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Was man vom Paradies erzählt
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Hafez
Divan-e Hafez
Band 2
Übersetzt von: Joseph von Hammer-Purgstall, 1812
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Was man vom Paradies erzählt,
Ist eine Fabel deines Gaues,
Was von Huris man uns erzählt, 1
Das gilt von deinen Wangen.
Des Herren Jesus Wunderhauch
Geht aus von deinen Lippen,
Und deines Mundes Welle ist 2
Das Lebenswasser Chisers. 3
Ein jedes Stück von meinem Herz
Ist eine Gramgeschichte,
Und jede Zeile deines Sinns
Ist auch ein Vers im Himmel. 4
Wie würde von der Rose wohl
Der geist´ge Kreis gewürzet,
Wenn sie getreu zu bleiben dir
Sich vorgesetzt nicht hätte.
Ich bin verbrennet aus Begier
Nach meines Freundes Staube,
Erinnre dich, o Morgenwind,
Daß du uns nicht beschützest.
Erscheint mir in der Hölle Gluth
Der Zauber deines Bildes,
Ich werde über Höllengluth,
O Schenke, drum nicht klagen.
Des angebrannten Herzens Duft
Ist überall verbreitet,
Es wirket meines Innern Brand
Daher nach allen Seiten.
O Herz, umsonst verlorest du
Die Wissenschaft, das Leben.
Ein großes Kapital war dein,
Doch warst du nicht zufrieden.
Errathest du Hafisens Wunsch,
Wenn Er dir spricht von Leiden,
Von dir ist´s eine Schmeichelei,
Vom Kaiser ist es Gnade.
1 Die ganze Sage von der
Schönheit der Huris ist ein bloßer Kommentar
deiner Schönheit.
2 Die
Wellenlinie des Mundes.
3 Der
Mund ist der Quell des Lebens, den Chiser, wie
bekannt, im Lande der Finsterniß hütet.
4 Ein
Vers vom Worte Gottes, von Ewigkeit her erschaffen, wie
die Verse des Korans.
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