Be Nāme Ahurā Mazdā - Goftāre Nik, Pendāre Nik, Kerdāre Nik
Nirupars
Nirupars - Bilder aus Persien

Die Thürschwelle



Maani Maani

Juwelenschnüre


Rubinen - Genuss und Trennung

Übersetzt von:
Joseph von Hammer-Purgstall, 1822





Närrisch möcht' ich wirklich werden,
Wenn ich denke an mein Loos,
Denn der Adler wird zur Eule
Wenn er sitzt mir in dem Schoos.1

Allzu schnell nur bist mit Allen
Auf das erste Mahl vertraut,
Mich behandelst du als Fremden
Wenn dein Auge auf mich schaut.

Staub ward ich auf deinem Pfade,
O der Allerschönsten Schah!
Daß ich als Verliebter stehen
Möge den Narcissen nah.

Nach der Schönheit des Gesichtes
Sehnet sich der heil'ge Geist,
Und der Staub von deiner Thüre
Wird von Liebenden umkreis't.

Selbst der Schah der Welten wünschet
An der Schwelle deiner Thür,
Unter der Verliebten Schaaren,
Wach' zu stehen als Portier.

Für den Staub des Weges opfern
Liebende das Lebenslicht,
Und ein einz'ger Blick wälzt selbe
Fort bis an das Weltgericht.

Als ein Fremdling, und gekränket,
Zog die Welten durch, das Herz,
Aber nur an deiner Thüre
Fand es Ruhort für den Schmerz.

Laß die gelbe Stirn mich wetzen
An dem Steine deiner Thür,
Daß das reine Gold der Liebe
Sich erprobe für und für.




1 Wörtlich: wenn er sich auf das Dach meines Hauses setzet.