzigt. Darius zufolge mussten insgesamt 19 Schlachten geschlagen und 9 Lügenkönige besiegt werden. Am 28. Dezember 521 v. Chr. waren die letzten Kämpfe gegen Aufständische siegreich beendet worden. Darius saß nun endgültig fest auf dem Thron des Großkönigs.

Die Lügenkönige werden im Monument von Behistun hintereinander stehend und angekettet abgebildet und von Darius namentlich erwähnt: "Gaumata, ein Magier, revoltierte in Pars; Āschschina, ein Elamer, revoltierte in Elam; Nidintu-Bel, ein Babylonier, revoltierte in Babylon; Martiya, ein Perser, revoltierte in Elam; Phraortes, ein Meder, revoltierte in Medien; Tritantaechmes, ein Sattagyde, revoltierte in Sattagydien; Frāda von Margiana, revoltierte in Margiana; Vahyazdāta, ein Perser, revoltierte in Pars; Aracha, ein Armenier, revoltierte in Babylon."

Sicherung der Herrschaft

Darius der Große - ägyptische Pharaonenstatue
Darius der Große - ägyptische Pharaonenstatue
Östliche Gebiete
Nachdem Darius die innere Ordnung wiederhergestellt hatte, galt es nun die Reichsgrenzen zu festigen. Dafür konnte nun ein schlagkräftiges Heer zusammengezogen werden. Die östlichen Gebiete des Reiches, wie z.B. Sattagydien, kamen endgültig unter die volle Kontrolle der Perser. Auch drangen die persischen Truppen bis zum Industal vor, das sie ebenfalls unterwerfen konnten. Nacheinander wurden die östlichen Gebiete dem Perserreich komplett einverleibt, die Grenzen gesichert.

Ägypten
Während der Unruhen im Reich war auch Ägypten 522 v. Chr. vom Perserreich abgefallen. Dem dortigen zuvor von Kambyses II. eingesetzten persischen Satrapen Aryandes gelang es die Unruhen zu zerschlagen und überdies seinen Einflussbereich noch zu erweitern. Dazu stellte er eine schlagkräftige Armee auf, mit der er nicht nur Ägypten wieder unter seine Kontrolle brachte, sondern auch große Teile Libyens bis zur Großen Syrte und den Norden Nubiens. 518 v. Chr. reiste auch Darius nach Ägypten und ließ sich offiziell, wie auch schon zuvor Kambyses, zum Pharao krönen. Zu seinen Ehren wurde auch die lebensgroße Statue von Darius gefertigt, die später in Susa gefunden wird - leider ohne Kopf - und heute im Iranischen Nationalmuseum ausgestellt ist.

Skythen
Die Skythen, deren Siedlungsgebiete vom Aral-See bis zur heutigen Ukraine reichte, waren noch immer eine Bedrohung für das Persische Reich. Angeführt vom Skythenkönig Skuncha kam es immer wieder zu Überfällen und Auseinandersetzungen zwischen persischen und skythischen Truppen. Um diese Bedrohung ein für alle mal zu beenden, zog Darius ein mächtiges Heer zusammen und konnte 519 v. Chr. östlich des Kaspischen Meeres Skuncha besiegen. 513 v. Chr. wurde dann eine zweite Offensive gegen die Skythen gestartet, nun jedoch von Griechenland aus. Bei Byzantion ließ Darius eine Brücke über den Bosporus bauen, die persischen Truppen gelangten so nach Thrakien, das sie zur Sicherung des Nachschubs besetzten. Von dort aus marschierten die Truppen in Richtung Norden entlang des Schwarzen Meeres wo sie die Gebiete der "Saken jenseits des Meeres" - wie sie von den Persern genannt wurden - erobern konnten. Den Sieg über den Skythenkönig Skuncha ließ Darius gleich danach der Inschrift in Behistun hinzufügen, der nun als zehnter Besiegter neben den "9 Lügenkönigen" dargestellt wurde. Auffällig ist dabei die lange und spitze Mütze des Skythenkönigs, weswegen die Perser die Skythen des Aral-Sees auch "Spitzhelmige Saken" nannten.

