Be Nāme Ahurā Mazdā - Goftāre Nik, Pendāre Nik, Kerdāre Nik
Nirupars
Nirupars - Bilder aus Persien

Persepolis

Hauptstadt des Persischen Reiches

Persisch: Tacht-e Dschamschid | Altpersisch: Pārsa
Weitere Schreibw.: Perspolis
Bedeutung: Stadt der Perser
Besonderheit: UNESCO Weltkulturerbe


Persepolis - Tor der Nationen - Ostseite
Tor der Nationen - Ostseite


Persepolis, erbaut vom persischen Großkönig Darius I. dem Großen und von seinen Nachfolgern erweitert, war die Hauptstadt des Persischen Reiches. Seine Größe und Pracht sollte nach der Fertigstellung den persischen Großkönigen und dem riesigen Perserreich würdig sein. Es sollte die wirtschaftliche Macht und die künstlerischen Fähigkeiten der Perser widerspiegeln. So entstand im Süden Persiens das größte, teuerste und beeindruckendste Bauwerk seiner Zeit. Die Stadt diente jedoch nicht nur als zeremonieller Ort, wie lange Zeit angenommen wurde. Sie war das Verwaltungs- und Machtzentrum des Perserreiches und der Sitz des persischen Großkönigs.

Anfänge und Lage:

Persepolis wurde im Süden von Persien in der heutigen Provinz Pars erbaut. Da die Perser sowohl sich selbst als auch ihr Land als Pars bzw. Parsa bezeichneten, so wurde auch der von Darius dem Großen erschaffenen Hauptstadt der Name Pārsā gegeben. Im welchem Jahr genau Persepolis errichtet wurde, kann bis heute nicht gesagt werden. In der Südmauer von Persepolis befindet sich jedoch eine Gründungsinschrift von König Darius, in der er unter anderem den Bau von Persepolis verkündet und sich damit rühmt. Mit der Tatsache, dass Darius Persepolis erbauen ließ, ist der Baubeginn nach der Thronbesteigung anzusetzen. Darius I. bestieg 522 v. Chr. den Thron des Königs, doch aufgrund der einjährigen Unruhen nach der Thronbesteigung und einer darauffolgenden Ordnung des Reiches ist ein Baubeginn ab 520 v. Chr. realistisch.

Der Bau:

Persepolis liegt am Fuße des Berges "Kuh-e Mehr" - Berg des Lichtes, auch bekannt unter dem arabischen Namen "Kuh-e Rahmat" - Berg der Gnade.
Persepolis - Hauptansichtsseite - Westmauer
Westliche Befestigungsmauer und Haupt-
ansichtsseite
Die gesamten Paläste und Häuser ruhen auf einer künstlich angelegten riesigen Terrasse, welches das Fundament bildet. Für die Errichtung der Terrasse konnte nur teilweise der felsige Untergrund des Berges Mehr verwendet werden, der weitere Bereich wurde durch mächtige Steinquader aufgeschichtet. An der längsten Seite misst die Terrasse fast einen halben Kilometer, nämlich 455 Meter an der Westseite der Befestigungsmauer, der heutigen Hauptansichtsseite und der Eingangsbereich zur Palastanlage durch das "Tor der Nationen". Die Westseite wurde komplett mit den mehreren Tonnen schweren Steinquadern erbaut, die sich fast 15 Meter hoch über die Ebene erheben.

Kontrolliert wurden die Bautätigkeiten an der Hauptstadt von König Darius selbst, bei seiner Abwesenheit vom Hofmarschall Farnaka. In der Gründungsurkunde betont Darius, dass er die Palastanlage von Persepolis erbauen ließ und zuvor dort keine war. Doch die Gegend um Persepolis war nicht unbewohnt. Aus den Tontäfelchen die in Persepolis gefunden worden sind und in einigen babylonischen Texten wird die Siedlung Chvādaitschaya erwähnt, welche in der Ebene von Persepolis lag. Sie wird in den Tontäfelchen oft als Reiseziel genannt. Doch kann man beobachten, dass im Laufe der Zeit sich die Häufigkeit des Vorkommens beider Namen verändert. Wird anfänglich noch des Öfteren Chvādaitschaya als Reiseziel genannt, so wird im Laufe der Zeit immer mehr der Name Persepolis verwendet, während Chvādaitschaya immer mehr vermieden wird. Da an Persepolis mit aller wirtschaftlicher Macht gearbeitet wurde, die Palastanlage immer mehr an Gestalt annahm und die Wichtigkeit des neuen Zentrums stieg, wuchs somit auch die Bedeutung - der Name Persepolis verdrängte Chvādaitschaya. So läßt sich annehmen, dass sich auch der König während der Bauarbeiten an Persepolis in der Siedlung aufgehalten hat und von dort aus die Bautätigkeiten kontrollierte und das Fortschreiten der Bauarbeiten beobachten konnte.

Die Befestigungsmauer:

Mit einer Länge von 455 m an der Westseite, 300 m an der Nordseite, 430 m an der Ostseite und 290 m an der Südseite hat die Terrasse eine Fläche von ungefähr 130.000 m² (ca. 18 Fußballfelder).

Die verwendeten Steinblöcke bestehen entweder aus grauem Kalkstein aus der Nähe von Persepolis oder aus dunkelgrauen, fast schwarzem Kalkstein aus den etwa 40 km westlich gelegenen Steinbrüchen. Die Quader wurden dazu aus dem Fels geschlagen, auf mehrere Holzrollen gehoben, mit Seilen festgebunden und dann von Maultieren oder Pferden gezogen. Auf dem Wasserweg benutzte man für den Transport der Felsbrocken Flöße.

