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Sadis Streit mit einem anmaßenden Menschen
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Saadi
Golestan
Sadis Streit mit einem anmaßenden Menschen
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Sadis Streit mit einem anmaßenden Menschen über Reichtum und Armut
Ich sah einst einen Menschen, Derwisch zwar von Gestalt, aber nicht von Gehalt, der sich in einer Versammlung niedergesetzt und seine Zunge mit übler Nachrede ergötzt; er hatte angefangen, das Register der Vorwürfe aufzuschlagen und über die Reichen laut zu klagen, und er war bis dahin gekommen, daß er sagte: Den Armen ist die Hand der Macht gekettet und den Reichen ist der Fuß des Willens gelähmt.
Wer gern verschenkt, von dem ist Reichtum fern,
Und wer den Reichtum hat, verschenkt nicht gern.
Ich, der ich unter den Wohltaten der Großen aufgewachsen bin, konnte diese Rede nicht billigen und sprach daher: O Freund, die Reichen sind das Einkommen der Nichtsbesitzenden und die Vorratskammer der im Winkel Sitzenden, der Zufluchtsort der Fahrenden und das Ziel der Wallfahrenden, indem sie sich belasten, damit die andern rasten, und die Hand zur Speise nicht erheben, bevor sie ihren Angehörigen und Untergebenen Speise gegeben, und ihre Wohltaten im Überfluß zugeteilt den Witwen und Waisen, den Nachbarn und Greisen.
Von Reichen kommen die Gelübde, die Feiermahle und Schenkungen,
Almosen, Zehnten, Opfergaben und Stiftungen und Freilassungen.
Hast du, der du sie schmähst und lästerst, denn auch dir ihr Verdienst errungen?
Du gibst nichts als zerstreuten Sinnes ein paar nutzlose Kniebeugungen.
Handelt es sich um das Vermögen, gute Werke zu verrichten, oder um die Kraft, fromme Übungen zu entrichten, so wird beides den Reichen leichter, denn sie haben geläuterte Güter und reine Gewänder und wohlbewahrten Ruf und sorgenloses Herz, die Macht aber zu guten Werken liegt in der kräftigen Nahrung, und die Lauterkeit des Gottesdienstes erscheint in der gereinigten Kleidung; denn wie kommen aus einem hohlen Magen kräftige Werke, und wie findet eine leere Hand rüstige Stärke? wie kann ein gebundener Fuß einherschreiten und ein hungriger Bauch Gutes bereiten?
Unruhvoll liegt auf dem Lager
Wer nicht Mittel hat für morgen.
Die Ameise sammelt Sommers
Und ist Winters ohne Sorgen.
Ruhe des Gemütes kann sich nicht mit Armut verbinden, und Sammlung des Geistes nicht bei Dürftigkeit finden; wenn der eine sein Abendgebet beginnt, indes der andere auf sein Abendbrot sinnt, wie kann denn dieser jenem gleichstehn?
Wer sichres Brot besitzt, gibt fromm dem Herrn sich hin;
Ist ungewiß das Brot, ist auch zerstreut der Sinn.
Darum ist der Gottesdienst jener wohlgefälliger, weil sie gesammelt sind und voll Andacht, nicht zerstreut und auf andres bedacht; denn die Mittel zum Lebensunterhalt sind ihnen bereit und die Zugänge zum Gottesdienst sind ihnen weit. Die Araber sagen: »Behüte mich Gott vor der Armut drückendem Wehe und vor des Unmut bringenden Nähe«, und in der Überlieferung heißt es: »Armut ist Schmähung in beiden Welten.« Hast du nicht gehört, warf er mir ein, daß der Prophet, ihm sei Heil! gesagt hat: »Die Armut ist mein Ruhm?« Schweige, antwortete ich, denn der Prophet deutet auf die Armut einer Klasse von Menschen hin, welche sich auf den Kampfplatz der göttlichen Gnade begeben und sich den Pfeilen des göttlichen Ratschlusses hingeben, nicht auf die Armut solcher, die in der Kutte der Frommen umherlaufen und den Bissen des täglichen Almosens verkaufen.
