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Teheran
Teheran

Allgemein

Persisch Tehrān
Provinz Teheran
Koordinaten 35° 42' N, 51° 25' O
Höhe ~ 1200m
über d. Meeresspiegel
Fläche Stadt - 717km²
Metropolregion - 18.814km²
Rangliste 1
Einwohner Stadt: ~8,8 Mio. (2012)
Metropolregion: ~15,1 Mio. (2012)
Rangliste 1
Bevölkerungs-
dichte
ca. 12200 Einw. pro km²
Wahrzeichen Meydan-e Azadi, Bordsch-e Milad
Vorwahl 021
Zeitzone UTC +3:30
Aktuelle
Uhrzeit
13:47 Uhr

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in Bearbeitung

Teheran

Hauptstadt von Persien

Persisch: Tehrān
Weitere Schreibw.: Tehran
Bedeutung: umstritten


Freiheitsturm in Teheran
Freiheitsturm (Azadi) in Teheran


Teheran ist die Hauptstadt Persiens und der gleichnamigen Provinz. Die am Fusse des Damavand Berges liegende Millionenmetropole ist die mit Abstand größte Stadt von Persien und zählt heute mit 8,8 Millionen Einwohnern auch zu den größten Städten der Welt. Die Metropolregion, die beinahe so groß ist wie die Provinz Teheran, kommt auf eine Einwohnerzahl von ca. 15 Millionen.

Des Weiteren ist Teheran aufgrund der starken Zentralisierung Persiens das Industrie-, Handels- und Wissenschaftszentrum des Landes. In Teheran haben die meisten persischen Industriezweige ihren Hauptsitz, wie die Automobil-, Teppich- und Textil-, Elektronik- und Farmerindustrie. Bekannt ist die Stadt auch für die schönen Parkanlagen, Skigebiete und Erholungsorte, sowie die großen Museen, Kunstausstellungen und Palastanlagen aus verschiedenen Dynastien. Die historisch bedeutendsten Orte und Geschehnisse Persiens des 20. Jahrhunderts befanden und ereigneten sich in Teheran. Als Wahrzeichen der Stadt gilt der "Azadi-" bzw. Freiheitsturm und mittlerweile auch der 435m hohe Bordsch-e Milad bzw. Milad-Turm.

Namensgebung

Über die Herkunft und Bedeutung des Namens Tehran, in Deutschland "Teheran" geschrieben, gibt es mehrere Theorien, die alle umstritten sind. Die Theorie von Schindler aus dem Jahre 1896 sieht die Bedeutung des Namens in den zwei Worten Tir-ān, wobei die Bedeutung Tir für "heiße Ebene" in alten Schriften belegt ist. Die Veränderung des Namens führt er auf Ausspracheveränderungen der regionalen Dialekte zurück. Er verglich den Namen mit dem nördlich von Teheran gelegenen Ort Schem-rān, später "Schemirān" geschrieben, dem Wasserreservoir der Gegend. Dabei verwies er auf die beiden Terme vor dem ran. Demzufolge bedeutete Tah-rān "warmer Ort" und Schem-rān "kühler Ort".

Vladimir Minorsky vertrat die Theorie, dass der Name Tehran sich auf die Stadt Ray bezieht und "unter Ray" bedeuten soll. Er sah in Tah das Wort für "Tiefe" eines nördlichen Dialektes, was ebenfalls bewiesen ist, und in rān den Namen der Stadt Ray (Raggān - Rayyān - Rān). Das tah für "Tiefe" vertrat auch der Geograph Yaqut Hamawi in seinen Schriften aus dem 13. Jahrhundert und verweist auf die Tatsache der ersten Besiedler von Teheran, die in Höhlen des Gebirges hausten. Doch wie schon erwähnt sind alle Theorien umstritten und der Ursprung oder die Bedeutung des Stadtnamens ist daher weiterhin ungeklärt.

Gründung und Anfänge

Die älteste Erwähnung von Teheran stammt aus dem Jahre 1108-1116 im Fārs-Nāma von Ebn al-Balchi, in der die "exzellenten Granatäpfel" aus Teheran erwähnt werden. Doch konnte anhand von archäologischen Funden wie Keramikarbeiten die Besiedelung des Gebiets von Teheran um 1200 bis 1000 v. Chr. datiert werden.

