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Immer bin ich betrunken
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Hafez
Divan-e Hafez
Band 1
Übersetzt von: Joseph von Hammer-Purgstall, 1812
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Immer bin ich betrunken
Vom Hauche deiner krausen Locken,
Immer bin ich verstöret
Vom Blicke deines Zauberauges.
Nach so vieler bestandner
Geduld, o Herr! kann ich nicht einstens
Auf der Brauen Altare
Verbrennen meines Auges Kerze!
Sorgsam halt´ ich in Ehren
Den schwarzen Apfel meines Auges,
Weil er gleichsam ein Abdruck
Vom schwarzen Maal ist, für die Seele.
Wenn du wünschest, auf einmal
Das ew´ge Leben uns zu zeigen,
O so sage dem Ostwind:
Daß er den Wangenschleier lüfte.
Wenn du wünschest, auf einmal
Die Welt entkörpert ganz zu schauen,
Lös´ die Locken, es hangen
An jedem Härchen tausend Seelen
Beide, ich und der Ostwind,
Sind ein Paar verwirrter Thoren;
Ich vom Zauber des Auges,
Und er von dem Geruch des Haares.
Hoher Geist ward Hafisen!
Von dieser Welt , und von der andern
Springet nichts ihm ins Aug´, als
Der Staub der Schwelle deiner Thüre. 1
1 Bewunderst du nicht Hafisens
hohen und großmütigen Sinn, der sich von den Gütern
dieser und jener Welt nichts, als den Staub deiner
Thürschwelle verlangt?
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