O Trommel lauten Schalles, im Innern hohl und leer!
Wie schickst du dich zur Reise, wenn dir kein Vorrat mehr?
Von den Geschöpfen wende das gier´ge Aug´ und drehe
Des Rosenkranzes Körner nicht in der Hand so sehr.
Nur im Besitze des Reichtums kann man einem Nackten Kleider schenken, und an die Loskaufung eines Gefangenen denken; wie können denn Leute unsrer Art das Verdienst jener erreichen; und wie kann die gebende Hand der nehmenden Hand gleichen? Siehst du nicht, daß Gott, der Glorreiche und Erhabene, in einer klaren Stelle der Offenbarung von der Herrlichkeit der Bewohner des Paradieses Kunde gibt, indem er sagt: »Ihnen werden Leckerbissen zum sichern Lebensunterhalt dienen, und sie werden reichlich bedacht sein in den Gärten der Lust?« Damit du wissest, daß, wer mit dem Erwerbe des irdischen Gewinnes beschäftigt ist, von dem Glücke des himmlischen Sinnes ausgeschlossen, und daß der Besitz der Seelenruhe unter dem Siegel des »sichern Lebensunterhaltes« verschlossen.
Die Durst´gen sehen in des Traumes Wahn
Die ganze Welt als eine Quelle an.
Überall, wo du einen siehst, der im Elend gesteckt und die Bitterkeit geschmeckt, wirst du finden, daß er voll Gier die gefährlichsten Unternehmungen nicht scheut und auch deren Folgen nicht bereut, die Strafen des andern Lebens nicht vermeidet, und das Erlaubte von dem Unerlaubten nicht unterscheidet.
Wird dem Hund ein Erdkloß an den Kopf geworfen,
Freudig springt er auf und will den Knochen nagen;
Und der Gier´ge, sieht er zwei mit einer Bahre,
Glaubt, es sei ein Tisch voll Speisen, den sie tragen.
Aber wer Erdengut besitzt, wird durch das Auge der göttlichen Gnade gewahrt und durch das Erlaubte vor dem Unerlaubten bewahrt. Gesetzt nun, ich hätte dies alles nicht dargelegt und den klaren Beweis nicht vorgelegt, so erwarte ich doch, daß du billig anerkennest, ob du je einen Betrüger sahst mit den Händen auf den Rücken gekettet, oder einen Schuldner im Gefängnisse gebettet, oder eine Unschuld von ihrem Schleier entblößt, oder eine Hand vom Arme gelöst, anders als wegen Armut? Nur die Not macht, daß man löwenkühne Männer beim Einbruche findet und ihnen die Fußsohlen schindet. Und es geschieht doch auch, daß der Arme von der mächtigsten der Begierden ergriffen wird; besitzt er dann nicht die Kraft der Enthaltung, so unterliegt er der Sünde und Übertretung. Man erzählt von einem Armen, der einst im Verbrechen der Unzucht ergriffen wurde; außer der Beschämung verdiente er auch noch Steinigung, aber er sprach: O Muselmänner, Gold, mir ein Weib zu nehmen, habe ich nicht und die Kraft der Enthaltsamkeit
besitze ich nicht; was sollte ich also tun? »Im Islam gibt es ja kein Mönchtum.« Dies ist eine von den vielen Ursachen der Beruhigung und der Geistessammlung, die ein beständiges Eigentum der Reichen sind, daß ihnen jede Nacht ein Liebchen in die Arme bringt und jeder Tag sie im Besitze einer Schönheit verjüngt, vor deren Glanz der strahlende Morgen sich beugt und die schlanke Zypresse beschämt sich zur Erde neigt.
In der Geliebten Herzblut taucht sie ihre Hände,
Mit diesem Henna rötet sie der Finger Ende.
Ist es denkbar, daß, wer den Anblick einer solchen Schönheit genießt, um das Verbotene schweift oder nach dem Verderblichen greift?