Die Lage des ursprünglichen Teherans bot zur Zeit der Ansiedlung keinerlei Vorteile. Zwar lag sie am Fusse des Damavand Berges, dessen höhere Lagen Schnee führten und Schmelzwasser lieferten, doch diese flossen mehrere Kilometer entfernt an Teheran vorbei.
Tupchuneh Platz - Teheran
Tupchuneh Platz - Mitte d. 20. Jhd.
Der 40km westlich liegende Schmelzwasserfluss Karadsch, der wie auch der östliche in einem Gebirgsbecken mündete, versorgte die dort entstandene gleichnamige Stadt. Der Fluss Dschādscherud, der 30km östlich lag, versorgte die Stadt Varāmin. Inmitten dieser beiden Städte lag Ray, ehemals älteste Hauptstadt und heiliges Zentrum des Mederreichs, das von einem Seitenfluss des Dschādscherud mit Wasser versorgt wurde. Nördlich von Ray lag Teheran, dessen Bewohner in Höhlen lebten und stark von den drei Städten abhängig waren. Teheran blieb über Jahrhunderte hinweg eine unbedeutende Siedlung, bis 1220 die Mongolen in Ray einfielen. Die Bewohner von Ray flüchteten nach Teheran, um dort in den Höhlen und unterirdischen Gängen Schutz zu finden. Von der Zerstörung durch die Mongolen, die immer wieder angriffen, erholte sich Ray nicht mehr. Teheran trat daraufhin die Nachfolge an, entwickelte sich jedoch erst unter der Safawidendynastie im 16. Jahrhundert langsam zur Stadt.

Noch vor dem Ansturm der Mongolen reiste Yaqut Hamawi ohne die Stadt wirklich zu kennen und zu wissen was ihn erwartet nach Ray. Dort sammelte er Informationen und Geschichten von seiner Meinung nach vertrauenswürdigen Personen. Seine Aufzeichnungen, auf denen zum größten Teil auch die von Zakariya Mohammad Qazvini beruhen, wobei letzterer noch einiges ergänzte, werden die damaligen Gegebenheiten geschildert. So beschreibt er Teheran als eine Art Marktplatz (qura), oder als "großen Marktplatz" (qariyaton kabiraton), bestehend aus zwölf Bezirken (mahal). Jedem dieser Bezirke saß ein Ältester vor (scheich; laut Qazvini), die sich aufs härteste bekämpften. Dies hatte zur Folge, dass die Einwohner der einzelnen Bezirke es nicht wagten andere Bezirke zu betreten.
Parlament 1956 - Teheran
Das Parlament 1956 (Madschles)
Auch gab es Auseinandersetzungen zwischen der Bevölkerung und den Gouverneuren über die Höhe der Steuerabgaben. Die Gegend von Teheran war demzufolge in dieser Zeit äußerst unsicher und gefährlich, nicht nur für die eigenen Bewohner sondern insbesondere auch für Fremde. Diese Umstände trugen höchstwahrscheinlich maßgeblich dazu bei, dass Teheran lange Zeit nur eine Siedlung oder "große Siedlung" blieb. Die Bewohner waren jedoch laut mehreren Überlieferungen talentierte Gärtner. Die Teheranis bauten neben Obst auch Gemüse an und verkauften oder tauschten sie in Märkten ein, vieles davon auch in Ray.

Nach dem Ansturm der Mongolen, die die Stadt Ray fast völlig zerstörten, blieb Teheran als Siedlung erhalten. Doch die Mongolen hatten Teheran nicht verschont und auch dort mit extremer Brutalität zerstört und gemordet. Ray konnte sich von der Zerstörung nicht erholen, Teheran brauchte noch Jahrhunderte dazu. Hamdollah Mostawfi berichtete 1340 von Teheran als eine "wichtige kleine Stadt", wenn sie auch nicht so viele Einwohner hat, wie sie es vor der Zerstörung hatte. Es ist zu vermuten, dass nach der fast vollständigen Zerstörung von Ray, die Einwohner, die auf der Flucht vor den Mongolen nach Teheran geflüchtet waren, in Teheran auch geblieben waren und sich angesiedelt hatten. Dies führte wahrscheinlich auch dazu, dass Ray immer mehr zerfiel und Teheran, wenn auch langsam, wuchs.