Zum Schutz gegen feindliche Angriffe wurden in Persepolis Befestigungsmauern errichtet. Die Nord-, West- und Südseite der Terrasse ragt jedoch bis zu 15 Meter hoch über die Ebene, ein ungehinderter Zugang wäre demnach fast unmöglich gewesen. Es ist anzunehmen, dass dort niedrigere Mauern und Wachtürme errichtet wurden und auch ausreichend waren. An der Südwestmauer sind noch teils gut erhaltene Zinnen vorhanden, hinter denen sich die Bogenschützen bei der Verteidigung hätten schützen können. Anders jedoch an der Ostseite der Terrasse die direkt am Abhang des Berges Mehr liegt. Vom Berg aus konnte man demnach leicht in die Stadt gelangen, da es keine allzu steilen Abhänge gibt. Ein Aufstieg des Berges Mehr an der Ostseite, sowie der Abstieg an der Westseite runter nach Persepolis wäre für Fußsoldaten kein Problem gewesen. An diesen Seiten wurden hohe und starke Befestigungsmauern errichtet, die durch Wachtürme ergänzt wurden. Das Fundament der östlichen Befestigungsmauer bestand aus 33 x 33 x 12 cm großen Lehmziegeln, das aus mehreren parallel verlaufenden Mauern bestand und bis zu 19 m breit war. Die Zwischenräume der Mauern wurden mit Sand ausgefüllt. Auf diesem Fundament baute man anschließend die etwa 7 m hohe Befestigungsmauer, die ebenfalls aus Lehmziegeln bestand. In regelmäßigen Abständen wurden dann die Wachtürme errichtet, die ihrerseits wiederum die Befestigungsmauer um fast 5 m überragten und etwa 19 x 19 m maßen. Jeder Turm besaß Wachräume und einen Durchgang der in den Zwischengang der Befestigungsmauer führte. Die Befestigungsmauer hatte demzufolge eine tunnelartige Passage, in dem sich die Soldaten bewegen konnten ohne von außen gesehen oder angegriffen werden zu können. Der Tunnel in der Mitte der Befestigungsmauer zog sich durch die gesamte Befestigungsanlage in den man nur von Persepolis aus gelangen konnte.

Das "Tor der Nationen" ("Tor aller Länder"):

Zu Zeiten des Königs Darius lag der Zugang zu Persepolis anfänglich noch im Süden der Palastanlage. Über eine Treppe gelangte man hoch zur Terrasse, die auch an der Gründungsinschrift von Darius vorbeiführte. Nachdem jedoch Darius' Sohn und Thronfolger Xerxes I. der Große König wurde, ließ er ein mächtiges Treppengelände an der oberen Westseite errichten. Oben angekommen steht das ebenfalls von König Xerxes, nach dem derzeitigen Stand der Forschung 480 - 470 v. Chr. errichtete "Tor der Nationen" - Persisch: "Darvāze Melal". Dies war eine 22 m vom Rand der Terrasse (des Treppengeländes) entfernte Halle, dessen Dach durch vier Säulen gestützt wurde - von denen heute noch drei stehen.
Persepolis - Tor der Nationen - Westseite
Tor der Nationen, westliche Seite mit den mächtigen Stierreliefs
Die Halle besaß drei Türöffnungen: eine an der Westseite (dem Eingangsbereich von der Treppe kommend), eine an der Ostseite zur "Straße der Armee" führend - beide waren 3,80 m breit und 10 m hoch, und ein größeres 5,10 m breites Tor an der Südseite zum Apadana Palast hin. Das Tor der Nationen ist als Quadrat erbaut worden und misst 24,75 x 24,75 m, mit einem Flächeninhalt von 612,50 m² und einer Höhe von 18 Metern. Die vier Säulen die das Dach der Halle stützten sind 16,5 m hoch und haben kannelierte, runde Basen. Die doppelköpfigen Stierkapitelle saßen auf Kompositkapitellen, die von herabfallenden Blättern, darüber nach oben wachsenden Blüten und dann von zwei Reihen von Doppelvoluten gebildet wurden.

Die westlichen und östlichen Tore besitzen zudem mächtige Stier- bzw. Geflügelte-Mensch-Stier-Reliefs an den Innenseiten der Tore, die jeweils vorn herausragen und als Torwächter fungierten. Von den ursprünglich vier Stützsäulen der Halle standen nur noch zwei. Im Zuge einer Restaurierungsarbeit einer persisch-italienischen Arbeitsgruppe im Jahre 1965 wurde eine dritte Säule aus den umgestürzten Fragmenten wieder zusammengestellt. Bis heute stehen drei der ursprünglich vier Säulen, wobei die dritte und restaurierte Säule die am besterhaltenste und vollständigste Säule in Persepolis ist. Erreichte nun der Besucher in Persepolis das "Tor der Nationen" und schritt in die Halle hinein, so konnte er durch den südlichen Ausgang den Apadana Palast von König Darius erreichen.

