


Der Gram der Liebe
Es schlug der Himmel mich so sehr mit Gram, Daß ich zerbrochen bin aus Lieb zu Mädeln. Es ist mein Leib ganz ausgezehrt von Gram, Du kannst mich in ein Nadelöhr einfädeln. Es däucht mir lang die finstre Nacht voll Gram, Weil Hoffnung des Genusses noch geblieben. Ich wachte Nächte durch voll Sehnsuchtsgram, Noch keine Feder hat den Schmerz beschrieben. Es hat so sehr durchdrungen mich der Gram, Daß Süßes, Bittres, ich nicht kann erkennen. Was ich gewesen gab ich hin aus Gram, Und keinen Helfer weiß ich mehr zu nennen. Mit bloßem Kopf und Fuß ergriff mich Gram, Dem Fuß ist Schuh, dem Kopf ist Turban fremde. Wie lang noch stürmet ein auf mich der Gram, Daß ich zerreiß' aus Ungeduld das Hemde! O Herz! es nahm dich ein mit Sturm der Gram, Und aller Rath und Rettung ist verloren. Unmöglich kann ich trennen mich vom Gram, Wir sind als Zwillinge mitsam geboren. Mich hat vom Kopf zum Fuß das Maal des Grams, Wie einen Strauch mit Rosen, ganz bedecket. Sie zürnet mir, weil ich ihr sprach vom Gram, Was seyn soll muß auch seyn, Nichts bleibt verstecket. Im Herzen hat sich offenbart der Gram, Doch Hoffnung des Genusses ist verschwunden. Es kennt nur Gott allein den Sehnsuchtsgram, Der brennt in Morgen und in Abendstunden. |