


Thun des Liebenden
Mein ganzes Thun ist Weheklagen Die ganze liebe Zeit! Es wird, indem ich wein' und heule, Die Leidenschaft erneu't. Es haben meine tausend Klagen Zur Liebe Lust gegeben; Es gibt die Ros', im Hain entblühet, Dem Frühling neues Leben. O leerer Schwätzer! sagt' ich gestern Im Hain' zur Nachtigall, Du hast nun lang genug geruhet, Nun singe neuen Schall. Der Schall von meinem Schrey'n und Klagen So schrecklich niederfällt, Daß Lebende und Todte glauben Es sey das End' der Welt. Wenn Nebenbuhler mit dem Freunde Allein im Haine gehen, Erhalt ich leere Complimente Wenn sie mich kommen sehen. Kein Wunder ist's, wenn ich verlasse Mit Schmerz den Rosenhain, Ich seh des Brandmaals Nebenbuhler In weißer Rosen Schein. |