Der Apadana Palast:

Der Audienzsaal von König Darius gehört zu den prachtvollsten Palästen und ist zudem auch der größte Palast von Persepolis. In diesem mächtigen Palast empfing der König die Gesandten der Völker aus dem gesamten Reich und hier wurden auch all die Feste gefeiert. Der Apadana Palast war der Sitz des persischen Großkönigs in dem auch der königliche Thron stand. Was die Reliefs und Verzierungen am und im Apadana Palast angeht, sind sie die Detailgetreuesten. Von Darius um 515 v. Chr. begonnen, wurde der Apadana Palast von Xerxes vollendet, aber auch verändert. In der ersten Bauphase unter König Darius wurden im Osten und Westen des Apadana Palastes zwei große repräsentative Portiken errichtet, inmitten die mächtige Audienzhalle lag. In der zweiten Bauphase wurde dann von Xerxes ein dritter Portikus im Norden hinzugefügt - da nun auch das Tor der Nationen erbaut worden war, sich der Zugang zu Persepolis damit vom Süden nach Westen verändert hatte und somit nun auch die Hauptansichtsseite vom Apadana Palast vom Osten nach Norden verändert hatte.

Ostportikus
Die Ostportikus des Apadana Palastes gehört zu den schönsten und detailgetreuesten Bauwerken. Da sie die Hauptansichtsseite für die sich in Persepolis aufhaltenden Besucher war, so wurden an ihr die Reliefs, Säulen und Verzierungen auch besonders fein bearbeitet. Die Ostportikus hat eine Länge von 60,5 m und ist fast 25 m breit. Das Dach des Portikus ruhte auf 12 Säulen, die in zwei Reihen zu je 6 Säulen aufgestellt und fast 20 Meter hoch waren. Die Säulen, die mit geschlossenen und nach unten blickenden Lotusblüten verziert sind, ruhen auf mächtigen Basen. Die Kapitelle der Säulen des Ostportikus bestanden aus zwei in entgegengesetzte Richtungen blickende Löwen. Der Zugang zum Portikus verläuft über vier gegenläufige Treppen mit jeweils 31 Stufen - zwei außen und zwei innen. Die Gesamtfront des äußeren Treppenlaufs beträgt 81 m, die der vorderen und kleineren 27 m.
Persepolis - Apadana Palast - Ostseite
Die Ostportikus des Apadana Palastes, im Hintergrund die Säulen der Innenhalle
Das Relief an der rechten Treppenfassade gehört zu den berühmtesten Reliefs in Persepolis - das Schatzhausrelief (Thronrelief). In den Apadana Palast gelangte man durch einen 5,25 m breiten Zugang, dessen Mauer fast ebenso dick war und eine Fläche von fast 28 m² besaß. Die Wände im Zwischenraum zwischen Portikus und Halle wurden fein verziert. Abgebildet sind unter anderem die 23 Delegationen der Geschenkeüberbringer. Diese stammen aus den verschiedensten Teilen des Weltreiches und überbringen dem König die Geschenke der Völker. Sie sind jeweils von rechts und im Profil abgebildet.

Westportikus
Die Westportikus des Apadana Palastes war schon von weitem dem sich aus der Ferne Nähernden sichtbar. Die Kombination zwischen hoher Terrassenmauer und einem noch höherem Apadana Palast musste eine große Bewunderung hervorgerufen und stark beeindruckt haben. Auch hier ruhte das Dach auf 12 Säulen, ebenfalls in zwei Reihen zu je 6 Säulen aufgereiht. Zwar waren diese Säulen genau wie beim Ostportikus fast 20 m hoch und ruhten auf 1,50 m hohen Basen, doch wurden hier Stierkapitelle verwendet. Die Säulen des Apadana Palastes besitzen 48 Kanneluren - eine Säule im Ostportikus hat sogar 52 Kanneluren. Auch an dieser Treppenfassade sind die 23 Delegationen aus den verschiedensten Teilen des Weltreichs abgebildet, diesmal jedoch von links und im Profil.

Audienzsaal
Die große Audienzhalle des Apadana Palastes bildete ein Quadrat, mit einer Seitenlänge von 60,5 Metern. Das Dach ruhte auf insgesamt 36 Säulen, die in 6 Reihen zu je 6 Säulen aufgestellt waren. Anders als bei dem Ost-, West- oder dem späteren Nordportikus ruhten die Säulen der Halle auf zwei abgestuften quadratischen Sockeln. Die Stierkapitelle saßen auch hier auf Kompositkapitellen, wie sie auch später im "Tor der Nationen" verwendet wurden. Die Audienzhalle war durch zwei jeweils in der Mitte der Trennwand liegenden Türen mit dem Ost- und Westportikus verbunden. In der Halle südlich gelegen stand der königliche Thron - was durch das Thronrelief bzw. Schatzhausrelief sehr gut überliefert ist. Ebenfalls durch die zahlreichen Reliefs am Apadana Palast abgebildet sind die Gesandten die dem König die Geschenke überbringen. Es ist anzunehmen, dass auch dies im Inneren des Palastes geschah.

Nordportikus und die Änderungen
Zu der Zeit als Xerxes I. den persischen Thron bestieg, hatte der Apadana Palast zwei Portiken - dessen Ostportikus die Hauptansichtsseite bildete. Doch nachdem König Xerxes die mächtige Treppenanlage und das "Tor der Nationen" errichten ließ, welches nun als Hauptzugang zu Persepolis diente, musste auch ein neuer Zugang zum Apadana Palast gebaut werden. Dazu wurde an der Nordseite des Apadana ein weiterer Portikus errichtet. Auch hier wurden 12 Säulen verwendet, die in 2 Reihen zu je 6 Säulen aufgestellt waren und mehr als 19 m hoch waren. Doch anders als die Säulen des Ost- oder Westportikus glichen sie der Säulen die im "Tor der Nationen" verwendet worden waren. Mit einer Länge von 60 x 25 m hatte der Nordportikus eine Fläche von 1500 m². Eine doppelte, gegeneinander laufende Treppe aus vier Treppenfluchten zu je 31 Stufen führte vom Hof zum Portikus. Im Zuge der Änderungen am Apadana und aufgrund der Tatsache das Xerxes nun persischer Großkönig war, wurde auch das Thronrelief - welches Darius an der Ostseite anbringen lassen hat und auf dem Xerxes als Kronprinz abgebildet war - entfernt und ins Schatzhaus gebracht.

