Be Nāme Ahurā Mazdā - Goftāre Nik, Pendāre Nik, Kerdāre Nik
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Amescha Spenta

Die heiligen Unsterblichen

Persisch: Ameschā Spentā
Mittelpersisch (Pahlavi): Ameschāspand
Bedeutung: Heilige (spenta) Unsterbliche (amescha)


Spenta Mainyu - Heilige Geist
Spenta Mainyu - Heilige Geist


Die Amescha Spentas sind die sechs heiligen Unsterblichen, die die göttlichen Eigenschaften Ahura Mazdas (Gott) repräsentieren. Die heiligen Unsterblichen sind mit dem Heiligen Geist, den Gott in sich trägt bzw. Gott selbst ist, verschmolzen und bilden als Ganzes Ahura Mazda. Mit ihnen bestreitet Gott den Kampf gegen Ahriman (Angra Mainyu, Böse Geist) und seine Dämonen. In der Avesta spricht Zarathustra direkt die sechs göttlichen Tugenden an, die sie deshalb als eigenständige personifizierte Eigenschaften wirken lassen. Dadurch begünstigt und aufgrund vieler Gesänge (Gebete) bzw. Lobpreisungen der Unsterblichen, wandelten diese im Laufe der Zeit ihre Gestalt, von göttlichen Tugenden und quasi Bestandteile Ahura Mazdas zu fast schon eigenen Gottheiten. Heute werden sie oft auch als die sechs heiligen Erzengel bezeichnet.

Viele zarathustrische Gelehrte lehnen diese Sicht jedoch ab, da sie mit der altavestischen Lehre von Zarathustra nicht vereinbar ist und die Personifikation der Unsterblichen erst im Laufe der Jahrhunderte zustande kam. Daher sollten die Amescha Spentas auch nicht als eigenständige engelhafte Wesen gesehen werden, sondern nur als göttliche Eigenschaften, in gewisser Weise eine leicht personifizierte Beschreibung von Ahura Mazdas Charakter. Die Amesha Spentas nehmen nach Zarathustra eine besonders wichtige Rolle ein, da sie sowohl Wegbegleiter und Beschützer, als auch die erstrebenswerten Ziele der Menschen sein sollen, eben weil sie göttliche Eigenschaften repräsentieren. Da Ahura Mazda sowohl das männliche als auch weibliche Wesen in sich trägt, sind auch die sechs heiligen Unsterblichen in drei männliche und drei weibliche aufgeteilt. Nach Zarathustras Lehre ist Gott weder zur Gänze männlich noch weiblich, sondern beides im gleichem Maße.

Die Namen der sechs heiligen Unsterblichen finden sich neben der zarathustrischen Lehre auch im persischen Kalender wieder, wo sie bis heute für sechs Monatsnamen verwendet werden.

Die heiligen Unsterblichen


Ascha Wahischtā
Ardwahischt [Pahlavi / Mittelpersisch], Ordibehescht [Neupersisch]

Ascha Wahischta - Feuer Der erste Amescha Spenta ist Ascha Wahischta, der Ahura Mazda am nächsten steht und die ewige und unendliche Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit repräsentiert. Ascha ist der Grundpfeiler der zarathustrischen Lehre und nimmt eine ganz besondere und hervorgehobene Position ein. Dabei ist Ascha Wahischta mehr als nur eine Eigenschaft Ahura Mazdas. Er steht dabei für den gesamten göttlichen Plan im Universum, den Willen oder das schlussendliche Ziel Ahura Mazdas, Ahriman zu besiegen und das Reich der ewigen und unendlichen Wahrheit, Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit zu errichten. Ascha ist ein männlicher Amescha Spenta und ist in der materiellen Welt das Element Feuer. Dies ist insofern interessant, da das Feuer das einzigste Element ist, welches nicht verschmutzt werden kann, genauso wie die einzige Wahrheit nie vernichtet werden kann, sie existiert immer, ob in der materiellen oder geistigen Welt. Wenn man sich nach zarathustrischem Glauben auf dem Pfad Ascha Wahischtas bewegt, ist das Feuer bzw. Ascha in der Lage, jedes Böse und Unheil zu vernichten. Das Licht das Ascha und die damit verbundene Wahrhaftigkeit ausstrahlt, erhellt und erwärmt die Seele des Menschen und führt ihn direkt zu Ahura Mazda. Ascha Wahischta wird als sonnenhaft und wunderschön bezeichnet, er ist essentiell für die Erschaffung des Lebens und der Ordnung des Universums. Im Neupersischen als Ordibehescht bezeichnet, ist dies der Name des zweiten Monats im Jahr.

