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Unter meiner Armuth seufz´ ich
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Hafez
Divan-e Hafez
Band 2
Übersetzt von: Joseph von Hammer-Purgstall, 1812
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Unter meiner
Armuth seufz´ ich,
Schäme mich vor den Gewalt´gen
Haltet mich in Lockenbanden,
Sonst ergreifet mich die Narrheit.
Frag´ mich um den Lauf der Welten
In der Nacht zähl´ ich die Sterne,
Dankbar küße ich den Becher
Denn er lehrte mich mein Schicksal.
Dankbar bin ich meinem Arme,
Der kein Unrecht ausgeübet,
Wenn ich die Betrunknen lobe,
Ist´s aus dankbarem Gemüthe,
Du hebst mich nicht auf vom Staube,
Wenn ich auch blos Perlen weinte.
Schmähe nicht auf meinen Blutdurst 1
Denn ich lehre Moschushirschen.
Trunken ist der Kopf Hafisens
Doch er hofft auf deine Güte.
1 Tadle mich nicht, daß ich so
blutdurstig bin, denn ich lehre die tartarischen Moschusthiere, wie sie
Blut in den köstlichsten der Wohlgerüche verkehren sollen; so verwandeln
sich auch die Bluttropfen meines Herzens in Verse, die wie Moschus
lieblichen Duft hauchen.
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