Apadanahof
Dem Apadana Palast vorgelagert liegt der Apadana Hof. Dieser "L"-förmige Hof erstreckt sich von der Nord- bis zur Ostseite des Apadana, wobei der nördliche Hof eine Ausdehnung von 152 x 50 m und der Östliche eine von 167 x 34 m hat - damit hat der Hof eine Fläche von mehr als 13.200 m². Der Nordteil des Hofes wird im Norden durch das "Tor der Nationen" und einer kleineren Mauer zwischen "Straße der Armee" und Apadana Hof begrenzt, der Ostteil wird ebenfalls durch eine Mauer vom nördlich gelegenen "Unvollendeten Tor" und dem Vorplatz des "Hundert-Säulen-Saales" getrennt.

Die Geschenkträgerdelegationen:

Sowohl an der Ostseite als auch an der Westseite wurden die Treppenfassaden mit Reliefs der Delegationen versehen, die dem König Geschenke überbringen. Getrennt werden die zwei Bereiche der Reliefs durch eine Inschrift von Xerxes I. Insgesamt 23 an der Zahl, werden die Geschenkträgerdelegationen abwechselnd von Hofbeamten in "persischer" und "medischer" Tracht zum König geleitet:
Die Hofbeamten - die persischen Hofbeamten sind in traditionellen persischen Gewändern gekleidet. Sie tragen persische, eckige Hüter mit einem langen, gefalteten Gewand und einem Führerstab in der Hand. Zusätzlich tragen sie das persische Kurzschwert "Akinakes" um die Hüfte herum.
I. Meder - von einem Perser angeführt bringen 9 Delegierte Geschenke herbei. Die Meder tragen langärmelige Leibröcke und Hosen, dazu Stiefel und um die Taille einen Gürtel - die traditionelle iranische Reitertracht in der auch die medischen Hofbeamten gekleidet sind, jedoch zusätzlich mit einem Akinakes. Während der Anführer der Meder einen kugeligen Filzhut trägt, haben die weiteren 8 Delegierten einen Baschlik als Kopfbedeckung. Zusätzlich ist am Gürtel des Anführers ein "Akinakes" befestigt. Als Geschenke bringen die Meder einen Krug, zwei Schalen, einen Akinakes und zwei Paar Armreifen, die alle höchstwarscheinlich aus edlen Metallen wie Gold bestanden haben - König Darius selbst nannte die Meder in seiner Bauinschrift in Susa als Goldschmiede. Die letzten drei bringen einen Leibrock, einen Mantel (Kandys genannt) und eine Hose.
II. Elamer - ein Meder führt diese sechsköpfige Delegation herbei. Die Elamer sind in den langen Faltengewändern bekleidet in denen auch die Perser bekleidet sind. Sie tragen einfache Haarbänder und Stiefel mit 6 Schnürungen. Als Geschenke bringen sie zwei Bogen mit entenkopfförmigen Enden, zwei Dolche und eine Löwin mit ihren beiden Jungen.
III. Armenier - drei Delegierte der Armenier werden von einem Perser geleitet. Ähnlich wie die Meder gekleidet, bringen sie ein edles Pferd und eine sehr schöne Amphora herbei.
IV. Parther - aus dem Norden kommen die vier Delegierten der Parther, welche von einem Perser zum König geführt werden. Sie tragen die iranische Reitertracht, der Anführer hat sogar einen Kandys umgehängt. Ihre Köpfe sind ganz von einem Baschlik verhüllt. Als Geschenke bringen sie zwei Schalen, ein zweihöckriges, baktrisches Kamel und ein Löwenfell.
VII. Areier - aus dem Osten um Herat kommend, werden die vier Areier von einem Meder angeführt. Sie tragen einen Baschlik - der jedoch anders ist als der der Meder oder Parther, die iranische Reitertracht mit Hosen die auf Kniehöhe zugebunden sind und über die hohen Stiefel fallen. Sie bringen zwei Schalen, ein zweihöckriges, baktrisches Kamel und ein Löwenfell.
X. Ägypter - dieses Relief ist im oberen Bereich stark beschädigt und zeigt die sechsköpfige Gesandtschaft der Ägypter die von einem Perser geführt werden. Sie trugen die typisch ägyptischen langen Gewänder und gingen Barfuß. Von den Geschenken ist nur noch der mächtige Stier und ein Kleidungsstück zu erkennen.
XIII. Baktrer - die vier Delegierten der Baktrer, welche ähnlich wie die Meder gekleidet waren, werden von einem Meder geleitet. Sie tragen jedoch keine Kopfbedeckung, sondern stattdessen Haarnetze. Sie bringen zwei hohe und zwei tiefe Schalen, dazu ein zweihöckriges, baktrisches Kamel.
XVI. Sagartier - die fünf Delegierten in medischer Kleidung werden von einem Perser geführt. Nur der Anführer der Sagartier trägt den kugeligen Filzhut, die anderen tragen den Baschlik. Sie bringen eine komplette iranische Reitertracht mit Kandys und ein edles Pferd.
