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Küssen will ich, trinken will ich Wein auf Wein
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Hafez
Divan-e Hafez
Band 2
Übersetzt von: Joseph von Hammer-Purgstall, 1812
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Küssen will ich, trinken will ich Wein auf Wein,
Besser ist´s als ständ ich an des Lebens Quell.
Keinem kann ich das Geheimniß anvertrau´n,
Keinen kann ich in der Nähe von ihm schau´n.
Seine Lippen küß´ ich, Blut enttrauft dem Glas.
Seine Wangen seh´ ich, Rosen schämen sich.
Wenn des Gartens Vogel singt: Huhu, Huhu!
Gieb das Gold nicht aus der Hand, Hihi, Hihi!
Gieb o Schenke seines Mund´s Rubinen Wein.
Nimmer läßt die Seele ihres Körpers Form,
Wenn das Blut des Glases in den Adern fließt.
Aus der Wüste zog die Rose auf die Flur,
Thu´ Verzicht wie Rosen auf die Einsamkeit.
Gieb das Glas voll Wein, gedenk´ nicht an Dschemschid,
Ach! wo ist jetzt Dschem und Keikawus!
Mondgesicht, mein Sänger schlag´ die Laute, schlag´,
Daß wir uns erheben im Tumult der Lust!
Eine Zeitlang halt´ die Zunge, o Hafis!
Hör´, was spricht das zungenlose Rohr.
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