Be Nāme Ahurā Mazdā - Goftāre Nik, Pendāre Nik, Kerdāre Nik
Nirupars
Nirupars - Bilder aus Persien

Der Genuß, der getäuschte



Maani Maani

Juwelenschnüre


Rubinen - Genuss und Trennung

Übersetzt von:
Joseph von Hammer-Purgstall, 1822





Durch den Gedanken allein vom aufgeschob'nen Genusse
Bin ich abgestumpft ganz von dem Fuße zum Kopf,

Statt mir gnädig zu seyn, bist du mir hart im Genusse,
Während der Schah der Welt nähret die Diener mit Huld.

Im Gedächtniß blieb was du mir versprachst vom Genusse;
Denn du prägtest das Wort mir durch Mißhandlungen ein.

Was ich geträumt von der Lust und der Seligkeit reinen Genusses,
Hat Einbildungskraft treu und lebendig bewahrt.

Daß er nicht hören mög' von mir das Wort des Genusses,
Unterbricht mein Wort immer der treffliche Freund,

Offen war mein Wort, ich verlangte nach weit'rem Genusse,
Ungewiß war das Wort, welches er trüg'risch verhieß.

Immer betrog er mich mit Versprechen von Liebesgenusse,
Sein Gasellenaug' hüpfte betrieg'risch davon.

Hin das Leben ging in der Hoffnung von ihrem Genusse,
Statt im wahren Schlaf schlief ich mit offenem Aug.

Mitten in Wirbeln der Gluth und Gedräng des getäuschten Genusses,
Denke wie die Zeit, wie mir das Leben entfloh.

Daß er verspreche mir auf morgen das Glück des Genusses,
Will ich stets um Huld flehen zur Schönheit des Freund's.

Hoffe nicht, dir sey beschieden der Schah zum Genusse,
Taube, genährt im Harem, wird nicht dem Jäger zu Theil.

Tausend Schmerzen erlitt ich, ein andrer schwelgt im Genusse,
Felsen behauet Ferhad, doch der Rubin ist Chosru's.