V. Babylonier - die sechsköpfige Delegation wird von einem Meder geführt. Sie tragen glockenförmige, nach oben spitz verlaufende Mützen, mit einem lang herabfallenden Zipfel, dazu kurzärmelige Mäntel und flache Schuhe. Als Geschenke bringen sie jeweils vier silberne oder goldene Schalen, einen Umhang und ein Buckelrind.
VIII. Syrer - die Assyrer werden von einem Perser zum König geführt und sind zu siebt angereist. Sie tragen lange Leibröcke mit Gürtel und halbhohe Stiefel. Sie bringen ebenfalls Silber- oder Goldschalen, ein Lammfell, ein Kleidungsstück und zwei Widder.
XI. Skythen (spitzhütigen Saken) - die sechs Skythen werden von einem Meder geführt. Sie sind stellvertretend für alle Skythenvölker, also auch für die "Saken, die Hauma verehren" und den "Saken jenseits des Meeres". Alle Skythen sind mit einem Akinakes ausgerüstet, der Anführer zudem mit einem Gorytos. Als Geschenke bringen sie ein edles Pferd, zwei goldene Armreifen und eine iranische Reitertracht.
XIV. Sattagydier / Gandarer - diese von einem Perser angeführte Delegation besteht aus sechs Gesandten. Sie tragen Stirnbänder und Gewänder mit Umhang. Sie bringen ein Buckelrind, Schilde und Lanzen.
XVII. Sogdier / Chorasmier - von einem Meder geführt, schreitet die fünfköpfige Delegation zum König. Sie tragen Baschliks, die jedoch nach oben einen Buckel haben, Gewänder mit Gürtel und Pluderhosen. Ausgerüstet sind sie alle mit einem Akinakes, der jedoch unter dem Gewand getragen wird. Die Geschenke an den König sind ein Akinakes, goldene Armreifen, Streitäxte und ein edles Pferd.
VI. Lyder - insgesamt sieben Delegierte der Lyder werden von einem Perser angeführt. Die ersten vier tragen faltige Kappen, die beiden anderen sind barhäuptig, dazu lange und gewundene Gewänder. Sie bringen zwei silberne oder goldene kannelierte Amphoren, zwei silberne oder goldene Schalen und Armreifen, und ein Pferdegespann mit Streitwagen.
IX. Kappadokier - die fünf Delegierten der Kappadokier werden von einem Meder geleitet. Sie sind ähnlich wie die Armenier gekleidet, doch tragen sie zusätzlich einen Umhang. Sie bringen ein edles Pferd und eine komplette iranische Reitertracht.
XII. Ionier - die achtköpfige und zweitgrößte Delegation wird von einem Perser angeführt. Sie tragen lange gewundene Gewänder, halbhohe Stiefel und sind barhäuptig. Ihre Geschenke sind sechs quergeriefelte Schalen, Stoffe und Wollknäuel.
XV. Drangianer / Arachosier - die vier Delegierten werden von einem Meder geleitet. Auf dem Kopf tragen sie Stirnbänder, dazu medische Jacken, Pluderhosen und Stiefel. Sie bringen zwei hohe und tiefe Schalen, die schön verziert sind. Dazu ein zweihöckriges Kamel mit einer Glocke, welche um den Hals gebunden ist.
XVIII. Inder - von einem Perser angeführt, schreiten die fünf Delegierten der Inder zum König. Nur der erste trägt ein langes Gewand, die anderen sind nur leicht bekleidet mit einem Lendenschurz, dazu haben sie alle Stirnbänder. Einer der Gesandten trägt eine Stange über den Schultern, an der zwei Körbe herabhängen in denen Gefäße sind - vermutlich beinhalten die Gefäße den berühmten Goldstaub des Industales. Dazu bringen sie ein Maultier und zwei Doppeläxte.
XIX. Thraker - die vier Delegierten der Thraker werden von einem Meder angeführt. Sie sind wie die Skythen gekleidet. Sie bringen ein mächtiges Schild, Lanzen und ein edles Pferd.
XX. Araber - drei Delegierte der Araber werden von einem Perser angeführt. Sie sind mit langen, schulterfreien, faltigen Gewändern und Sandalen bekleidet. Die Araber haben jedoch keine Kopfbedeckung. Sie bringen ein gefaltetes Kleidungsstück und ein einhöckriges arabisches Kamel.
XXI. Karer - von einem Meder wird die vierköpfige Delegation der Karer geleitet. Sie sind mit kurzen, engen und wie bei den Arabern schulterfreien Gewändern bekleidet. Sie bringen ein Schild, eine Lanze und einen Stier.
XXII. Libyer - die drei Libyer werden von einem Perser angeführt. Sie tragen weder Schuhe, noch eine Kopfbedeckung. Ihre Kleidung ist ein hemdartiger Überwurf und Gewand. Sie bringen zwei Lanzen, eine Bergziege und ein Pferdegespann mit Streitwagen.
XXIII. Äthiopier - die drei Delegierten werden von einem Meder angeführt. Sie tragen lange Gewänder und einen um die Schulter geworfenen Schal. Während der letzte Barfuß geht, tragen die ersten beiden Sandalen. Sie bringen ein Elfenbein, ein Gefäß und eine Art Giraffe oder Gnu.

