Be Nāme Ahurā Mazdā - Goftāre Nik, Pendāre Nik, Kerdāre Nik
Nirupars
Nirupars - Bilder aus Persien

Der Ring



Maani Maani

Juwelenschnüre


Granaten - Liebeserklärungen

Übersetzt von:
Joseph von Hammer-Purgstall, 1822





Sage, warum verleihst du den Liebenden Hulden und Gunst nicht,
Da der Schöpfer Dir Schönheit verliehen und Huld?

Heiterer Sinn und frohes Gemüth geziemt sich den Schönen,
Wie sich Seufzer und Klag' immer den Liebenden ziemt.

Reis' ich zur Freundinn, so mach' ich zwey Tagreisen in einer,
Denn ein jeglicher Schritt dünket zu ihr mir ein Jahr.

Weil der Körper zu eng für die Liebe, zerriß ich den Busen,
Nicht aus Ungeduld riß ich den Kragen entzwey.

Zwar läßt Sie (wie ich hör') an Härt' und tyrannischem Sinn nach,
Ohne Glücksgestirn nützt es Verliebten nicht viel.

Zeiten des Kummers sind fort; es kam die Bothschaft der Freunde,
Und den Hermelin trägt statt des Zobels das Glück.

Dank! o Dank dem Ring, der mir die Seele geschmeidig,
Der von mir zu ihr mittelnd die Kunde gebracht.

Zwar wollt ich den Brief Anfangs als Vermittler gebrauchen,
Aber Kiel und Papier faßten die Worte nicht auf.

Wein und Löw' und Pferd und Lanz und Kamehl und der Degen.
Haben, wie ihr wißt, jedes der Nahmen gar viel;

Doch unzählig sind die Nahmen der Einz'gen Geliebten,
Sind unendlich, wie wechselnde Formen der Welt.