


Grausamkeit der Geliebten
In dem Dienste des Grams steh' ich beym Schahe der Liebe, Und vom Schönheitsschatz zahlet die Löhnung er mir. Ohne Weiser des Wegs, und ohne Zeiger der Meilen, Geht in dem Thale des Grams zu dem Verderben das Herz. Viel erfuhr ich der Härten, und nie genoß ich der Güte, Nie ward mir das Glück sie zu umarmen nach Lust. Mein Gebein hat sie wie Mehl zermalmet durch Härte, Ihre Hand hat sich meiner als Mühle bedient. Voll ist mein Inneres ganz von mannigfaltigen Schmerzen, Wie vieltheiliger Sack, theilt sich das Herz in den Schmerz. Ohne Fittige zappelt mein Herz, ein geschlagener Vogel, Und es stürzt der Schmerz sich auf denselben als Falk. Meine Gedärme sind aus Schmerz zu Saiten geworden, Wenn das Plektron sie schlägt, höret man Nagelgetön. Durch der Liebe Gram durchirr' ich die Wüsten im Wahnsinn, Gott zu Liebe blick', Heiland der Seelen! auf mich. Als ein Vogel verfolgt mich stäte Beschwerde der Liebe, Und zerschmelzt mich so, daß ich als Vogel mich heb'! Aber es blieb zurück die Spur vom Schmerze des Herzens In der Nachtigall, weinend auf Fluren bey Nacht. |