Persepolis - Darius Palast
Darius Palast

Der Darius Palast (Tatschara):

Der wohl besterhaltenste Palast von ganz Persepolis ist der königliche Palast von Darius d. Gr, der auch Tatschara genannt wird. Dieser Palast des Königs diente Darius als Rückzugsort, wo er sich erholen und für sich allein sein konnte. Um die mächtige Wirkung des Apadana nicht zu stören, fiel der Palast des Darius verhältnismäßig klein aus. Vielleicht war jedoch genau dies ein Faktor dafür, dass er bis heute so gut erhalten ist. Viele der steinernen Fenster- und Türrahmen sind noch vollständig und fast vollzählig erhalten. Die Fenster bestehen zumeist aus einem einzigen gewaltigen Stein, mit einer Höhe von 2,65 m, einer Breite von 2,65 m, einer Dicke von 1,70 m und einem Gewicht von ungefähr 18 Tonnen. Die Türen, die noch gewaltiger und größer waren als die Fensterrahmen, hatten ein Gewicht von unglaublichen 75 Tonnen! Der gesamte Palast ist erhöht und liegt 2,20 - 3,00 über dem Niveau des Apadana, mit einer Fläche von 1200 m² bzw. 40 x 30 m. Der Darius Palast war in mehrere Abschnitte unterteilt bzw. besaß mehrere Räume: der Mittelsaal mit zwölf Säulen, die zu je 3 x 4 Säulen aufgestellt sind und welcher mit den rechts und links liegenden Räumen verbunden ist, je 3 an jeder Seite. Zwei kleinere Hallen mit je 2 x 2 Säulen im Norden, die rechte Halle ist mit vier kleineren Nebenzimmern verbunden die rechts und links liegen, der linke mit zwei Nebenzimmern, welche links davon liegen. Im Süden wurde ein Portikus errichtet, dessen Dach von 2 x 4 Säulen getragen wurde und rechts und links ebenfalls kleinere Räume, womöglich Wachstuben, besitzt. (» siehe Grundriß) An der Treppenfront befindet sich eine Inschrift von König Xerxes.

Der Hundert-Säulen-Saal:

Erbaut wurde dieser mächtige Palast von Xerxes I. auf der östlichen Seite von Persepolis zwischen 470 und 450 v. Chr. Vom "Tor der Nationen" durch den östlichen Ausgang gelangt man zur "Straße der Armee", die zum "Unvollendeten Tor" führt.
Persepolis - Hundert-Säulen-Saal
Hundert-Säulen-Saal
Schreitet man nun durch dieses unvollendete Tor in südliche Richtung kommt man zum Vorplatz des Hundert-Säulen-Saales (auch Platz der Armee genannt). Von dort aus gelangt man auch zum Nordportikus und Haupteingang des Hundert-Säulen-Saales. In der Nordwand des Palastes mit dem Portikus, dessen Dach von 2 x 8 Säulen getragen wurde, befinden sich zwei Tore, fünf Fenster und zwei Nischen. Die anderen drei Wände haben zwei Tore, zwei Fenster und neun Nischen. Die Innenseiten der Türrahmen (Tore) sind reich mit Reliefs geschmückt, die nördlichen mit dem König und seiner Armee, die südlichen mit den Thronträgern. Die östlichen und westlichen Türrahmen tragen Reliefs mit dem König im Kampf gegen Ahriman, der den Teufel und das Böse symbolisiert. Das Dach der Halle des Palastes ruhte auf 10 x 10 Säulen, daher auch der Name "Hundert-Säulen-Saal". Die Säulen hatten kannelierte, glockenförmige Basen, Stierkapitelle und waren 14 m hoch. Im Nordportikus standen fast die gleichen Säulen, nur wurden hier Mensch-Stier-Kapitelle verwendet. Im gesamten Palast fand man Spuren eines gewaltigen Feuers.

Der Zentralpalast (Trypilon)

Der Zentralpalast von Persepolis, auch Ratspalast oder Trypilon genannt, ist ein relativ kleiner Palast und liegt, wie der Name schon sagt, in der Mitte von Persepolis. Im südlichen Bereich des östlichen Apadana Hofes liegt einer der Zugänge zum Palast. Über eine doppelläufige Treppe gelangt man zum Nordportikus. Die Treppenfassaden sind reich mit Reliefs der persischen Adligen und Würderträger geschmückt. Der Nordportikus besaß zwei Säulen mit kannelierten Basen und Mensch-Stier-Kapitellen. Die Portikus ist durch ein Tor mit dem Mittelsaal verbunden, in welchem vier Säulen standen. Der Mittelsaal war wiederum durch ein südliches Tor mit dem südlichen Portikus verbunden, die größer war als die im Norden und dessen Dach 6 Säulen stützten - von denen zwei nebeneinander oben und jeweils zwei untereinander unten in größerem Abstand parallel zueinander standen. Über eine Treppe gelangte man zum Vorhof, in welchem südlich ein weiterer Palast steht.

Der Xerxes Palast (Hadisch):

Der Palast von Xerxes I., auch Hadisch genannt, hatte ungefähr die gleichen Aufgaben wie der Palast von König Darius, nur dass der erstgenannte doppelt so groß war. Das Dach der Halle wurde von 36 Säulen getragen, 6 Reihen mit je 6 Säulen. Des Weiteren besaß die Halle, die eine Seitenlänge von 36,5 m hatte, fünf Türen, neunzehn Fenster und vier Nischen. Im Norden des Palastes war die Portikus, dessen Dach von 2 x 6 Säulen getragen wurde und mit zwei Toren mit dem Mittelsaal verbunden war.

