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Khayyam

Philosoph, Dichter, Mathematiker & Astronom

Vollstdg. Name: Qiyath al-Din Abu Alfateh Omar Ibn Ibrahim Khayyam
Persisch: Qijāt al'din abu alfate omar ebn-e ebrāhim Chajām
Weitere Schreibw.: Chayyam, Chajjam
Weitere Namen: -
Lebenszeit: geb. 1048 in Nischapur (Persien) | ges. 1131 in Nischapur (Persien)


Omar Khayyam
Omar Khayyam




Omar Khayyam war ein persischer Philosoph, Dichter, Mathematiker, Physiker und Astronom. Khayyam wurde 1048 in Nischapur geboren, wo er auch 1131 starb. Die Stadt Nischapur liegt im nordöstlichen Teil von Persien, in der heutigen Provinz Chorasan-e Razavi. Der Name Khayyam bedeutet "Zeltmacher", was auf den Beruf seiner Vorfahren hindeuten kann.

Über die Kindheit und seinen Lebensumständen ist leider sehr wenig oder nicht nachweisbares bekannt. Ruhm erlangte Khayyam in der westlichen Welt erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts, nach einer Übersetzung von Edward Fitz-Gerald. Deutsche Übersetzungen folgten 1879 durch Adolf Friedrich Graf von Schack, 1881 durch Friedrich Bodenstedt und 1909 durch Friedrich Rosen.

Schon zu seinen Lebzeiten genoss Khayyam großes Ansehen, hatte jedoch auch nicht minder wenige Kritiker. Unter den Moslems wurde er vor allem wegen seiner Zuneigung zum Wein kritisiert. Doch Khayyam galt als Feind des religiösen und wissenschaftlichen Dogmatismus und Fanatismus. Am Anfang seines Werkes zur Algebra äußert sich Khayyam unter anderem wie folgt: "Die meisten von denen, welche heutzutage für Gelehrte gelten, verbergen die Wahrheit durch die Lüge und kommen nicht über die Schranken eines bloßen Scheingelehrtentums hinaus, indem sie das, was sie an Kenntnissen besitzen, lediglich materiellen und niedrigen Zwecken dienlich machen. Und wenn sie einem Mann begegnen, der sich wirklich durch sein Streben nach der Wahrheit und durch seine Liebe zur Wahrhaftigkeit auszeichnet, der Eitelkeit und Lüge von sich weist und den falschen Schein und die Augenverblendung meidet, dann machen sie ihn zum Gegenstande ihrer Verachtung."

Auch deshalb war Khayyam unter anderem am Hofe des Seldschukenfürsten Malik Schah beschäftigt, welcher Khayyam beauftragt hatte einen Sonnenkalender zu entwickeln. Der Sonnenkalender von Khayyam ist genauer als der 500 Jahre später entwickelte Gregorianische Kalender und innerhalb von 3770 Jahren auf einen Tag genau. Khayyam begann mit der Arbeit des Sonnenkalenders um 1074. Nach seinen Berechnungen hat ein Jahr genau 365.24219858156 Tage. Hier zeigt sich, dass Khayyam die Wichtigkeit einer hohen Genauigkeit durch 11 Nachkommastellen erkannte. Der heute verwendete persische Kalender beruht auf seinen Berechnungen.

Des Weiteren konnte er große Fortschritte in der Mathematik nachweisen. Es gelang ihm durch geometrische Darstellungen die Lösung kubischer Gleichungen und ihrer Wurzeln zu berechnen. Außerdem beschäftigte er sich mit den Parallelen und den irrationalen Zahlen. Zu seinen größten Leistungen zählte auch sein lange Zeit vorherrschendes Werk über die Algebra. Khayyam erfand das Dreieck der Binomialkoeffizienten, das heute als Pascalsches Dreieck bekannt ist. Ein weiteres Buch auf dem Gebiet der Physik beschäftigt sich mit der genauen Bestimmung spezieller Gravitation.

Khayyam war jedoch nicht nur in der damaligen Zeit ein herausragender Astronom und Mathematiker, auch als Dichter bewies er Talent. Sein "Rubaiyat" ist eine Gedichtesammlung welche ausschließlich aus Vierzeilern (Rubai) besteht. Die Charakteristika dieser Gedichte ist, dass jeweils die erste, zweite und vierte Zeile im selben Reimklang enden, während die dritte reimlos bleibt. Seine Gedichte gehören heute zu den berühmtesten und geachtetsten Werken persischer Dichtung.

Omar Khayyams 10 Bücher und 30 Einzelwerke sind bis heute erhalten. Darunter sind vier Bücher über Mathematik, eins über Algebra, eins über Geometrie, drei über Physik und drei über Metaphysik.


Einige Gedichte von Omar Khayyam:
(Die Übersetzungen beinhalten eine stark veraltete Grammatik)

Ihr Töpfer, die emsig den Ton ihr knetet,
Mit Händen ihn klopft, mit Füßen ihn tretet,
Bedenkt doch: was ihr also mißhandelt,
Sind Menschenleiber, zu Erde verwandelt.

Der Himmel gab sein Geheimniß noch Keinem kund,
Schloß aber schon Tausenden von Königen den Mund.
Trink Wein, Freund: vom Tod kommt kein Leben zurück,
Und es giebt kein Glück als genossenes Glück.

In eitlem Hoffen schlug ich viel Zeit in den Wind,
Ohne zu wissen, was glückliche Stunden sind,
Und nun fürcht' ich, die Zeit wird nicht mehr kommen,
Die mir giebt, was ich einst nicht selbst genommen.

Man sagt: von der Auferstehung geht's zum Gerichte
Und der Herr wird erscheinen mit zornigem Gesichte
Doch vom Allmächtigen kann nichts kommen als Gutes,
Darum fürchte Dich nicht, sondern sei guten Muthes!

Du, Herr, bist der Lenker von Leben und Tod,
Es kreist Himmel und Erde nach Deinem Gebot.
Wenn ich schlecht als Dein Sclav' bin, was kann ich dazu?
Der Schöpfer von Allem bist Du!

» Literarische Werke von Khayyam


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Anhang
Autor: Milad Bagherzadeh | Datum: 01.05.2009, 0:00 Uhr

Quellenangaben:


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