Ein Herz, das Paradieses Huris sich erbeutet,
Wird auf die Sklavin, die erbeutet ward, nicht achten.
»Wer reife Datteln vor sich liegen hat nach Wunsche,
Braucht nicht mit Steinen nach den Palmen hin zu werfen.«
Die meisten aber von denen, die nichts besitzen, beschmutzen den Kleidersaum der Unschuld im Kot und rauben gleich hungrigen Hunden ihr Brot.
Ist einem gier´gen Hunde Fleisch zuteil geworden, fragt er nicht,
Ob´s vom Kamele Salehs ist, ob von dem Esel Dedschals.
Wie viele ehrbare Leute gerieten aus Armut in ein Sündenleben, und mußten ihren edeln Namen dem Winde des schlechten Rufes preisgeben!
Es kennet nicht der Hunger die Kraft der Mäßigkeit;
Die Not entreißt die Zügel der Hand der Frömmigkeit.
Als ich diese Worte sprach, entfielen dem Derwisch aus der Hand der Ertragung die Zügel der Duldsamkeit, und er sprengte auf die Rennbahn der Unverschämtheit mit dem Pferde der Beredsamkeit, und machte das Schwert seiner Zunge bloß und rannte auf mich los und sprach: Du hast im Lobe jener so großen Aufwand gemacht und so viele eitle Worte vorgebracht, daß man sich einbilden könnte, diese Menschen seien das Gegengift gegen den Armutsjammer oder der Schlüssel zur Vorratskammer. Aber es ist ein Haufen Leute, stolz und hochmütig, eingebildet und übermütig, beschäftigt mit Reichtum und Pracht, begierig nach Hoheit und Macht, die den Mund nicht anders auftun, als mit törichter Selbstschätzung und das Auge nicht anders aufheben, als mit stolzer Geringschätzung, die Gelehrten als Bettler verunglimpfen und die Armen Kopf- und Fußlose schimpfen, stolz auf ihr Geld und Gut und eingebildet in ihres Ranges Übermut, sich überall obenansetzen und sich besser als alle andern schätzen, und nie den Gedanken in sich fassen,
auch andere etwas gelten zu lassen, unbekannt mit dem Ausspruche der Weisen: Wer an guten Werken klein und an Gütern reich und groß, der ist dem Scheine nach reich, aber in der Wirklichkeit arm und bloß.
»Der reiche Tor, der stolz sich über einen Weisen stellt,
Der ist nur Eselskot und wär´ er eine Ambrakuh.«
Ich entgegnete: Erlaube dir nicht, sie zu tadeln, denn sie sind Herren der Großmut. Du irrst dich, sprach er, sie sind Sklaven von Geld und Gut. Was nützt es, daß sie wie die Herbstwolke vorüberziehn und niemanden mit ihrem Regen überziehn? wie der Lichtquell der Sonne strahlen und niemanden mit ihrem Lichte bestrahlen? auf dem Pferde der Macht sitzenbleiben und es nicht antreiben? sie, die keinen Fuß um Gottes Willen aufheben und keinen Groschen ohne Vorhalten und Vorwürfe geben, das Geld mit Mühe zusammenscharren und es mit Geiz bewahren und mit Seufzen von hinnen fahren; und wohl haben die Weisen gesagt, daß das Geld des Geizigen dann aus der Erde heraufsteigt, wann er in die Erde hinabsteigt.
Den Schatz, den sich der eine mit Müh´ und Not errang,
Nimmt ohne Not und Mühe ein andrer in Empfang.
Ich erwiderte: Der Reichen Knickerei erfuhrst du doch nur durch Bettelei, denn sonst, wem die Habsucht gleichgültig ist, dem müssen Großmütiger und Geiziger gleichviel gelten; der Probierstein lehrt das Gold kennen und der Bettler lernt den Geizhals erkennen. Ja, sprach er, ich sage es aus Erfahrung, daß sie Diener an ihre Türe stellen und grobe Leute dazu anstellen, damit sie ehrenwerte Männer nicht einlassen und einsichtsvolle Leute an der Brust fassen, und ihnen zurufen: Niemand ist zu Hause; und wirklich, sie sagen die Wahrheit:
Bei wem sich nicht Gefühl, Verstand und Hochsinn regen,
Da sagt der Pförtner recht: Es ist niemand zugegen.