Der Harem des König Xerxes:

Der Harem des König Xerxes war der Palast in dem die Königinnen lebten. Der Harem bestand aus einem "L"-förmigen Gebäudekomplex mit mehreren Räumen und kleineren Palästen. Östlich vom Zentralpalast waren mehrere Räume, die wahrscheinlich die Unterkünfte der Diener waren. Südlich davon gab es einen Hof, von dem wiederum südlich ein kleiner Palast mit Portikus stand, welcher 2 x 4 Säulen hatte. In der Palasthalle standen 3 x 4 Säulen, an dessen südlichem Ende man zu einem weiteren rechteckigen Raum gelangte. Der untere Teil des Harems erstreckt sich südlich vom Xerxes Palast und ist in drei Wohnbereiche unterteilt. Diese bestehen aus zwei Reihen zu je 3 Zimmer mit Nebenräumen, in dessen Mitte ein langer Korridor liegt der die Zimmer miteinander verbindet. Heute ist der Harem von König Xerxes zu einem Museum umfunktioniert worden, in dem antike Gegenstände, die in Persepolis gefunden worden sind, ausgestellt sind. Der Harems Palast wurde zum Teil restauriert und neu aufgebaut.

Persepolis - Schatzhaus
Königliche Schatzhaus

Das Schatzhaus:

Das legendäre Schatzhaus von Persepolis wurde von König Darius errichtet und von Xerxes erweitert. In ihm wurden die kostbarsten Schätze des Perserreichs aufbewahrt. Das Schatzhaus lag südlich des Hundert-Säulen-Saales und östlich des Harems. Ursprünglich hatte es eine Ausdehnung von 120 x 60 m, wurde jedoch in mehreren Phasen verändert und erweitert. Das gesamte Schatzhaus ist von einer Doppelwand umgeben, in deren Mitte lange und schmale Räume liegen, die nur vom Inneren des Schatzhauses begehbar sind. Im Zentrum lag eine quadratische Halle, mit 11 x 9 Säulen, im nördlichen Teil ein große, rechteckige Halle mit 5 x 20 Säulen. Rechts neben der Zentralhalle lagen kleinere Räume, einer mit 16 und einer mit 10 Säulen. Im südlichen Teil des Schatzhauses befanden sich weitere, jedoch kleinere Hallen und Wachräume. Der Eingang zum Schatzhaus befand sich in der Ostecke der Nordmauer.

Das Schatzhausrelief (Thronrelief):

Ursprünglich stand das Schatzhausrelief in der Mitte der Osttreppe des Apdana Palastes. Als Xerxes I. den persischen Thron bestieg und nun selbst Großkönig war, konnte er ein Relief auf dem er als Kronprinz abgebildet ist, wahrscheinlich nicht mehr dulden. So ließ er dieses entfernen und ins Schatzhaus bringen, wo es verwahrt werden sollte. Die Tatsache das König Xerxes es nicht zerstören ließ, zeigt, dass es ihm lediglich darum ging als Großkönig gesehen zu werden und nicht Bauten seines Vaters zu zerstören. Dieses Relief, welches auch Thronrelief genannt wird, gehört zu den berühmtesten von Persepolis:
Persepolis - Schatzhausrelief
Das Schatzhausrelief
(Aufzählung von rechts) 1. Zwei Persische Leibwächter des Königs mit Lanzen - 2. Der königliche Waffenträger, mit Gorytos (dem typisch persischen Behälter für Bogen und Pfeile), Akinākes und Streitaxt des Königs - 3. der königliche Kämmerer, mit einem Tuch in der linken Hand - 4. Kronprinz Xerxes I., der auf dem Relief hinter dem König steht, jedoch eher neben ihm zu denken ist. In der linken Hand hält er eine Lotusblüte mit zwei Knospen, die rechte Hand ist nach oben gerichtet - 5. Großkönig Darius I. auf dem persischen Thron sitzend und die Füße auf einer Fußbank, in der rechten Hand das lange königliche Szepter und in der linken Hand eine Lotusblüte mit zwei Knospen (Beide, sowohl König als auch Kronprinz, tragen die typisch persische Königstracht) - 6. Zwei Weihrauchgefäße auf Füßen, die vor dem König stehen und gleichzeitig als Begrenzung zwischen König und Besucher dienen 7. Hofmarschall Farnaka, der mit der Hand vor dem Mund dem König Bericht erstattet - 7. Zwei Persische Leibwächter, einer mit Lanze bewaffnet, der andere mit einem Behälter in der Hand (vermutlich mit der Holzkohle für die Weihrauchgefäße gefüllt) - 8. Außer den Leibwächtern befinden sich alle unter einem großen Baldachin, dessen Dach reich verziert ist. In der Mitte ist das Symbol des geflügelten Ringes zu sehen, auf den rechts und links Löwen hinschreiten. Oberhalb und unterhalb dieser Reihe sind Blumen und verschiedene Muster aufgestickt worden.

Die Arbeiter:

Durch die in Persepolis 1933 und 1934 zahlreich gefundenen Tontäfelchen wissen wir heute, dass es im Persischen Reich und auch beim Bau von Persepolis keine Sklaven gab. Jeder der Arbeiter, egal ob Steinmetz, Schmied, Bauer, Näherin, Hirte usw., wurde entsprechend seiner Tätigkeit entlohnt und versorgt. Dies belegen die Tontäfelchen, auf denen alles penibel festgehalten und dokumentiert wurde, wie z.B.: Essensrationen für die Arbeiter, Vorausbestellungen von zusätzlichem Getreide, Obst, Gemüse und Fleisch für kommende Arbeitergruppen. Ironischer Weise wurden diese Tontäfelchen durch das Feuer, welches von Alexander gelegt worden war, gebrannt und uns dadurch erhalten geblieben.

