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Nirupars - Bilder aus Persien
Persischer Golf
Persischer Golf

Allgemein

Persisch Darjā-e Pārs, Schāchāb-e Pārs
Angrenzende Gewässer Straße von Hormuz
Angrenzende Provinzen Chuzistan, Buschehr, Hormozgan
Koordinaten 24°-30° 30' N, 48°-56° 30' O
Tiefste Stelle ~ 100 m
Durchschnittstiefe 35 m
Länge ~ 1000 m
Breite 200 - 350 m
Fläche ~ 250.000 km²
Salzgehalt 4%

Medien

Bildergalerie vom Persischen Golf

Persischer Golf

Der Golf von Persien

Persisch: Darjā-e Pārs, Schāchāb-e Pārs

Persischer Golf
Persischer Golf und Straße von Hormuz


Der Persische Golf ist eine Meeresbucht im Südwesten Asiens, zwischen dem Iranischen Hochland und der arabischen Halbinsel mit einer Länge von ungefähr 1000 km, einer Breite von 200 bis 350 km und einer Fläche von ca. 250.000 km². Die wichtigsten Häfen Persiens liegen am Persischen Golf und stellen über die Straße von Hormuz die Verbindung zu den Weltmeeren dar.

Geographie und Lage

Der Persische Golf liegt im Süden von Persien und bildet die längste Küstenlinie des Landes. Im Westen mündet der Arwand Rud in den Persischen Golf (Persisch für Arwand Fluss, welcher aus dem Zusammenfluss von Karun, Euphrat und Tigris entsteht), im Osten und die einzigste Verbindung zum Meer liegt die Straße von Hormuz. Der Persische Golf ist ein relativ flaches Gewässer, mit einer Durchschnittstiefe von nur 35 m und der maximalen Tiefe von 100 m. Durch den mangelnden Zufluss und der schmalen Straße des Hormuz, die einen ausreichenden Wasseraustausch mit dem Indischen Ozean verhindert, sowie einer hohen Verdunstungsrate, liegt der Salzgehalt des Persischen Golfes bei 4%.

Während des letzten glazialen Maximums vor ca. 70.000 bis 17.000 Jahren, als der Meeresspiegel um 120 m tiefer lag, bestand der Persische Golf aus einem flachen Tal, in dem der Zusammenfluss von Karun, Euphrat und Tigris zur Straße von Hormuz flossen. Erst mit der Flandrischen Transgression vor ca. 17.000 Jahren begann der Wasserspiegel anzusteigen und erreichte vor ca. 7.000 Jahren die heutigen Verhältnisse. Die Küstenregion im Nordwesten des Persischen Golfes lag jedoch zu dieser Zeit ca. 250 km weiter im Landesinneren und bestand größtenteils aus einem Schwemmland. Karun, Euphrat und Tigris mündeten als eigentständige Flüsse in den Persischen Golf. Durch Veränderungen der Landschaft zog sich das Wasser immer mehr zurück. Der Zusammenfluss von Karun, Euphrat und Tigris ließen den Arwand Rud entstehen.

Angrenzende Staaten des Persischen Golfes sind (im Uhrzeigersinn von Norden beginnend): Persien, Oman (Musandam), Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Bahrain, Kuwait und der Irak. Da die gesamte nördliche Küste des Persischen Golfes persisches Staatsgebiet ist, besitzt Persien die mit Abstand längste Küste. Danach folgen Saudi-Arabien, die Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Kuwait, Oman, Bahrain und der Irak.

Inseln

Im Persischen Golf gibt es einige Inseln, von denen die meisten eine wichtige Rolle einnehmen. Die Insel Chārk ist mit seiner Nähe zu Ölfeldern und den dafür errichteten Ölterminals wichtig für die Ölindustrie Persiens. Die beliebtesten und meist besuchtesten Inseln sind Qeschm und Kisch, da beide Freihandelszonen sind und mittlerweile zahlreiche Hotels und Geschäfte errichtet wurden. Besonders Kisch gilt als Touristeninsel. Zum Bezirk von Abu Musa, das zur Provinz Hormozgan gehört, gehören die Inseln Gap Sabzu, wie die Insel Abu Musa von den Persern genannt wird, Tonb-e Kutschak, Tonb-e Bozorg, Farur-e Kutschak, Farur-e Bozorg und Siri. Qeschm ist zudem mit einer Fläche von 1500 km² die größte Insel des Persischen Golfes und Persiens.


Wirtschaftliche Bedeutung

Da alle Anrainerstaaten Ölförderländer sind, gehört der Persische Golf zu den wirtschaftlich, politisch und strategisch wichtigsten Gewässer der Welt. Nach Angaben der United States Energy Information Administration passieren täglich 16 - 17 Millionen Barrel Rohöl (ca. 2,5 - 2,7 Milliarden Liter) die Straße von Hormuz. Dies sind 40% des weltweit auf Wasser transportierten Rohöls und 20% des weltweiten Erdölhandels. Des Weiteren besitzen Persien und Katar nach Russland die zweit- und drittgrößten Erdgasreserven der Welt. Der Persische Golf ist für die Anrainerstaaten von größter wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung, da die Wirtschaft der Länder immer noch größtenteils vom Export des Erdöls abhängig ist.

Der wichtigste Hafen Persiens ist Bandar Abbas, über den mehr als 70% der Importe aus dem Persischen Golf verladen werden. Bandar Abbas ist zudem das Hauptquartier der persischen Marine.

