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Datum: 01.05.2009 | Autor: Milad Bagherzadeh
HafezPoet, Mystiker und DerwischVollstdg. Name: Chadscheh Schams al-Din Mohammad Hafez SchiraziPersisch: Chādsche schams al'din mohammad hāfez schirāzi Weitere Schreibw.: Hafes, Hafis, Hafiz Weitere Namen: Hafez Schirazi Lebenszeit: geb. 1319 in Schiraz (Persien) | ges. 1389 in Schiraz (Persien) Hafez Mausoleum in Schiraz
Der persische Poet, Mystiker und Derwisch Hafez wurde 1319 in Schiraz geboren. Schon im Alter von 8 Jahren konnte er den gesamten Koran auswendig, welches ihm sein Vater gelehrt hatte. Diese beeindruckende Leistung schon im Kindesalter brachte ihm seinen berühmten Bei- und Künstlernamen Hafez ein. Doch auch mit den Werken des ebenfalls aus Schiraz stammenden Saadi war Hafez vertraut, ebenso mit denen des Rumi, Attar, Nizami und einigen anderen berühmten persischen Dichtern.
Hafez wurde in Schiraz geboren und verbrachte dort auch sein ganzes Leben, mit Ausnahme von zwei kürzeren Aufenthalten in Isfahan und Yazd, die jedoch nicht zweifelsohne bewiesen sind. Schon zu seinen Lebzeiten drang sein Dichter-Ruhm weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus in die Persisch sprechende bzw. verstehende Welt. Auch heute noch ist Hafez weltbekannt und seine Werke, insbesondere der "Divan", gelten neben denen von Saadi, Rumi und Omar Khayyam zu den schönsten und besten Dichtungen der persischen Welt. Die Gedichte von Hafez sind in Persien sehr beliebt und sind höchstwarscheinlich die am meistgelesensten Texte. Der Divan mit den rund 500 Qazalen wird heute oft als Buchorakel verwendet, die einzelnen Qazalen für Songtexte benutzt. Viele Perser lernen die Qazalen auswendig, rezitieren sie für Alltagssituationen, als Ratschlag oder um ihre Gefühle poetisch auszudrücken. Hafez gilt als der Gipfel der persischen Lyrik. Die Qazalen besingen hauptsächlich die Liebe, den Wein und die Schönheit der Natur in Form von Rosen. Doch Hafez hatte es aufgrund seiner Gedichte nicht immer leicht mit den herrschenden Machthabern und Fürsten der damaligen Zeit. Despotische Herrscher regierten mit Gesetzeslosigkeit und Brutalität, sie fielen übereinander her und füllten das Land mit Terror und Blut. Die Dichter der damaligen Zeit waren gänzlich abhängig von den regierenden Fürstenhöfen. Für den fürstlichen Schutz erwartete der Fürst Herrscherlob und niemand konnte es sich leisten beim Fürst in Ungnade zu fallen. Auch in den Qazalen von Hafez findet man Huldigungsgedichte, teils offen oder verdeckt. Unter Abu Ischaq, der in Schiraz von 1343 bis 1352 regierte, wurde Hafez zum Hofdichter. Unter seiner Herrschaft fühlte sich Hafez wohl und er bedauerte sein kurzes Regiment. ![]() Porträt des Hafez in einem Manuskript des Divan aus dem 18 Jhd. Doch all dies konnte dem Ruhm des Hafez nicht schaden und so drangen seine Gedichte immer weiter in die Welt hinaus. 1389 starb Hafez und wurde unter einem Zypressenbaum, den er selber gepflanzt haben soll, beigesetzt. Erst unter der Zand Dynastie im 18 Jhd. wurde ein Mausoleum und die Gartenanlage zu Ehren des großen Poeten erbaut. 1935 bis 1937 folgte dann das, vom Persischen Zentrum für Archäologie erbaute, in der jetzigen Form beständige Mausoleum samt Gartenanlage. Da zuvor die Grabstätte des Hafez ein Friedhof war, wurden keine Bestattungen mehr dort genehmigt. Bis heute sind nur vereinzelt und nur für besondere Personen Bestattungen auf einem Nebengelände erlaubt. Der österreichische Diplomat und Orientalist Joseph von Hammer-Purgstall übersetzte den Divan des Hafez 1814 vollständig ins Deutsche und damit erstmals überhaupt in eine europäische Sprache. Schon kurze Zeit später wurde durch die Übersetzung der die damalige Epoche beherrschende Dichter Goethe so stark beeinflußt, dass dieser eine romantische Wende in seinem Lebenswerk vollzog, Hafez zu seinem "Zwillingsbruder" erkor und sich zum "West-östlichen-Divan", der 1819 erschien, inspirieren ließ. Im Laufe der Zeit gab es noch weitere Übersetzungen des Divans, teils vollständig, teils nur vereinzelte Übersetzungen einzelner Qazalen. Die nächste erwähnenswerte Übersetzung stammt von Ritter Vinzenz von Rosenzweig-Schwannau aus dem Jahre 1858 bis 1864, welches in drei Bänder gefaßt ist. Zu den besten Übersetzungen des Divans gehört auch die von Friedrich Rückert aus dem ebenfalls 19. Jhd.
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