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Der Schah der Schlankgewachs´nen
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Hafez
Divan-e Hafez
Band 2
Übersetzt von: Joseph von Hammer-Purgstall, 1812
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Der Schah der Schlankgewachs´nen,
Der Herr Süßmundichter,
Der mit den Wimpern alle Herzen schlaget,
Vorüber gieng er trunken,
Warf einen Blick auf mich,
Und sprach: du Aug´ und Lampe Süßberedter.
Wie lang von Gold und Silber
Bleibt noch dein Beutel leer?
Sey du mein Sklav und laß die Silbergötzen;
Gering wie Sonnenstäubchen,
Verlier´ nicht Lieb´ und Lust,
Daß zu der Sonne auf du kreisend steigest.
Die Welt ist keine Stütze,
Du hast ein Glas voll Wein.
O bring´s schönstirnichten und zarten Schönen.
Es sprach´s der alte Trinker.
(Dafür ergeh´s ihm wohl.)
Er sprach: o hütet euch vor Bundesbrechern.
Ich sprach zum Wind des Ostens:
Auf tulpenreicher Flur,
Von welchem Märtyrer sind die blut´gen Leichentücher.
Er sprach: Hafis uns beiden
Hat man es nicht vertraut;
Erzähl´ vom Weinrubin, vom Silberkinne.
Ergreif´ den Saum des Freunds,
Sey unbesorgt um Feinde,
Sey Gottes Mann und fürchte nicht den Teufel.
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