Persepolis - Königsgrab
Östlich gelegene Königsgrab

Die Königsgräber:

Am westlichen Abhang des Berges "Kuh-e Mehr", östlich der Terrasse von Persepolis, befinden sich zwei riesige Felsengräber der Großkönige. Eines von ihnen liegt im Norden überhalb der Nordost-Ecke der Terrasse, das andere im Süden der Südost-Ecke. Der derzeitige Forschungsstand geht davon aus, dass diese den Großkönigen Artaxerxes II. (404 - 358 v. Chr.) und Artaxerxes III. (358 - 338 v. Chr.) gehörten. In welchem jedoch wer bestattet war, konnte noch nicht ermittelt werden. Südlich von Persepolis ist ein drittes, unvollendetes Felsengrab. Man geht davon aus, dass in diesem Darius III. bestattet werden sollte. Die Felsengräber haben die Form von breiten Kreuzen. Der obere Bereich ist mit einem Relief versehen, in dem der König auf einem dreistufigen Steinblock steht, mit der linken Hand die Nationalwaffe der Perser, den Bogen, hält und die rechte Hand nach oben ausstreckt. In der Mitte erhöht ist das Symbol des Faravahar´s eingemeißelt, daneben wieder auf Höhe des Königs ein Feueraltar, ebenfalls auf einem dreistufigen Steinblock. Rechts und links von ihnen sind seitlich verkleinert 5 Perser und 1 Meder abgebildet, die Adligen im Perserreich. Außerdem finden wir Abbildungen der sechs Erzengel, die im Dienst der Obersten Gottheit Ahura Mazda stehen. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Perser damals zarathustrisch waren. Unter der Szene mit dem König ist das "Thronstützende Volk" abgebildet, die in zwei Reihen untereinander stehen und insgesamt 30 sind. Unter den Völkern ist ein Portikus ähnlicher Eingang, mit vier Säulen und Stierkapitellen, der seitlich von je zwei "Unsterblichen" bewacht wird, der Eliteeinheit des Perserreichs. Leider wurden die Gräber Opfer von Grabräubern, die die verschlossenen Steintüren zerstörten, die Grabschätze plünderten und die Leichname schändeten, was bei der südlicheren Grabstätte deutlich zu sehen ist.

Persepolis, Tacht-e Dschamschid oder Parsa?

Weder Tacht-e Dschamschid noch Persepolis sind die richtigen Namen für die Hauptstadt des Perserreichs ab Darius d. Gr. Von Überlieferungen und Inschriften wissen wir, dass die Perser sowohl ihr Volk, ihr Land, als auch ihre Hauptstadt Pārsā nannten. Persepolis ist ein griechischer Begriff und bedeutet "Stadt der Perser". Tacht-e Dschamschid ist fälschlicherweise dadurch entstanden, dass früher viele Iraner dachten, dass Persepolis der legendäre König Dschamschid errichten ließ. Diese Theorie verbreitete sich jedoch und wird bis heute, auch wenn man es mittlerweile besser weiß, meistens im Persischen verwendet. Fakt ist jedoch, dass sowohl Persepolis als auch Tachte Dschamschid nicht richtig sind. Der richtige Name lautet Pārsā. International und vor allem in wissenschaftlichen bzw. historischen Bereichen hat sich jedoch Persepolis durchgesetzt.

Alexander und die Zerstörung von Persepolis:

Als 330 v. Chr. Alexander von Makedonien den Feldzug gegen Persien startete, begann die Zeit der Furcht und der Gesetzeslosigkeit in Persien. Alexander und seine makedonischen Soldaten mordeten, vergewaltigten, versklavten, plünderten und brandschatzten. Einige westliche Historiker versuchen jedoch mit aller Macht die Barbarei und Unmenschlichkeit Alexanders zu vertuschen oder zu verschleiern. Diese Historiker behaupten, dass Alexander den Brand in Persepolis nicht befahl oder beabsichtigte, doch kann man sich wohl kaum vorstellen, dass Alexander mit einem Heer gegen die Perser in den Krieg zog, welches seine Befehle missachtete. Mit einem solchen Heer hätte Alexander sicherlich nicht das Persische Reich herausfordern können. Bevor Alexander Persepolis erreicht hatte, unterwarf sich der persische Schatzmeister und bot alle Schätze von Persepolis an, in der Hoffnung die Stadt noch retten zu können. Doch er wurde von Alexander abgewiesen. In Persepolis angekommen wurden die Einwohner ermordet oder vergewaltigt und versklavt. Anschließend wurde Persepolis von Alexander eigenhändig in Brand gesteckt! Spuren eines verheerenden Feuers konnten in Persepolis nachgewiesen werden, verbrannte Materialien sind heute im dortigen Museum ausgestellt.


Persepolis zählt seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe.


Bilder von Persepolis (Hauptstadt des Achämenidenreichs)
Persepolis
Persepolis
Persepolis
Persepolis
Tor der Nationen - östliche Seite - linkes Mensch-Stier-Relief - Detail Kopf Süden des Kuh-e Mehr Berges Apadana Ost-Portikus - Relief - Königliche Palasttruppen Apadana Palast
Bildergalerie: Persepolis


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Anhang
Autor: Milad Bagherzadeh | Datum: 01.05.2009, 0:00 Uhr

Quellenangaben:
  • Nirupars
  • Illustrierte Beschreibung von Persepolis - Prof. Dr. A. Shapur Shahbazi
  • Es kündet Dareios der König - Vom Leben im persischen Großreich - Prof. Dr. Heidemarie Koch


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