


Der Morgenwind
Des Morgens kommt vom Gaue der Geliebten Ein süßes Wehen in den Lüften, Die Bäume, Berge, Wüsten, Hain und Thal, Von dem Geruch der Aloe düften. Wenn Morgens bey dem Gaue der Geliebten Vorübergeht der Wind aus Osten, Bringt er in dem Geruche ihrer Locken Der kranken Seele Kund' und Posten. Gehst du vorüber an dem Gaue der Geliebten, O Morgenwind! wollst sachte gehen! Sonst, wenn du ihrer Locken Bau zerstörest, Erwecket sie vom Schlaf dein Wehen. Gehst du vorbey beym Gaue der Geliebten, O Morgenwind! sollst du mir sagen, Wie in der Locken Banden sich befindet Mein armes Herz, vom Gram zerschlagen. Der Ostwind weht vom Gaue der Geliebten, Er hat mir ein Geschenk gegeben, Er gab mir in dem Duft der Moschuslocken Verjüngte Kraft und neues Leben. Für Kunde von dem Gaue der Geliebten Hab' ich ihm ein Geschenk gegeben, Ich gab ihm für die Kunde vom Genusse Als Bothenlohn der Seele Leben. Für seinen Gang zum Gaue der Geliebten, Was soll ich noch den Wind belohnen? Dem es gegönnet ist, von ihr besoldet, In einem Haus mit ihr zu wohnen. |