Griechenland
Nachdem Thrakien zum Vasallenstaat des Persischen Reiches geworden war, folgte kurze Zeit später auch Makedonien. Von Athen aus erhob sich indes ein Widerstand gegen die persische Vormachtstellung in Griechenland. Obwohl die Athener 506 v. Chr. ein Bündnis mit den Persern abgeschlossen hatten, verbündeten sie sich 500 v. Chr. mit den rebellierenden Griechen der ionischen Städte wie Milet. Darius ließ Truppen in Richtung Griechenland schicken um den Aufstand zu zerschlagen und den Bündnisbruch zu bestrafen. Den persischen Truppen gelangen einige Erfolge, die Stadt Milet, von der aus die Revolte begonnen haben soll, wurde 494 v. Chr. erobert und zerstört. Thrakien und Makedonien, die sich dem Aufstand angeschlossen hatten, wurden wieder eingenommen. Bei der Ebene von Marathon musste die persische Armee jedoch einen Rückschlag einstecken. Während die Perser auf einen offenen Kampf gegen die Athener aus waren, blieben die Athener jedoch aufgrund der Unterzahl versteckt. Die Perser entschieden sich dazu wieder auf die Schiffe zurückzugehen und dann direkt nach Athen zu segeln, um dort die griechischen Truppen zu stellen. Als ein Großteil der persischen Truppen sich wieder auf den Schiffen befand, kam der Angriff der Griechen. Unfähig den noch an Land befindlichen persischen Truppen zu helfen, mussten sie der Niederlage an Land zusehen. Darius sah jedoch in den griechischen Städten keine große Bedeutung und da Lydien, die ionischen Städte, Thrakien und Makedonien wieder in persischer Hand waren, ließ er die Truppen abziehen.

Das Perserreich

Darius war es nun gelungen das größte jemals existierende Perserreich zu schaffen. Unter seiner Herrschaft wurde das Persische Reich zur unangefochtenen Weltmacht und galt Jahrhunderte lang als unbesiegbar. Die persische Kultur und Tradition wurde von Darius massiv gefördert und im ganzen Reich verbreitet wie von keinem anderen Großkönig vor oder nach ihm.


Perserreich unter Darius dem Großen
Das Persische Reich unter Darius dem Großen (ca. 500 v. Chr.)



Strukturierung und Bürokratisierung
Nachdem das Reich zur Ruhe gekommen war, führte Darius eine umfangreiche Strukturierungs- und Verwaltungsreform durch. Das Reich wurde erstmals in genau definierten Satrapien gegliedert und aufgeteilt, vergleichbar mit Provinzen. Jeder Satrapie stand ein sogenannter Satrap vor, der für seine Provinz die politische, organisatorische, militärische und kulturelle Verantwortung trug. Er besaß eine uneingeschränkte Macht und musste sich nur vor dem Großkönig für seine Entscheidungen rechtfertigen. Überdies hatte ein Satrap regelmäßig Tributzahlungen an den Großkönig zu erbringen, sowie militärische Unterstützung zu gewährleisten. Damit waren die Satrapen des Perserreichs zwar in gewissem Maße unabhängig, vom persischen Großkönig ging jedoch die unangefochtene zentrale Macht aus der sich jeder beugen musste. So war es ihm auch möglich einen Satrap abzusetzen und einen neuen zu ernennen. Ein Satrap wurde jedoch bis auf wenige Ausnahmen auf Lebenszeit gewählt.

Des Weiteren wurde ein breites Netz der Verwaltung geschaffen, dessen Zentrum das Verwaltungsarchiv in Persepolis war - der neuen von Darius geschaffenen Hauptstadt des Persischen Reiches. So wurden in jeder Provinz die Ein- und Ausgaben auf Tontäfelchen festgehalten und dokumentiert, am Ende des Jahres große Endabrechnungen zusammengestellt. Alle Abrechnungen oder Erlasse wurden von den jeweiligen Verantwortlichen mit Stempeln signiert, Kopien davon wurden ins Verwaltungszentrum nach Persepolis geschickt. Jeder Verantwortliche hatte einen individuellen Stempel, womit die Abrechnungen ihm zugeordnet werden konnten. Den Stempeln kam natürlich auch politische Macht zu, denn ein Erlass mit dem Stempel des Großkönigs konnte natürlich einen mit dem Stempel eines Satrapen aufheben. So hatte der Großkönig und die Satrapen eigene Stempel, aber auch Ortschaftsführer, Städteführer und einfache Beamte hatten einen individuellen Stempel. Dennoch kommt es vor, dass beispielsweise Helfer des Satrapen zwar mit ihrem eigenen Namen einen Erlass verfassen, jedoch ihn mit dem Stempel des Satrapen absegnen. So hatte demzufolge jeder Verantwortliche auch eigene Schreiber. Darius führte seine Reformen uneingeschränkt im ganzen Reich durch. Die Auswertung der Tontäfelchen, die in den letzten Jahren erwähnenswerte Fortschritte erzielte, konnte beispielsweise beweisen, dass sowohl das persische Volk, wie auch die Königinnen über ihre Ein- und Ausgaben Buch führen mussten. Auch die Perser mussten dem Großkönig Steuerzahlungen erbringen. Dies widerlegt eindeutig die Aussage Herodots, der behauptete, dass das persische Volk von Abgaben und Steuern befreit war.