Safawiden-Dynastie

Unter der Herrschaft der Safawiden konnte Teheran zur Stadt heranwachsen. Der safawidische Schah Tahmasp I. (1514-1576) baute in Teheran 1554 einen großen Marktplatz und ließ eine Mauer um sie herum errichten. Bis ins 19. Jahrhundert stand die Mauer und ist auf den frühesten Karten der Stadt noch verzeichnet. Um die Mauer herum war auch ein Wassergraben ausgehoben worden, des Weiteren besaß sie 114 Wachtürme. Es wird vermutet, dass Tahmasp I., der aufgrund der Bedrohung durch die Osmanen seine Residenzstadt von Tabriz nach Qazvin verlegt hatte, dadurch auf Teheran aufmerksam geworden war. Teheran sollte ihm höchstwahrscheinlich als Rückzugsort dienen, sowohl für ihn selbst, als auch für seine Truppen. Der Platz innerhalb der Mauer war viel zu groß, als dass sie nur den Bewohnern zum Schutz dienen sollte. Teheran hatte schätzungsweise 15.000 bis 20.000 Einwohner, innerhalb der Mauern war jedoch Platz für ca. 100.000 Menschen.
Niavaran Palastkomplex - Teheran
Niavaran Palastkomplex
Teheran sollte demzufolge auch einer gewaltigen Armee als sicherer Rückzugsort dienen. Auch die Tatsache, dass ein Vorfahre des Safawidenkönigs, Sayyid Hamz, in Ray begraben lag, war wohl mitunter einer der Gründe wieso der Perserkönig die Stadt mit solch einer Mauer schützen ließ.

Unter Schah Abbas dem Großen (1571-1629) wurden Straßen und Alleen gebaut und erweitert. Doch schenkte er Teheran nicht die gleiche Aufmerksamkeit wie dies zuvor Tahmasp I. getan hatte. Eine Überlieferung besagt, Schah Abbas habe in Teheran soviel Früchte gegessen, dass ihm anschließend Übel geworden sei. Daraufhin habe er der Stadt fortan keine allzu große Aufmerksamkeit mehr geschenkt. Verwunderlich ist jedoch, dass auch unter den Nachfolgern von Abbas dem Großen, keiner mehr allzu große Bautätigkeiten in Teheran veranlasste.

Der aus Schiraz stammende Volksvertreter Karim Chan Zand (ca. 1705-1779) ließ die Stadtmauern von Teheran zum Schutz gegen die Qadscharen verstärken. Karim Chan verlegte die Hauptstadt Persiens, die von Abbas d. Gr. von Qazvin nach Isfahan verlegt worden war, nach Schiraz. Bis zur Machtübernahme der Qadscharen blieb Schiraz die Hauptstadt Persiens.

Qadscharen-Dynastie

Nach dem Tod von Karim Chan Zand konnte sich Agha Mohammad Chan Qadschar aus der Gefangenschaft befreien und die Dynastie der Qadscharen begründen. Mohammad Chan Qadschar ließ den letzten Zand-Prinzen Lotf Ali Chan töten und verlegte die Hauptstadt 1795 von Schiraz nach Teheran. Seitdem blieb Teheran Hauptstadt Persiens und wuchs mit enormer Geschwindigkeit. Um das Jahr 1800 lebten schätzungsweise 15.000 Menschen in Teheran. Unter den Nachfolgern von Mohammad Chan, wie Fath Ali und Naser al-Din Schah, wurden zahlreiche Moscheen, Basare, Paläste, Gärten und Straßen angelegt. 1883 wurde Teheran mit über 100.000 Einwohnern zur größten Stadt Persiens. Die Volkszählung 1891 ergab bereits eine Einwohnerzahl von 160000. Maßgeblich dazu beigetragen hatte auch die starke Landflucht und die verstärkte Zentralisierung des Landes.

