


Der Genuß im Traume
Wenn sie im Traum mir erscheint, ist für mich die Zeit des Genusses, Weg werf' ich das Hemd, werfe den Körper von mir, Wenn zum Polster kommt das Bild der Freundinn im Traume, Gibt es Seele mir ein, weil mir die mein' ist entfloh'n. Durch des Bildes Mond wird erhellet die Hütte des Herzens, Und dein Füßestaub kläret die Augen der Welt. Alle Besinnung folgt dem Traumbild von der Geliebten, Wo es hin sich begibt, folget demselben das Herz. Mitternachts war ich versenkt in die Welten des Schlafes, Da erschien sie als Sonn', leuchtend den Morgen herauf. Meinem Gedanken folgt als Führer des Weges das Traumbild, Und der Schmerz der Brust ladet sich auf als Gepäck. Aufgefrischt ist im Herzen das Bild des frischen Gesichtes, Und durch den Wunsch nach Genuß werden die Kränkungen frisch. Vor dem Heere des Grams ist gesichert das liebliche Traumbild, Denn als Schildwach' steht inner des Auges der Schlaf. Einsam lag ich die Nacht, da kam zum Busen ihr Traumbild, Und bis in der Früh schwelgt' ich in ihrem Genuß. Eines Nachts gab mir im Traum die Geliebte die Hände, Und aus Rührung darob netzt' ich mit Thränen das Bett. Liebende fangen nicht durch rohe Träume die Freundinn, Dieser Schönheitsfalk wird nicht von Eulen gelockt. Ihres Traumbilds Fuß verschmähte den Leib zu berühren, Deßhalb entströmt dem Aug Wasser, befeuchtend den Pfad. Fortgewallt ist das Bild und hat mich alleine gelassen, Alle meine Geduld führt es mit sich in den Wind. |