Wohu Manah
Wahman [Pahlavi / Mittelpersisch], Bahman [Neupersisch]

Wohu Manah - Tiere Wohu Manah, oder auch Wohu Mano oder Wohuman genannt, steht für die "Guten Gedanken" oder den "Guten Willen". Ihm wird eine wichtige Rolle zuteil, denn es sind die guten Gedanken eines Menschen, die ihn zu Ascha Wahischta führen und ihm dabei helfen, den Ascha-Pfad zu finden, der ihn zu Ahura Mazda führt. Die guten Gedanken und der gute Wille sind die treibende Kraft für gute Taten und gute Worte. Nur mit ihnen ist es möglich auf dem Ascha-Pfad zu bleiben und nicht vom Weg abzukommen. Die guten Gedanken bestehen aus der Liebe, die Liebe zu Ahura Mazda und zu allen Menschen und Lebewesen, zur Natur und allem von Gott erschaffenem. Wohu Manah ist ein männlicher Amescha Spenta und ist in der materiellen Welt der Hüter der Tierwelt. Um diese göttliche Eigenschaft zu ehren, sollte auch Tieren Respekt und Liebe entgegengebracht werden. Kein Tier sollte nur als Sache oder Nahrung betrachtet, ein übermäßiger Fleischverzehr vermieden werden. Im Neupersischen als Bahman bezeichnet, ist dies der Name des elften Monats im Jahr.

Chschathra Wairya
Schahrewar [Pahlavi / Mittelpersisch], Schahriwar [Neupersisch]

Chschathra Wairya - Tiere Der Amescha Spenta Chschathra Wairya repräsentiert die göttliche Macht, Stärke, Überlegenheit und Souveränität. Er ist es, der den Menschen auf dem Pfad zu Ahura Mazda Kraft gibt und ihnen in schwierigen Lebensituationen beisteht. Dabei kann jeder Mensch mit seiner Rechtschaffenheit und Wahrhaftigkeit, wenn er sich demzufolge auf dem Ascha-Pfad befindet, diese göttliche Macht und Stärke erlangen, um im Kampf gegen Ahriman und dem Bösen zu bestehen. Chschathra Wairya darf dabei nicht als kriegerische Eigenschaft verstanden werden, da es die göttliche Macht und Stärke repräsentiert, die jedoch auch für Zurückhaltung, Überlegtheit und Selbstbeherrschung steht, die ebenfalls innere Stärke bedürfen. Die innere Macht und Stärke zu besitzen, um dem Bösen und Unrechtem wiederstehen zu können, Schwächere vor Stärkeren, das Gute vor dem Bösen zu schützen und weiter den Pfad des Guten zu wählen. Chschathra Wairya ist ein männlicher Amescha Spenta und ist in der materiellen Welt der Hüter der Metalle und Mineralien. Im Neupersischen als Schahriwar bezeichnet, ist dies der Name des sechsten Monats im Jahr.

Spentā Ārmaiti
Spendārmad [Pahlavi / Mittelpersisch], Espand (Esfand) [Neupersisch]

