Be Nāme Ahurā Mazdā - Goftāre Nik, Pendāre Nik, Kerdāre Nik
Nirupars
Nirupars - Bilder aus Persien

Faravahar

Symbol des Zarathustrismus

Persisch: Farāwahar, Foruhar
Weitere Bzgn.: Forouhar, Farvahar
Bedeutung: -


Faravahar
Das heilige Symbol des Faravahar


Das Symbol des Faravahars ist das Symbol des Zarathustrismus und gehört zu den berühmtesten Symbolen in Persien. Der "geflügelte Mann" ist mindestens 2500 Jahre alt und auf zahlreichen Reliefs in Persepolis abgebildet, da es zu der Zeit und auch noch einige Jahrhunderte später als Zeichen der Staatsreligion in Persien diente. Woher das Symbol des Faravahars ursprünglich stammt, wann und von wem genau es erfunden worden ist, kann bis heute nicht zweifelsfrei gesagt werden. Doch schon zu Zeiten der Achämeniden, besonders ab Darius dem Großen (522 - 485 v. Chr.), galt das Symbol als offizielles Zeichen für die Religion des Zarathustrismus, was sich bis heute nicht geändert hat.

Um das Faravahar-Symbol zu verstehen, muss man die verschiedenen Bestandteile betrachten, die alle eine eigene, aber auch zusammenhängende Bedeutung haben:


Der Kopf und Körper
Der Kopf und der Körper des Faravahars sollen bewusst einen Menschen darstellen, der von den verschiedenen Einflüssen und dem Ziel, das er erreichen soll, umgeben ist. Der Mensch wird als alter und weiser Mann dargestellt, was die Reifheit und Weisheit eines jeden Menschen symbolisieren soll und zugleich das Bestreben und das Ziel eines jeden Gläubigen sein sollte. Der Mensch steht dabei jedoch für beide Geschlechter und auch der Bart ist lediglich als Darstellungsform für Reifheit und Weisheit zu sehen, nicht als Geschlechterspezifikation.

Die rechte Hand
Die nach oben zeigende rechte Hand soll das stetige Streben des Menschen nach dem rechten und guten Weg symbolisieren. Sie zeigt bewusst nach oben in Richtung Himmel zu Ahura Mazda (Weiser Herr, Gott), dessen Nähe die Gläubigen suchen und dessen Weg sie wählen sollen.

Die linke Hand
Der Ring in der linken Hand des Menschen steht für das Versprechen an Ahura Mazda immer den rechten Weg zu gehen. Das Versprechen ist zeitlos bzw. unendlich, genauso wie die Kreisbahn des Ringes.

Die Flügel
Die Flügel bestehen aus jeweils drei Flügelreihen, die für die Grundregeln des Zarathustrismus stehen: Gut Reden, Gut Denken und Gut Handeln. Jeder Gläubige der sich diese drei Fähigkeiten aneignet, erlangt die Fähigkeit zu "fliegen" und somit den Himmel, sprich Ahura Mazda, zu erreichen; der Mensch kommt in den Himmel.

Relief in Persepolis - Faravahar
Faravahar in Persepolis (ca. 500 v. Chr.)
Der Schwanzflügel
Er steht symbolhaft für das Gegenteil der Flügel und ist nach unten gerichtet. Genau wie bei den Flügeln, besteht auch dieser aus drei Flügelreihen, die aber für das genaue Gegenteil stehen: Schlecht Reden, Schlecht Denken und Schlecht Handeln. Diese schlechten Eigenschaften sind eine Last für den Menschen die es zu überwinden gilt, denn sie können den Menschen nach unten ziehen und ihn daran hindern Ahura Mazda zu erreichen.

Die Beine
Auch hier sind wieder sowohl das Gute als auch das Böse abgebildet. Das rechte, nach vorne gerichtete Bein steht für den guten Geist (Spenta Mainyu) in jedem Menschen, während das hintere linke Bein für den Bösen Geist (Angro Mainyu) steht. Diese beiden entgegenwirkenden Kräfte sind Symbole für den ständigen Kampf von Gut und Böse auf der Welt. Es gilt hierbei dem Guten nach vorne zu folgen und das Böse hinter sich zu lassen.

Der Kreis
Der Kreis in der Mitte des Faravahars verbindet das Gute mit dem Bösen, die Flügel mit dem Schwanzflügel. Der Kreis soll dabei für die Seele des Menschen stehen und zeigen, dass sie sowohl Gutes als auch Böses in sich trägt und beide miteinander verbunden sind. Es wird auch deutlich, dass man vom Guten zum Bösen und vom Bösen zum Guten wechseln kann und dabei die Entscheidung allein beim Menschen selbst liegt. Die Seele des Menschen ist mit beiden Kräften verbunden und es obliegt ihm selbst zu welcher Seite er sich hingezogen fühlt bzw. er sich entscheidet.


Die Vorstellungen des Propheten Zarathustra vom Guten und Bösen hoben sich von den damaligen Vorstellungen sehr ab. Es gibt nur einen einzigen Gott: Ahura Mazda. Des Weiteren ist der Mensch für seine Taten selbst verantwortlich und nur er selbst kann sich Ahura Mazda bzw. dem Guten nähern oder sich von ihm abwenden. Das Leben ist ein ständiger Kampf zwischen Gut und Böse und beide Kräfte sind permanent anwesend. Es sei das Ziel eines jeden Menschen sich vom Bösen abzuwenden und den rechten und guten Weg zu gehen, um Reifheit und Weisheit zu erlangen und sich damit Ahura Mazda zu nähern.



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Anhang
Autor: Milad Bagherzadeh | Datum: 19.05.2009, 0:00 Uhr

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