


Schmerz und Gram
Ich bin im Haus gebor'n von deinem Schmerz und Gram, Weßhalb derselbe nie aus meiner Brust entfliehet. Es hat den Leib zerhackt wie Stroh dein Schmerz und Gram, Doch deine Schönheit mich wie Bernstein an sich ziehet. Im Kreise fängt die Wehklag' an mein Schmerz und Gram, Mit Pfeifen, Trommeln, Flöten, Pauken und Tschinellen. Das Herz versenkt sich traurig in das Meer von Gram, Vielleicht wird Gott vor mir das Ufer noch erhellen. Zerrüttet hat mein Hirn der Liebe schwarzer Gram, Vielleicht kann mich der Wimpern Aderlaß erhalten. Zerstöret hat des Herzens Haus der Liebe Gram, Es kommt des Herzens Duft aus meines Busens Spalten. Mein Inn'res ist so voll von Schmerzen und von Gram, So sehr es meinem Hirn an Witz und Wissen fehlet. Als Edelstein erscheint aus meinem Schatz der Gram, So oft die Brust zum Ziel' der Wimpern Pfeil erwählet. Mit jedem Tage kommt zum Herzen neuer Gram, Der Liebe Schmerz und Gram ist täglich mir bescheret. Was meinem Herzen widerfuhr an Schmerz und Gram, Wird durch Auslegungen niemals genug erkläret. Es ward zur Feuerlilie mein Gesicht durch Gram, Was ist's wenn mich der Liebe Huld verkehrt in Rosen. Weih' dich der Liebe und dem Wein, und nicht dem Gram, Jetzt wo die Schönheit gab der Welt die Zeit der Rosen. |