


Liebesangedenken
Für die Saaten meiner Liebe, Die in voller Reife steh'n, Hab' ich in des Festes Neumond Auch die Sichel schon gesehn. Schätze von Geduld und Ruhe Ich auf ihren Pfad hingab, Denn das Paar der Schelmenaugen Nahm dem Zoll des Weges ab. In der Trunkenheit erlangt' ich Einen einz'gen Kuß von ihr; Dieses nahm sie mir sehr übel Und entfernte sich von mir. Fortgegangen ist die Freundinn, Und es folget ihr der Blick, Gleich als wenn die Seel entfliehet, Und der Leib nur bleibt zurück. Jedes meiner Haare triefet, Feucht von Thränen und von Schweiß; Denn ich muß statt ihr mich schämen, Wenn ich, daß sie nahet, weiß. Meiner Seele Faden riß ich Wie am Sterbetag entzwey, Band ihn dann an ihren Finger, Daß gedenk sie meiner sey. |