Wirtschaft
Unter der Herrschaft Darius' konnte das Persische Reich Unmengen an Reichtum anhäufen. Um die Wirtschaft zu fördern, ließ Darius überall im Reich Karawansereien erbauen. Eigens dafür wurde ein breit angelegtes Straßennetz errichtet, das alle wirtschaftlich bedeutenden Städte miteinander verband und den schnellen Verkehr der Karawanen gewährleistete. Auf allen Straßen wurden in einem Abstand von Tagesritten sogenannte Poststationen errichtet, die für die Versorgung der Reisenden und der mitgeführten Tiere verantwortlich waren. Eilboten, die wichtige Erlasse des Großkönigs überbringen mussten, wurden an Poststationen verpflegt, tauschten mitunter auch ihre eigenen Pferde gegen neue, ausgeruhte Pferde aus. Dafür nahmen sie extra Erlasse ihres Auftraggebers mit, in denen die Versorgung und die Rationen die ihnen übergeben werden sollten, vermerkt und mit dem Stempel des Verantwortlichen abgesegnet waren. Auch ließ Darius eine einheitliche Währung einführen, was den Handel mit den Waren erleichterte. Aufgrund der langen Friedensperioden unter Darius konnte sich die Wirtschaft immer mehr entwickeln und so gelang es dem Perserkönig binnen weniger Jahre das Perserreich zu enormer wirtschaftlicher Macht zu führen.

Gesellschaft und Religion
Faravahar - Persepolis
Faravahar - Symbol des Zarathustrismus in Persepolis
Darius verfolgte eine Politik des Respekts und der Toleranz gegenüber den Kulturen, Religionen und Bräuchen der Völker des Reiches. Er sah es als seine Pflicht an sich an die Vorgaben Kyros d. Gr. zu halten. So durfte jeder seinen Religionen nachgehen und seine Bräuche ausüben. Dies zeigt sich dadurch, dass es in der gesamten Regierungszeit von Darius zu keinen nennenswerten Aufständen innerhalb des Reiches kam. Darius selbst ist nach eigenen Angaben überzeugter Zarathustrier gewesen, wie er immer wieder betont. Auch seine Thronbesteigung und die Tatsache, dass er sich gegenüber allen Rivalen durchsetzen konnte, begründet er mit der Segnung des Gottes Ahura Mazda (Weiser Herr). Zwar wird Darius von einigen Historikern Heuchlerei vorgeworfen, wodurch er die Priesterschaft für sich gewinnen wollte, doch sind dies nichts als Spekulationen. Tatsache ist, dass er sich nie auf gleicher Höhe mit Gott darstellen ließ, sich also selbst nicht als Gottheit sah, sich als Zarathustrier bezeichnete und das Symbol des Zarathustrismus unzählige Male abbilden ließ - sowohl in Persepolis als auch in Naqsch-e Rostam, seiner Grabstätte.

Auch der Gleichberechtigung der Geschlechter ordnete Darius eine besondere Bedeutung zu. Die Verwaltungstäfelchen von Persepolis konnten ein relativ genaues Bild von der Stellung der Frau in der Gesellschaft widergeben. Frauen arbeiteten oft gemeinsam nebeneinander mit Männern und offenbar völlig gleichgestellt. Auch schwere Aufgaben wurden Frauen zugeteilt, große Gruppen von Landarbeiterinnen werden erwähnt, sowie Kolonnen von Steinschleifern die überwiegend aus Frauen bestanden und vermutlich für die letzte Politur der Steinskulpturen und Statuen zu sorgen hatten. Der überwiegende Teil der Frauen waren Schneiderinnen, die die aufwendigen persischen und medischen Gewänder herstellten. Für die gleiche Arbeit bekamen Frauen den gleichen Lohn, wie anhand zahlreicher Abrechnungen insbesondere bei den Kunst- und Feinhandwerkern bewiesen werden konnte. Des Weiteren konnte die erste Form eines "Schwangerschafts-" oder "Mutterschaftsgeldes" belegt werden. Für den Fall das eine Frau ein Kind bekam, wurde sie zeitweilig von ihrem Dienst freigestellt und konnte sich somit um ihr Neugeborenes kümmern. Für diesen Zeitraum bekam sie einen Mindestlohn, zusätzlich noch "Wunschkost" in Form von Getreide und Getränken für sich und ihr Kind. Der "Mutterschaftsurlaub" dauerte anscheinend ungefähr fünf Monate lang, danach konnte sie zunächst als Teilzeitkraft wieder zurück zur Arbeit. Diese Reformen waren zu dieser Zeit (vor 2500 Jahren!) mehr als einmalig. Frauen hatten jedoch auch hohe Aufstiegsmöglichkeiten, so waren beispielsweise Vorgesetzte der königlichen Manufakturen immer Frauen.

