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Der Weise hat im Glanz des Weins
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Hafez
Divan-e Hafez
Band 1
Übersetzt von: Joseph von Hammer-Purgstall, 1812
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Der Weise hat im Glanz des Weins
Verborgenes erkannt,
Denn es wird Jedermanns Natur
Durch diese Perl´ erkannt.
Den Werth der Rose hat allein
Die Nachtigall erkannt;
Nicht jeder, der ein Blättchen liest,
Hat auch den Sinn erkannt.
Die beiden Welten bracht´ ich dar
Dem vielerfahrnen Herz;
Es hat nur deiner Liebe Werth,
Den Rest für nichts erkannt.
Die Rose und den Wein verkehrt
Durchs Anschaun in Rubin, 1
Wer nur den wahren Werth des Hauchs
Der Seligkeit erkannt.
Vorbei ist nun die falsche Schaam
Vom Angesicht des Volks,
Seit dem mich im Verborgenen
Der Wächter hat erkannt. 2
Du der vom Buche der Vernunft
Die Liebe lernen willst,
Ich fürchte, du hast diesen Punkt
Nicht wie du sollst erkannt.
Bring´ Wein! denn mit der Rose prahlt
Kein Mensch auf dieser Welt,
Der die Verwüstungen des Winds
Im Herbste hat erkannt.
Der Schöne meynte: daß für jetzt
Nicht Zeit zur Ruhe sey;
Deßhalb hat er dem armen Geist,
Verläng´rung zuerkannt. 3
Hafis hat diese Perlenschnur
So die Natur ihm gab,
Für unläugbare Wirkungen
Der Held Assafs erkannt. 4
1 Der wahre Glaube bewegt Berge,
wer den Werth überirdischer Dinge erkennt, kann durch
bloßes Anschauen Rosen und Steine in Rubinen verwandeln.
2 Was
brauche ich mich noch vor den Leuten zu schämen, seitdem
mich der Wächter im Verborgenen ertappt hat.
3 Mein
Geliebter hat mich auf die Hoffnung des Genusses
angewiesen.
4 Assaf,
der Weise Salomons, worunter hier der Wesir Hadschi
Kawameddin Hafisens Mäcen verstanden wird.
Der Blick seiner Huld verwandelt Staub in Perlen, wie
durch Elixier der Chemiker Thon in Gold.
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