Pahlavi-Dynastie

Während der Pahlavi Dynastie wurde die Stadt nochmals vergrößert. Es wurde eine Autobahn gebaut, große Alleen und Straßen, sowie Paläste errichtet, wie der Niavaran Palastkomplex. In Teheran bildete sich eine Klassengesellschaft, in den kühleren Gebieten des Nordens siedelte sich der wohlhabende Teil der Bevölerung an, während im heißen Süden der Stadt die arme Bevölkerung in Slums lebte. Dieses Bild hat sich bis heute nicht verändert.

Einwohnerentwicklung

Anfangs noch als Siedlung mit 15000 Einwohnern, entwickelte sich Teheran ab der Dynastie der Safawiden zur Stadt. Erst durch die Ernennung zur Hauptstadt Persiens wuchs sie zur Großstadt und ist heute die mit Abstand größte Stadt Persiens. Die Millionenmetropole gehört zu den größten und dichtbesiedelsten Städten der Welt.

Teheran
Blick über Teheran
1800: 15.000 (Schätzung)
1870: 85.000 (Schätzung)
1883: 106.482
1891: 160.000
1922: 210.000
1932: 310.139
1939: 540.087
1949: 618.976
1956: 1.512.082
1966: 2.719.730
1976: 4.530.223
1980: 5.443.721
1986: 6.042.584
1991: 6.475.527
1996: 6.758.845
2006: 7.797.520
2012: 8 778 535

Wohnverhältnisse

Die Immobilien in Teheran gehören zu den teuersten des Landes. Besonders die luxuriösen Villen, aber auch Mehrfamilienhäuser oder Appartments sind im Norden der Stadt nur der reichen Bevölkerung vorbehalten. Hervorgerufen durch die enorme Landflucht nach Teheran und die Wohnungs- und Häuserkäufe von Immobilienhändlern und Privatpersonen, die teils nur auf steigende Immobilienpreise spekulierten, trieben die Immobilienpreise in die Höhe. Durch die Immobilienknappheit wuchsen umliegende Dörfer und Siedlungen binnen weniger Jahre zu Großstädten heran, wobei die Infrastruktur meist nicht ausreichend erweitert wurde. So ist das westlich gelegene Karadsch heute zu einer Großstadt von über 3 Millionen Einwohnern herangewachsen und wird als die größte Schlafstadt der Welt bezeichnet. Auch wenn der südliche Teil der Stadt zum Teil erneuert und erweitert wurde, prägt bis heute die Zweiklassengesellschaft das Bild der Millionenmetropole.
Hochhaus - Teheran
Hochhaus in Teheran
So ist das Zentrum der Stadt zugleich auch das Wirtschafts- und Handelszentrum. Im Norden stehen schöne und hochwertige Appartments und Häuser, wobei im Süden zur Dascht-e Kavir Wüste hin die ärmere Bevölkerung lebt.

Verkehr

Die Verkehrssituation in Teheran ist stark überlastet und die Kapazitäten der städtischen Metro und der Linienbusse reichen nicht aus um Abhilfe zu schaffen. Insgesamt verkehren ca. 5000 Linienbusse und 30000 Taxis, die Metro verfügt über 3 Linien, weitere sind in Planung. Kilometerlange Staus sind in der Hauptstadt keine Seltenheit und gehören zum Alltag von Teheran. Hinzu kommen die Abgase der älteren Fahrzeuge und der Industrie, die zu starken Luftverschmutzungen führen. Der Smog der sich über die Stadt legt ist besonders in den Sommermonaten oft sogar sichtbar. Gut ausgebaut sind die innerstädtischen und mehrspurigen Autobahnen und Schnellstraßen die sich durch die ganze Stadt ziehen. Teheran verfügt über zwei Flughäfen, den südlich von Teheran gelegenen Internationalen Flughafen und den westlich gelegenen Flughafen Mehrabad. Am Hauptbahnhof von Teheran verkehren stündlich Busse in alle größeren Städte Persiens, auch Überlandbusse stehen zur Verfügung.