Die Königinnen besaßen neben eigenen Manufakturen auch große Ländereien. So ist überliefert das Artystone, die zweite Gemahlin von Darius und Tochter Kyros d. Gr., mehrere Ländereien besaß und auch mehrere Paläste, wie z.B. in Vrantusch, Madana und Kuganakā. Auch werden ihnen von ihren Verantwortungsbereichen die Steuereinnahmen überbracht. Des Weiteren wurde festgestellt, dass die Königinnen - besonders häufig überliefert ist dies von Artystone - viel im Reich umherreisten. So finden sich zahlreiche Anordnungen von ihr, die bestimmte Rationen für sich und ihre Angestellten anordnet - ebenfalls genauestens dokumentiert.

Persische Eliteeinheit - Zehntausend Unsterbliche
Relief der Zehntausend Unsterblichen
Militär
Die Kämpfe während der Thronwirren waren Darius eine Lehre. Um das Reich zu sichern und ihr eine innere Stabilität zu geben, ließ er ein stehendes Heer zusammenziehen. In allen Satrapien wurden Einheiten gebildet, die im Falle von Aufständen oder Bedrohungen von Außerhalb bereitstanden. Neben diesen Satrapieneinheiten gab es aber auch ein persönliches Heer für Darius. Die berühmteste persische Truppe war die Eliteeinheit der "Zehntausend Unsterblichen". Die zehntausend Soldaten dieser Einheit waren extrem trainiert und sehr gut ausgerüstet. Sie standen dem König immer zur Verfügung und bildeten sein persönliches "stehendes Heer". Doch die Einheit der Unsterblichen bestand nicht nur aus zehntausend. Den Namen bekamen sie durch die Tatsache, dass wann immer ein Soldat der Unsterblichen im Kampf starb oder durch Erschöpfung oder Krankheit nicht kämpfen konnte, sofort ein anderer seine Position einnehmen konnte. Somit waren es immer volle Zehntausend.

Ausgerüstet waren sie mit Lanzen, aber auch Bögen und Kurzschwertern. Bekleidet waren sie in langen Faltengewändern und typischen persischen Schuhen mit dem dreifachen Verschluß. Um den Kopf trugen sie Bänder, aber auch mit den persischen Hüten gibt es Abbildungen in Persepolis. Aufgrund der typisch persischen Schuhe und dadurch, dass alle stellvertretenden Unsterblichen in den Reliefs von Persepolis mit diesen Schuhen abgebildet sind, musste es sich hierbei ausschließlich um Perser gehandelt haben. Dies ist jedoch insofern nicht verwunderlich, da ja Darius selbst Perser war und seine Eliteeinheit demzufolge auch durch eigene Leute besetzt sehen wollte. Die Unsterblichen waren in stets 1000 Soldaten aufgeteilt, jeder Teileinheit stand ein "Tausendschaftsführer" vor (altpersisch: Hazārapatisch).

Neben den Zehntausend Unsterblichen gab es jedoch weitere Truppen des Königs die immer kampfbereit waren. Da die Unsterblichen eine Fußtruppe waren, gab es neben ihnen noch eine Kavallerie, die aus tausend Soldaten bestand. In Persepolis, der Hauptstadt des Persischen Reiches, gab es überdies noch eine Hoftruppe, die für die Sicherheit des Königs und der Adligen sorgte. Im Falle eines Krieges konnte so in kürzester Zeit ein gewaltiges Heer zusammengezogen werden, bestehend aus den stehenden Truppen des Königs und den der einzelnen Satrapien.

