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Wiewohl mir eine Locke
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Hafez
Divan-e Hafez
Band 2
Übersetzt von: Joseph von Hammer-Purgstall, 1812
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Wiewohl mir eine Locke
Vom Haar ist zugefallen,
So öffn´ ich doch die Augen
Nach neuer Huld und Gnade.
O glaube nicht, daß froher Sinn
Mir so die Wangen röthet,
Es ist das Blut des Herzens,
Das außen wiederscheinet.
Es wird des Sängers Weise
Mich selber nie entziehen.
O weh! wenn diese Weise
Mir nicht erlaubet würde.
Ich bin durch ganze Nächte
Des Herzharemes Wächter,
Nur ihrem Bild erlaub´ ichs,
Den Schleier durchzuschlüpfen.
Sie hat durch Zaubereien
Das Schicksal eingeschläfert,
O sag´ dem Ost, o sag´ ihm,
Daß er mich doch erwecke.
Ich bin der süsse Sänger,
Der durch des Wortes Zauber,
Vom Rohr´ der Feder Zucker
Und reinen Kandel träufet.
Ich trat mit großer Hoffnung
Den Weg an in die Wüste,
O Führer meines Herzens,
Laß mich hier nicht zurücke.
Da ich im Zug des Windes
Nicht sehen kann die Freundinn,
Wem soll ich´s sagen daß er
Der Freundinn etwas sage.
Hafis, so sprach sie gestern,
Ist voll von Träumereien,
Ich sprach, ich kenne nichts als
Den Staub von deiner Thüre.
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