Be Nāme Ahurā Mazdā - Goftāre Nik, Pendāre Nik, Kerdāre Nik
Nirupars
Nirupars - Bilder aus Persien

Trennungsnacht



Maani Maani

Juwelenschnüre


Rubinen - Genuss und Trennung

Übersetzt von:
Joseph von Hammer-Purgstall, 1822





Schwer ist es, schwer zu gewöhnen das Herz an die Leiden der Trennung,
Weder der Weise noch Held können sich finden darein.

Schau wachsamen Augs, wie in finsteren Nächten der Trennung
Von des Herzens Ah springet als Funke der Stern.

In der Nacht der Trennung ertönet so lautes Geschreye,
Daß es im Himmelsdom bis zu den Engeln erschallt.

Wann erleuchtet, o Herr! in finsteren Nächten der Trennung,
Jener Schönheitsmond meine Kalupe des Grams?

Nimmer wird die Nacht der Trennung zum tröstenden Morgen,
Bis als Morgenstern leuchtet die Wange des Freund's.

In der Trennungsnacht entquollen die Fluthen der Thränen,
Und mein magerer Leib schwamm als die Perle darin.

Nimmer weiß mein Herz zu rathen und helfen in Trennung,
Denn so früh als spät ist es in Trauer versenkt.

In dem Herzen tobt unbändiges Leiden der Trennung,
Durch des Herzens Schmerz gehet zu Grunde der Leib.

Wenn für die Liebenden sich wohl ziemet das Leiden der Trennung,
Ziemt des Genusses Lust für die Geliebten sich auch.

Lang hab' ich für dich, Geliebte! gefastet in Trennung,
Doch des Genusses Fest ward noch dem Liebenden nicht!

So viel trank ich des Weins der Trennung aus Händen des Grames,
Daß ich nach dem Tod gähn' bis zum jüngsten Gericht.

Gehe nicht vorbey wo begraben die Liebenden liegen,
Sonsten wachen sie auf, sterben noch einmal aus Gram.