


Handel der Liebe
Wer in der Welt mit Recht sich rühmet Der guten und der feinen Sitte, Sitzt, über Liebesschmerzen klagend, Voll Sehnsucht in des Winkels Mitte. Ich bin als Handelsherr des Grames Ins Land der Liebe eingefallen, Von dorten bracht' ich Kummer mit, Unendlichen, in ganzen Ballen. Ich habe Nichts dabey gewonnen, Und kann aufhören nicht zu lieben; In diesem Thale des Erstaunens Bin eitel ich zurück geblieben. Es ist ein Löwe der Liebe, Der mich als Schmetterling gefangen; Wie sollen Söhne der Begierde Zu Kraft und Stärke je gelangen? Der Liebe Schenke gab den Becher Des Grams mir in die Hand und sagte: Gib Acht! Weh dem, der Blut des Herzens Aus selbem zu vergießen wagte. O Schelm der Welt, in deinen Händen Wird die Liebkosung mir zum Wehe! Die Schönheit, welche Seelen schmelzet, Verderbt mich ohne Rettung, wehe! Nicht einen Augenblick, nicht einen, Ich Ruhe und Bestand je sehe! O wehe dieser Schmeicheleien! Der Zwisterweckenden, o wehe! |