Etymologie und Namensstreit

Der Persische Golf wird seit jeher als Persischer Golf bezeichnet. Seit dem Aufkommen des arabischen Nationalismus Mitte des 20. Jahrhunderts versuchen jedoch die arabischen Staaten den Namen Arabischer Golf durchzusetzen, jedoch mit geringem Erfolg, der sich auf die arabischen Staaten begrenzt. Dies führte schon mehrfach zu politischen Spannungen zwischen den arabischen Staaten und Persien. Es ist jedoch historisch belegt, dass es fast kein Gewässer weltweit gibt, das über einen so langen Zeitraum von mehreren tausend Jahren unter Geologen, Archäologen, Kartografen, Historikern, Politikern und Gelehrten eine so kontinuierliche Bezeichnung trägt. Der englische Bevollmächtigte der Stadt Bagdad von 1918 bis 1920 Sir Arnold Wilson sagte diesbezüglich:

No water channel has been so significant as Persian Gulf to the geologists, archaeologists, geographers, merchants, politicians, excursionists, and scholars whether in past or in present. This water channel which separates the Iran Plateau from the Arabia Plate, has enjoyed an Iranian Identity since at least 2200 years ago.

Die Aussage, dass kein anderes Gewässer so signifikant unter Geologen, Archäologen, Geografen, Kaufmännern, Politikern und Gelehrten mit dem gleichen Namen bezeichnet wurde, wie das beim Persischen Golf der Fall war und ist, zeigt die historische Wichtigkeit und Legitimität dieses Namens. Von den Bemühungen der arabischen Staaten distanziert sich angeblich nur Kuwait. Der Gesandte Kuwaits Madschdi Ahmad Ibrahim az-Zafiri erklärte im Februar 2010, dass der Name des Persischen Golfes aufgrund der historischen Benennung nicht mehr verändert werden könne.

Auch die Vereinten Nationen mussten sich schon des Öfteren mit dem Namensstreit befassen. Das Sekretariat der Vereinten Nationen hat mehrmals erklärt, dass nur die Bezeichnung "Persischer Golf" zulässig sei. Die Konferenz der Vereinten Nationen zur Standardisierung geographischer Namen vom 27. August bis September 2002 in Berlin erklärte den Namen Arabischer Golf als fehlerhaft. Dies begründen die Vereinten Nationen dadurch, dass Persien (Iran) die längste Küste am Persischen Golf besitzt. Des Weiteren es mit 70 Millionen Einwohnern der größte Anrainerstaat ist. Doch den wichtigsten Grund nennen sie aufgrund der Tatsache, dass über die Jahrtausende hinweg stets der Name Persischer Golf verwendet wurde. Von 6.000 existierenden historischen Karten die bis 1890 veröffentlicht wurden, werden nur bei "drei Karten" andere Namen verwendet, alle anderen verwendeten den Namen Persischer Golf. Die Expertengruppe sieht keinen Grund den Namen zu ändern, da fast 6.000 historische Karten, über 200 historische Bücher von Herodot bis in die Neuzeit den Namen Persischer Golf verwendeten. Selbst die historischen Karten und Bücher arabischer Gelehrter verwendeten ausschließlich den Namen Persischer Golf. Bericht der Expertengruppe der Vereinten Nationen vom 4. April 2006.

Mittlerweile ist es in Persien ausländischen Firmen und Organisationen verboten andere Namen als Persischer Golf zu benutzen. Insbesondere Fluggesellschaften sind aufgefordert worden, den richtigen Namen zu verwenden. Bezeichnungen wie Arabischer Golf, Arabo-Persischer Golf oder auch nur "Der Golf" führen zur Sperrung des Luftraums, Landeverboten und zur Ausweisung der betroffenen Fluglinien und des Personals. Auch Unternehmen und Organisationen sind darauf hingewiesen worden. 2004 führte eine Karte von National Geographic, die für den Persischen Golf nur die Bezeichnung Arabischer Golf trug, zu internationalen Protesten von Persern und der Regierung, die daraufhin die Herausgabe und Veröffentlichung verbot und alle Mitarbeiter von National Geographic die Einreise verweigerte oder sie des Landes verwies. Am 30. Dezember 2004 nahm National Geographic seine Entscheidung zurück und korrigierte die Atlanten. Auch die Bezeichnung "Der Golf" führt zu einer geschlossenen Ablehnung innerhalb der persischen Gemeinschaft. Argumentiert wird hierbei, dass z.B. der Pazifische Ozean auch nicht plötzlich zum "Der Ozean" umbenannt wird.

International werden den Bestrebungen der arabischen Staaten jedoch kaum Beachtung entgegengebracht. Sowohl die Vereinten Nationen und die Mitglieder, als auch die meisten Organisationen und Unternehmen weltweit verwenden weiterhin den Namen Persischer Golf.


Bilder vom Persischen Golf
Persischer Golf
Persischer Golf
Persischer Golf
Persischer Golf
Persischer Golf von der Raumstation aus - NASA Karte des Persischen Golfs von 1578 des Ptolemy Geographia Atlases Persischer Golf - NASA - 2003 Karte der Vereinten Nationen (UN)
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Anhang
Autor: Milad Bagherzadeh | Datum: 24.10.2010, 0:00 Uhr

Quellenangaben:


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