Be Nāme Ahurā Mazdā - Goftāre Nik, Pendāre Nik, Kerdāre Nik
Nirupars
Nirupars - Bilder aus Persien

Die Nebenbuhler



Maani Maani

Juwelenschnüre


Granaten - Liebeserklärungen

Übersetzt von:
Joseph von Hammer-Purgstall, 1822





Um meine Nebenbuhler von dem Haus zu treiben,
Muß ich die Nacht am Thor im Bivonac* verbleiben;

Die Nebenbuhler fliehen alle weit von mir,
So flieh'n das Schlangenkraut, die Münze, Schlangen schier;

Sie hielten gestern mit einander Kampfeslager,
Mit Hörnern stoßend sich als wahre Hörnertrager;

Wer mich beym Fest des Freundes sieht wird krank vor Schmerz,
Besonders fall' ich Nebenbuhlern auf das Herz;

Sie wünschen dann Arzney für ihre Herzenswunde,
Die Prügel sind fürwahr denselben sehr gesunde;

Der Nebenbuhler schoß auf mich den gift'gen Blick,
Es blieb davon in meinem Aug ein Fleck zurück;

Es sprach ein Arzt: Das beste Mittel es zu heilen
Ist siedend Bley dem Aug des Feindes zuzutheilen;

Beym Fest des Freund's beträgt er sich gleich einem Hund,
Er schnalzet um mich zu vertreiben mit dem Mund;

Den Nebenbuhler sah ich gestern bey dem Freunde,
Ich warf ihm einen Stein zum Kopfe daß er weinte;

Ich wurde ausgescholten, denn das Sprichwort sagt:
Es wird getadelt von der Welt, wer Hunde schlagt.

Der Nebenbuhler kommt gleich Doggen voll von Tücken,
Es ist der Hunde Art, zu packen bey dem Rücken;

Er folget der Geliebten als ein schäb'ger Hund,
Befleckend Feind und Freund mit dem unreinen Mund;

Verliebte zittern wo die Nebenbuhler stehen,
Selbst Männer zittern ja, wenn sie Dämonen sehen;

Wenn ich den Nebenbuhler seh' als Diw bey der Peri,
Schwellt mir die Lippe auf als wär geborsten sie;

Und schauet die Peri denselben beym Gelage,
Befallet Grimmen sie in dieser schlimmen Lage;

Wie grüne Wespen ward der Nebenbuhler grün,
Und senkte seinen Stachel summend her und hin;

Noch gestern schlief der Freund bey mir im Rosenhaine,
Als Alp erschien der Nebenbuhler beym Vereine;

Ich sah denselben feurig roth aus Haß und Neid,
Sein Körper war gehüllet in des Rothlaufs Kleid;

Er ward geprügelt in dem Haus von meinem Leben,
Wie man die Dachse schlägt, daß sie das Fett abgeben;

Wo Worte nichts ausgeben, geben Schläge aus,
Das Sprichwort sagt: der schwarze Esel bleibt beym Haus.

Er ward so dick und fett von Schlägen bey den Festen,
Gleich jenen Fischen die man schlägt um sie zu mästen.

Wie viel du hast von Schönheit und von guter Art,
So viel dem Feind an Häßlichkeit verliehen ward.

Es wurde der Genuß der Freundinn mir versauert,
Durch diesen Esel, der, so ihr als mir auflauert.

Laß dich mit mir in trauliche Gespräche ein,
Die Feinde sollen all' aus Neid verstöret seyn!

Selbst bittres Wort von dir kann Todten Leben geben,
Verliebten raubt des Feinds Angesicht das Leben.

Wenn das Geschrey ertönt vom Nebenbuhlerstreit,
Die ganze Welt darob mit O! und Ha! sich freut.

Als ich mit Feinden mich begab zu seinem Pfade,
Sah er mich nach der Seite an aus hoher Gnade.

Von Nebenbuhlern litt ich harte Tyranney,
Wie Gläubige in der Ungläub'gen Sclaverey.

Ich sah den Nebenbuhler gestern bey den Schönen
Wie einen Miethgaul, den die Buben reitend höhnen.

Er saß verstörten Sinns bey diesem Rosenfest,
Wie aufgefahrne Blase auf der Hand sitzt fest.

Ich schaute keinen Ort bey dir für die Verliebten,
Wo Nebenbuhler nur das klare Aug mir trübten.

Für andre hattest du nur Huld und gutes Wort.
Mir gabst du nur ein Wort, und gingst sogleich dann fort.

Denn andren knöpftest du den Knopf auf vom Kaftane,
Bey mir nur fiel's dir schwer zu öffnen Talismane.

Ich sah den Feind der gestern bey dem Freunde stand,
Und, suchend nach dem Herz, verlor ich den Verstand.


* Perwak, d.i. Beywache oder Nachtwache, heißt ganz dasselbe, wie das aus dem Deutschen genommene Bivonac.