Spenta Armaiti - Erde Spenta Armaiti ist eine sehr wichtige Amescha Spenta, denn sie steht für die "Heilige Hingabe und Zuwendung" zu Ahura Mazda. Sie repräsentiert dabei die ewige Gefolgschaft und Zustimmung der menschlichen Seele zu Ahura Mazda zu gehören. Spenta Armaiti ist es, die dem Geist den ewigen Frieden bringt, sowohl in der erdlichen, materiellen Welt, als auch in der spirituellen, geistigen Welt. Spenta Armaiti geht dabei Hand in Hand mit Ascha Wahischta, die beide essentiell für den unendlichen Frieden und den Sieg des Guten sind. Durch die heilige Hingabe und der Zuwendung des Menschen an Ahura Mazda, dem ewigen Versprechen Gott zu folgen, erlangt der Geist die innere Ruhe und den göttlichen Frieden. Sie ist der ständige Begleiter eines Menschen, eine weibliche Amescha Spenta und in der materiellen Welt die Hüterin der Erde. Um sie zu respektieren, gehört es im zarathustrischen Glauben zu den Grundgeboten, die Erde, die unser Heim ist, zu respektieren, zu schützen und nicht zu verschmutzen. Im Neupersischen als Esfand (Espand) bezeichnet, ist dies der Name des zwölften Monats im Jahr.

Haurvatāt
Hordād [Pahlavi / Mittelpersisch], Chordād [Neupersisch]

Haurwatat - Wasser Haurvatat ist die Amescha Spenta der unendlichen Vollkommenheit, Ganzheit und Gesundheit. Sie symbolisiert die göttliche und unendliche Perfektion Ahura Mazdas und die Verschmelzung und Einheit der materiellen und spirituellen Welt zu einem Ganzen. Haurwatat steht für die physische und psychische, der körperlichen und geistigen Gesundheit, die ein Zarathustrier auf dem Weg des Aschas erlangt. Sie reinigt den Körper und Geist und schützt dadurch vor Krankheit und Schmutz, die ein Werk Ahrimans sind. Haurwatat ist eine weibliche Amescha Spenta und repräsentiert das Wasser und die damit verbundene reinigende Wirkung. Durch die Kraft des Wassers kann sie alles Übel, jede Krankheit, jeden Schmutz und das Böse an sich hinvortschwemmen. Dies ist jedoch nicht nur auf die materielle Welt beschränkt, sondern nur symbolhaft für diese göttliche Eigenschaft. Haurwatats reinigende Wirkung bezieht sich genauso auf den Geist des Menschen, der durch den Glauben und die Liebe zu Ahura Mazda seine Seele reinigt und vom Bösen befreit. In der zarathustrischen Tradition wird sie als die Zwillingsschwester von Ameretat bezeichnet, da Haurwatat für die unendliche Vollkommenheit und Gesundheit steht, die zur Unsterblichkeit führen, die durch Ameretat repräsentiert wird. Im Neupersischen als Chordad bezeichnet, ist dies der Name des dritten Monats im Jahr.

Ameretāt
Amurdād [Pahlavi / Mittelpersisch], Mordād [Neupersisch]

Ameretat - Natur Ameretat verkörpert die göttliche Unsterblichkeit, die schlussendlich den Tod besiegt, das ein Werk Ahrimans ist. Sie und Haurvatat sind eng miteinander verbunden und symbolisieren den ewigen Zustand nach dem Sieg des Guten über das Böse, die absolute Vollkommenheit, Gesundheit und Unsterblichkeit. Ameretat symbolisiert die Unvergänglichkeit Ahura Mazdas, die göttliche Fähigkeit sich über den Tod hinwegzusetzen und immer zu existieren. Da dieser Zustand während des Kampfes zwischen Gut und Böse nur auf die spirituelle und geistige Welt beschränkt ist, wird sie sich nach dem Sieg Ahura Mazdas über Ahriman auch auf die materielle und erdliche Welt ausbreiten. Ameretat ist eine weibliche Amescha Spenta und repräsentiert die Natur in Form der Pflanzen und Bäume, sowie deren heilende Wirkung. Auch ist sie die Herrin der physikalischen Gesetze des Universums. Die Natur zu schützen, nicht auszubeuten oder zu verschmutzen gehört für jeden Zarathustrier zu den höchsten Geboten. Nur so kann Ameretat und der Natur der nötige Respekt erwiesen werden. Die heilende Wirkung in den Pflanzen und Bäumen sollte geschätzt werden. Im Neupersischen als Mordad bezeichnet, ist dies der Name des fünften Monats im Jahr.



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Autor: Milad Bagherzadeh | Datum: 24.02.2011, 22:21 Uhr

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