Bauwerke
Darius Palast - Persepolis
Darius Palast in Persepolis
Neben den Reformen die Darius im Reich durchgeführt hatte, widmete er sich auch stark seinen persönlichen Bauwerken. Größtes Bauwerk von Darius war seine ca. 520 v. Chr., oder kurz danach, geschaffene neue Hauptstadt Persepolis. Sie liegt im Kernland der Perser und sollte alle früheren Bauten übertreffen. Die wichtigsten Städte des Perserreichs wie z.B. Ekbatana, Susa oder Babylon waren alle nichtpersisch. So musste Darius, der sich als stolzer Perser sah, auch im Kerngebiet des "Persischen" Reiches eine bedeutende Stadt errichten. Fast seine gesamte Regierungszeit über widmet er sich den Bauten in Persepolis, in dem nacheinander immer prachtvollere Paläste entstanden. Doch auch in weiteren Städten lässt er neue Palastkomplexe errichten. Darius zugeordnet werden konnte ein ganzer Palastkomplex in Susa; mehrere Tempelbauten in Ägypten, sowie die erstmalige Fertigstellung des Suez-Kanals; aber auch einige Paläste in Pasargadae - die immer noch eine bedeutende Stadt war, in ihr wurde weiterhin der König gekrönt - wurden von Darius erweitert oder neu errichtet. In der Nähe der Hauptstadt, in Naqsch-e Rostam, ließ Darius nach dem Vorbild der Paläste in Persepolis für sich ein Mausoleum errichten. Dies gibt den Anschein, dass Darius eher an wirtschaftlichen und architektonischen Herausforderungen interessiert war, als an militärischen. Somit wurde auch das Bild von Darius bis in die Neuzeit geprägt. Sogar unter den Griechen galt er als weiser und ehrenwerter Herrscher.

Königsfamilie

Wie es für damalige Könige üblich war, heiratete auch Darius mehrere Frauen:

Atossa (altp.: Hutaosa, Tochter Kyros d. Gr.)
vier Söhne: Xerxes I. (Darius' Thronfolger), Ariamenes, Achämenes II. und Hystaspes II.

Artystone (altp.: Irtaschduna, Tochter Kyros d. Gr.)
zwei Söhne: Arsames und Gobryas
eine Tochter: Artozostre

Parmys (altp.: Uparmiya, Tochter Bardiyas)
einen Sohn: Ariomardus

Phaidime (Tochter von Otanes)
k.A.

Phratagone (Tochter von Artanes)
zwei Söhne: Abrokomas und Hyperantes

Bild des Darius

Darius gilt neben Kyros dem Großen als bedeutendster persischer Großkönig. Seine Wirtschafts- und Sozialreformen, die Neuordnung des Reiches und seine zahlreichen Bauwerke prägen das Bild des Darius. Zwar wird unter seiner Herrschaft der Anfang der sogenannten "Perserkriege" gegen Griechenland gesehen, doch selbst die griechischen Geschichtsschreiber wie Herodot halten sich fast ausschließlich mit Kritik an Darius zurück. Auch aufgrund der Forschungen und Erkenntnisse aus seiner Regierungszeit - etwa durch die Tontäfelchen aus Persepolis - konnten immer mehr herausragende und einzigartige Eigenschaften Darius' entdeckt werden. Einige Historiker sprechen sogar von einem modernen und toleranten Herrscher. Während seiner Herrschaft entwickelte sich das Persische Reich zur mächtigsten Militär- und Wirtschaftsmacht, dessen Kultur in alle Bereiche des Reiches drang und auch darüber hinaus und bis heute bezeugt werden kann. Die Reichsstrukturen des beispielsweise Römischen Reiches weisen in zahlreichen Bereichen persische Grundzüge auf. Militärische Organisation und politische Ordnungen sollten für Jahrhunderte nachher noch als Vorbild für andere Könige sein. Angesicht dessen wurde Darius schon zu seinen Lebzeiten zurecht als "Dārajavausch chschāyathiya vazraka" bezeichnet, als "Darius der große König".

Im Oktober 486 v. Chr. stirbt Darius und wird in seinem eigens gebauten Mausoleum in Naqsch-e Rostam beigesetzt. Sein Sohn Xerxes I. bestieg den Thron des Königs.

Die von Darius erschaffene Hauptstadt Persepolis gilt seit 1979 als UNESCO-Weltkulturerbe.



Bilder von Persepolis
Persepolis
Persepolis
Persepolis
Persepolis
Hundertsäulensaal - Relief - Soldaten - Perser und Meder Apadana Nord-Portikus - Relief einer persischen Palastwache Apadana Nord-Portikus - von oben rechter Treppenflügel Thronrelief - Xerxes I. der Große
Bildergalerie: Persepolis


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Anhang
Autor: Milad Bagherzadeh | Datum: 16.04.2009, 0:00 Uhr

Quellenangaben:


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