Be Nāme Ahurā Mazdā - Goftāre Nik, Pendāre Nik, Kerdāre Nik
Nirupars
Nirupars - Bilder aus Persien

Naqsch-e Radschab

Sassanidische Reliefs

Persisch: Naqsch-e Radschab
Weitere Schreibw.: Naqsh-e Rajab, Naqshe Rajab, Naghshe Rajab
Weitere Bzgn.: Naqsch-e Qahraman (Tafel der Helden)
Bedeutung: Tafel des Radschab


Naqsch-e Radschab
König Schapur I. mit Adligen


In Naqsch-e Radschab, oder auch Naqsch-e Qahraman, befinden sich vier Reliefs aus der frühen Zeit der Sassaniden-Dynastie und liegt etwa 3 Kilometer nördlich von Persepolis. Zu sehen sind die sassanidischen Könige Ardaschir I. der Große und Schapur I. und der zarathustrische Priester Kartir.

Das älteste Relief stammt von Ardaschir I. dem Großen, dem Begründer der Sassaniden-Dynastie in Persien, und wurde höchstwahrscheinlich auch während seiner Regierungszeit von 224 bis 240 angefertigt. Auf der linken Seite steht Ardaschir, ihm gegenüber der Gott Ahura Mazda der ihm den Ring der Macht übergibt. Hinter Ardaschir stehen zwei weitere Personen die Gestiken des Respekts zeigen, vermutlich waren sie enge Vertraute oder wichtige Beamte im Perserreich. Hinter Ahura Mazda stehen ebenfalls zwei Personen, die rechte der beiden war vermutlich die Königin und Gemahlin Ardaschirs, die linke eine noble Dame.

Ardaschir I. und Ahura Mazda - Naqsch-e Radschab
Ardaschir I. d. Gr. und Ahura Mazda
Zwischen Ardaschir und Ahura Mazda stehen ebenfalls zwei Personen, die jedoch wesentlich kleiner abgebildet sind als dies bei den anderen Figuren der Fall ist. Es wird vermutet, dass es sich bei der linken Person um Ardaschirs Sohn Schapur I. handelt, der hier als kleiner Junge abgebildet ist. Die rechte Person konnte nicht identifiziert werden.

Das zweite Relief in Naqsch-e Radschab stammt von Ardaschirs Thronfolger und Sohn Schapur I. Es zeigt Schapur auf dem Pferd und ihm gegenüber Ahura Mazda, der ebenfalls auf dem Pferd sitzt. Ahura Mazda übergibt Schapur I. den Ring der Macht. Ein fast identisches Relief existiert von Ardaschir I. in Naqsch-e Rostam.

Das dritte Relief zeigt ebenfalls Schapur I., reitend und gefolgt von insgesamt neun Personen. Bis auf Kronprinz Hormizd I., der unmittelbar hinter Schapur steht, konnte keiner der weiteren acht Personen identifiziert werden. Inklusive Hormizd stehen vier Adlige neben Schapur, die anderen fünf hinter ihm. Drei sind deutlich und mit kompletten Körper abgebildet. Sie tragen die typisch sassanidischen Hüte und sind jeweils mit Schwerter bewaffnet. Die zwei weiteren sind nur noch zur Hälfte abgebildet. Auffällig ist, dass bei jedem das Gesicht zerstört wurde, besonders bei Schapur. Da keine Kampfhandlungen zu sehen sind und auch keine besiegten Gegner, wie bei seinem Relief in Naqsch-e Rostam, ist anzunehmen, dass dieses Relief noch vor 244 fertiggestellt wurde, dem Jahr in dem Schapur den Sieg über den römischen Kaiser Gordian III. feierte.

Das letzte unter der Herrschaft von Bahram II. (276-293) angebrachte Relief zeigt den zarathustrischen Oberpriester Kartir. Dieses Relief ist die besterhaltenste Abbildung von Kartir, der den Zarathustrismus als Staatsreligion durchsetzen konnte und danach zu den mächtigsten Personen im Perserreich gehörte. Rechts neben ihm befindet sich eine Inschrift von Kartir, in der er seine Verdienste im Sassanidenreich aufzählt.



Bilder von Naqsch-e Radschab
Naqsch-e Radschab
Naqsch-e Radschab
Naqsch-e Radschab
Naqsch-e Radschab
Relief - Schapur I. und Ahura Mazda Schapur I. und Ahura Mazda Naqsch-e Radschab Schapur I. und dessen Gefolgschaft
Bildergalerie: Naqsch-e Radschab


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Anhang
Autor: Milad Bagherzadeh | Datum: 28.05.2009, 0:00 Uhr

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