Wirtschaft

Durch die starke Zentralisierung Persiens ist Teheran das Wirtschafts- und Industriezentrum des Landes. Fast alle großen Firmen haben ihre Hauptgeschäftsstellen in Teheran oder werden von dort aus verwaltet. 65 Prozent aller Industrieerzeugnisse werden in Teheran produziert, besonders stark vertreten ist die Automobil-, Stahl- und Aluminium-, sowie Elektronik- und Computerindustrie. Auch die National Iranian Oil Company wird von Teheran aus verwaltet und geführt. Des Weiteren werden Zement, Textilwaren, Zucker und Chemieprodukte hergestellt.

Teheran verfügt über das beste Netz von Ärzten, Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen. Aufgrund der besseren Arbeitsverhältnisse, Arbeitsplatzangebote, Aufstiegsmöglichkeiten und Lohnverhältnisse ist sie das Zentrum der Medizin. Auch die Pharmaindustrie und die wichtigsten Forschungseinrichtungen sind in der Metropole angesiedelt.

Weiteres wichtiges Handelszentrum ist der Große Basar von Teheran. Er ist mit fast 10 Kilometern Länge und über 10000 Geschäften der größte überdachte Basar der Welt. Alle traditionellen Handwerke sind dort anzutreffen, von Teppichgeschäften, Antiquitäten- und Souvenirläden, Geschäfte mit Silber und Kupferarbeiten, bis hin zu Lebensmitteln, orientalischen Gewürzen und Kräutern. So wie alle Basare in Persien ist auch der Große Basar von Teheran ein Hüter des traditionellen Handwerks und der persichen Kultur und Tradition.

Geographie

Teheran liegt im Süden des Elburz Gebirges und des Kaspischen Meeres. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von über 700 Qudratkilometer, die Metropolregion fast 19000 Quadratkilometer. Nördlich von Teheran, ca. 65km nördöstlich, erhebt sich der 5671m hohe Damavand, der größte Berg Persiens. Durch die geopraphische Lage der Stadt ergeben sich große Höhenunterschiede. So liegt der Norden der Stadt bei etwa 1700 Metern über dem Meeresspiegel, wohingegen der Süden bei ca. 1000 Metern liegt und das Stadtzentrum bei etwa 1200 Metern. Fast keine Straße oder Alle ist eben, die zum Teil massiven Höhenunterschiede sind in der ganzen Stadt sichtbar.

Die gesamte Region von Teheran ist stark erdbebengefährdet. In der Geschichte von Teheran kam es zu zahlreichen schweren Erdbeben bei denen meist hohe Todesopfer zu beklagen waren. Grund dafür sind die Verschiebungen der Indischen, Australischen und Arabischen mit der Eurasischen Kontinentalplatte. Mehrmals im Jahr kommt es daher zu leichten Erdbeben. In Teheran kommt es nach Berechnungen von Seismologen im Durchschnitt alle 150 Jahre zu schweren Beben.
Satellitenbild von Teheran
Satellitenbild von Teheran
Da das letzte Erbeben von der Stärke 7,0 Punkten auf der Richterskala sich am 18. März 1830 ereignete, ist Teheran, den Angaben der Seismologen folgend, überfällig und daher stark erdbebengefährdet.

Erbeben in Teheran
(Jahr / Stärke nach Richterskala)
743 7,2
855 7,1
958 7,7
1177 7,2
1383 7,0
1665 6,5
1815 7,1
27. März 1830 7,0

Klima

Der nördliche Teil der Stadt wird aufgrund der kühleren Temperaturen von der reichen Bevölkerungsschicht bewohnt und gehört zu den teuersten und luxuriösesten Wohnvierteln in ganz Persien. Die südlichen Stadtbezirke, die an die Dascht-e Kavir Wüste grenzen, sind besonders im Sommer hohen Temperaturen ausgesetzt. So steigt das Termometer im Süden der Stadt in den Sommermonaten leicht über 30° C, im Norden ist es jedoch um mehrere Grad kühler. Im Winter ist in den nördlichen Stadtteilen Schnee keine Seltenheit.

Sport und Freizeit

Fußball
In Teheran sind zwei der erfolgreichsten Fußballvereine des Landes beheimatet, Persepolis und Esteqlal. Persepolis ist der Rekordmeister und größte Sportverein des Landes und gilt nach Angaben der Asian Football Confederation als Verein mit den meisten Anhängern in Asien. Besonders die Fußballspiele gegen den Erzrivalen Esteqlal (Unabhängigkeit) ziehen Hunderttausende im ganzen Land hinter den Fernseher oder ins Stadion.