Dieses Verfahren ist zu entschuldigen, sagte ich, denn sie werden von den Händen der Hoffenden gejagt und von den Bittschriften der Bettelnden geplagt, und würde sich auch die Wüste mit Perlen statt mit Sand füllen, so wäre es doch unmöglich, die Gier der Bettler zu stillen.
»Des Gier´gen Auge füllen alle Schätze
So wenig als der Tau den Brunnen füllt.«
Hatem Tai wohnte in der Wüste; hätte er in der Stadt gewohnt, die Bettler hätten ihn zerrissen und ihm die Kleider vom Leibe gerissen. Mit dem Zustande dieser Leute, sagte er, habe ich Mitleid. Nein, erwiderte ich, ihr Reichtum erfüllt dich mit Neid.
Indem wir uns so in Reden verfangen und heftig gegeneinander andrangen, bemühte ich mich, jeden Bauer, den er vorschob, wieder zurückzuschrecken, und jeden König, den er angab, mit der Königin zu decken, bis er aus dem Beutel seines Geistes alle Münze gelöst, und den Köcher seiner Beweisführung von allen Pfeilen entblößt.
Hüte dich vor dem Beredten, deinen Schild gleich wegzuwerfen,
Denn geborgte Floskeln sind es, Redensarten, sonst nichts mehr.
Nach Erkenntnis und nach Wahrheit strebe nur: der eitle Schwätzer
Hat die Waffen vor der Türe, drinnen ist die Festung leer.
Als er endlich keinen Grund mehr fand, mich zu schlagen und ich ihn niedergeschlagen, fing er an zu schelten und zu schmähn und sich in eiteln Reden zu ergehn, wie es die Sitte des Toren ist, daß, wenn er sich in seiner Beweisführung verirrt, er mit der Kette der Feindseligkeit klirrt, gleich wie Aser der Götzenverfertiger, als er gegen seinen Sohn Abraham keine Gründe fand, zur Gewalttätigkeit aufstand, denn in Gottes Wort heißt es: »Wenn du es nicht unterlässest, so steinige ich dich.« Er schalt bitter, ich antwortete hart, er zerriß mir den Kragen, ich faßte ihn am Bart.
Er war auf mich, ich war auf ihn gefallen,
Es lachten alle, die zusammenliefen,
Und alle Welt biß sich erstaunt den Finger
Bei dem, was wir in unserm Zorne riefen.
Kurz, wir brachten unsre Streitsache vor den Richter und überließen das Urteil darüber dem gerechten Schlichter, damit der Vorgesetzte der Muselmänner das Beste unterschiede, und über die Verschiedenheit zwischen Reichen und Armen entschiede. Nachdem wir vor ihn gekommen und er unsre Auseinandersetzung vernommen, steckte er den Kopf in die Kleiderfalten der Überlegung, und erhob ihn wieder nach reiflicher Erwägung, und sprach: O du, der die Reichen alles Lobes würdig geglaubt und gegen die Armen alle Schmach dir erlaubt, wisse, daß bei der Rose der Dorn nicht fehlt und zu dem Weine der Taumel sich gesellt, daß zu den Schätzen sich die Schlangen legen, und bei den königlichen Perlen sich menschenfressende Ungeheuer regen, daß hinter der Süßigkeit des Weltgenusses der bittre Todesstachel lauert, und daß die Freuden des Paradieses mit der Mauer der Widerwärtigkeiten ummauert.
Muß nicht auch, wer Freundschaft sucht, des Feindes Schimpf geduldig tragen?
Sind nicht Schatz und Schlange, Dorn und Rose, Freud´ und Leid vereint?
