Be Nāme Ahurā Mazdā - Goftāre Nik, Pendāre Nik, Kerdāre Nik
Nirupars
Nirupars - Bilder aus Persien

Der Genuß, der ersehnte



Maani Maani

Juwelenschnüre


Rubinen - Genuss und Trennung

Übersetzt von:
Joseph von Hammer-Purgstall, 1822





Wenn das traurige Herz auch einmal gelangt zum Genusse,
Nimmt es und gibt es doch immer nur Kummer und Gram.

Nimmermehr verlangt Einfält'ge nach deinem Genussse,
Denn in deinem Schmerz lieget verborgener Reiz.

Was die Liebe gebeut, was das Herz sich ersehnt vom Genusse,
Bildet Jedermann, wie es geziemet, sich ein.

Süß und lieblich ist's beym heimlichen Fest des Genusses,
Nebenbuhlergesicht schrecket durch Häßlichkeit auf.

Von dem Licht des Gesichts zerfloß in der Nacht des Genusses
Ganz in Gluthen der Leib, wie an der Flamme das Wachs.

Halte dich rein mit dem Freund und beflecke dich nicht mit Genusse,
Denn auf dem Liebespfad kehrt wer gegangen zurück.

Fortgerannt war das Herz voll Gram nach der Freundinn Genusse,
Wie von fernem Land kehrt es nun wieder zurück.

Eine Nacht kam mir die Bothschaft von dem Genusse,
Und in laute Lust kehrte sich plötzlich der Schmerz.

Endlich, nachdem ich verzweifelt, gelangt' ich zum Liebesgenusse,
Süße Thränen der Lust strömten aus blutigem Aug.

Wer sich selber feind entziehet den Freund dem Genusse,
Senkt sich in die Brust schneidende Spitze des Pfeils.

Hülflos blieb ich entfernt vom Glücke deines Genusses,
Während deine Huld Fremden den Schatten gewährt.

Weil mich die Liebe gebeugt bin würdig ich deines Genusses,
Wenn du gesellst dich dem Mond, steigt er als Sonne herauf.

Weit gefehlt ist vor Männern von Herz das Gespräch vom Genusse,
Weil nur Klage und Schmerz sich für die Liebenden ziemt.

Liebende geben die Seele hin als Preis des Genusses,
Mir entfloh die Seel', saget was kauf ich für Schmerz.