In Teheran steht auch das größte Stadion Persiens, das Azadi-Stadion, auch bekannt als Aryamehr. Es wurde 1974 für die ersten Asienspiele erbaut und bietet etwa 100.000 Menschen Platz. Damit ist es nicht nur das größte Stadion Persiens, sondern auch das größte im Mittleren Osten und viertgrößte der Welt. Das Azadi Stadion ist Austragungsort für Spiele der persischen Nationalmannschaft und der nationalen Vereine Persepolis und Esteqlal in der Persian Gulf Cup, der höchsten persischen Fußballliga.

Skigebiete
Dank der hohen Gebirge des Elburz sind bis zu 8 Monate im Jahr Skigebiete nördlich von Teheren geöffnet. Zu den beliebtesten Skigebieten gehört das Totschal, das auf einer Höhe von über 3730 Metern liegt und damit das vierthöchste Skigebiet der Welt ist. Weitere sind Dizin und Schemschak, auf einer Höhe von 3600 Metern bzw. 3050 Metern.

Parks
Durch die hohe Bevölkerungszahl und der ungeeigneten geographischen Lage besitzt Teheran für seine Größe keine ausreichenden Grün- und Parkanlagen. Trotzdem existieren ca. 800 überwiegend kleinere Parks und einige größere, wie der Park-e Schahr, Park-e Laleh, Park-e Dschamschidieh und Park-e Mellat. Besonders die großen Parks sind im ganzen Land einzigartig, die Architektur mit einer Mischung aus Moderne und Tradition ist sehr beliebt. Zwar besitzt Teheran in Relation zur Einwohnerzahl zu wenige Parkanlagen, doch die meisten aller Städte Persiens. In den letzten Jahren wurden immer mehr Grün- und Parkanlagen erbaut.

Wahrzeichen

Bordsch-e Milad - Teheran
Bordsch-e Milad
Das klassische Wahrzeichen der Stadt ist der 1971 von Schah Mohammad Reza errichtete Azadi-Turm, auch bekannt als Schahyad-Turm. Der 45 Meter hohe Turm im Stadtgebiet Tarascht gehört zu den berühmtesten Bauwerken Teherans und wurde anlässlich der 2500-Jahrfeier der persischen Monarchie erbaut. Seine Fassade wurde mit über 25.000 weißen aus Esfahan stammenden Marmorplatten bedeckt. Der "Freiheitsturm" (Azadi) gehört zum Azadi-Komplex, das ein Museum und eine Aussichtsplattform besitzt und inmitten des 50.000 Quadratmeter großen Azadi-Platzes steht.

Aufgrund seiner beeindruckenden Höhe von 435 Metern hat sich auch in jüngster Zeit der Milad-Turm als zweites Wahrzeichen der Stadt durchgesetzt. Der 2008 eröffnete Fernsehturm ist das höchste Gebäude Persiens und der vierthöchste Turm der Welt. Des Weiteren besitzt der Bordsch-e Milad mit einer Fläche von 12.000 Quadrametern den größten Turmkorb und mit dem auf 276 Metern hoch gelegenen Restaurant das größte "Turm"-Restaurant der Welt.

Städtepartnerschaften

China: Peking
England: London
Indien: Neu Delhi
Kanada: Toronto, Vancouver
Kuba: Havanna
Philippinen: Manila
Russland: Moskau
Süd-Afrika: Pretoria
Süd-Korea: Seoul
Syrien: Damaskus
Türkei: Istanbul
Venezuela: Caracas
Vereinigte Arabische Emirate: Dubai
Vereinigte Staaten: Los Angeles, New York City
Weißrussland: Minsk


Bilder von Teheran
Teheran
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Teheran
Teheran Stadt - Blick vom Bordsch-e Milad Stein-Wasserfall Park in Teheran Teheran Stadt - Blick vom Bordsch-e Milad Altes Gebäude aus der Schahzeit
Bildergalerie: Teheran


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Anhang
Autor: Milad Bagherzadeh | Datum: 02.02.2012, 20:19 Uhr

Quellenangaben:


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