Siehst du nicht im Garten die moschusduftende Weide und das dürre Gebüsch der Heide? So gibt es auch in der Schar der Reichen Dankvolle und
Gottlose, und in dem Kreise der Armen Kummervolle und Sorgenlose.
Wenn in allen Tauestropfen edle Perlen lägen,
Gleich den Eselsmuscheln wären sie auf allen Wegen.
Die Nächsten bei dem Throne Gottes, des Gepriesenen und Erhabenen, sind die Reichen, die als Arme wandeln und die Armen, die als Reiche handeln; der Größte unter den Reichen ist der, welcher den Kummer der Armen versteht, und der Beste unter den Armen ist der, welcher der Reichen Erbarmen nicht anfleht; denn Gott der Allmächtige hat gesagt: »Wer auf Gott vertraut, dem ist Gott genug.«
Dann wandte er das Angesicht des Verweises von mir auf den Derwisch und sprach: Der du sagtest, die Reichen seien im Verderben versunken und von sündlichem Leben trunken; ja, wohl gibt es solche Leute wie du gesagt hast, unedel in ihren Taten und undankbar für die göttlichen Wohltaten, die zusammenscharren und aufheben, genießen und nichts geben, die, wenn einmal eine Dürre das Land verzehrt oder eine Wasserflut die Welt verheert, im Vertrauen auf- ihr Vermögen nach des Armen Unvermögen nicht fragen, und keine Scheu vor Gott im Herzen tragen, und sprechen:
Geht auch aus Mangel und aus Not ein andrer ins Verderben,
Ich bin versorgt: die Ente kann nicht in den Fluten sterben.
»Oft geschieht´s, daß die in Sänften auf Kamelen sitzen,
Sich um den nicht kümmern, der im Sande untergeht.«
Sieht nur der Schlechte nicht sein Kleid versinken,
Was kümmert´s ihn, mag alle Welt ertrinken.
Leute der Art, wie ich sie eben beschrieben habe, gibt es allerdings, aber es gibt auch eine andere Klasse, bei denen der Tisch der Wohltat immer gedeckt steht und die Einladung der Großmut an alle ergeht, die sich stets zum Dienen rüsten und sich nie mit herrischem Blicke brüsten, die nach gutem Namen und Vergebung der Sünden streben und im Besitze dieser und der andern Welt leben, wie die Diener der Majestät des Fürsten der Welt, »des von Gottes Segen Erquickten, mit Sieg über die Feinde Beglückten, des Besitzers der Zügel der Söhne Adams, des Beschützers der Grenzfesten des Islams, des Erben von Salomos Herrlichkeit, des Gerechtesten der Könige der Zeit, des Siegreichen im Glauben Abu Bekr Sohn Saad Sohn Sengi, Gott schenke Dauer seinen Jahren und Sieg seinen Scharen.«
Die Großmut übte nie ein Vater an dem Sohne,
Die deiner Güte Hand an allen Menschen übt.
Es wollte Gott der Herr sich seiner Welt erbarmen,
Daß er aus Gnade dich der Welt zum Fürsten gibt.
Nachdem die Rede des Kadhi sich bis zu dieser Höhe emporgeschwungen, und das Pferd seiner Beredsamkeit bis über die Schranken unsrer Vorstellung vorgedrungen, mußten wir seinen richterlichen Ausspruch annehmen und uns zum Vergessen des Vergangenen bequemen, nach einigem Hin- und Herreden uns auf dem Wege der Freundlichkeit zueinander bewegen, und uns gegenseitig das Haupt der Versöhnung zu Füßen legen; wir gaben einander auf Haupt und Angesicht den Kuß, und diese Verse waren unsrer Unterredung Schluß:
Armer, brich nicht aus in Klagen über dieser Erde Wechsel,
Ach! denn traurig ist dein Schicksal, wenn dich so der Tod erfaßt.
Reicher, dem in Herz und Händen alle Wünsche sich erfüllen,
Iß und schenke, daß du dieses und das andre Leben hast.
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