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Persische Keilschrift

Die Arische Schrift

Erfunden: ca. 520 v. Chr.
heutige Verwendung: nein


Persische Keilschrift
Persische Keilschrift


Die persische Keilschrift wurde von Darius dem Großen um 520 v. Chr. erfunden, die er dann "Arische Schrift" nannte. Sie gilt als erste überlieferte persische Schrift und ist die jüngste und einfachste aller Keilschriften des antiken Orients. Zuvor wurden Inschriften der Perserkönige und auch alle anderen Schriften überwiegend in Elamisch und später dann auch in Babylonisch verfasst. Dies sollte sich jedoch nach der Thronbesteigung von Darius ändern. Nachdem Darius 522 v. Chr. den persischen Thron bestieg und die Ereignisse dazu in den Fels von Bisotun schlagen lassen wollte, so musste die Inschrift erst mit Keilschriftzeichen in elamischer und babylonischer Sprache geschrieben werden. Die Tatsache, dass das Persische Reich und die Könige eines Weltreiches keine eigene Schrift besaßen und sich der Keilzeichen und Schrift unterworfener Völker bedienten, wollte Darius nicht länger hinnehmen. Er ließ eine neue persische Schrift erfinden und konnte anschließend die Bisotun-Inschrift mit einer in Persisch geschriebenen Inschrift ergänzen.

Die persische Keilschrift besteht aus 3 Vokalen, 22 Konsonanten, 8 Wortzeichen, 1 Trennungszeichen und Keile für Ziffern und Zahlen. Allerdings kam das "l(a)" nicht in altpersischen Inschriften vor, wurde jedoch in akkadischen Inschriften gefunden. Eigentümlich in der persischen Keilschrift sind die Trennzeichen zwischen den einzelnen Wörtern, die das Lesen gegenüber der ununterbrochenen Aufeinanderfolge der Keile in anderen Keilschriften erheblich erleichtert. Dies war auch bei der Entzifferung der persischen Keilschrift von Vorteil.

Entziffert wurde die persische Keilschrift vom Göttinger Gymnasiallehrer Georg Friedrich Grotefend und dem britischen Offizier Henry Creswicke Rawlinson, wobei letzterer direkt vor Ort die Inschriften von Behistun studierte, Grotefend hingegen nur anhand von Vorlagen die Keilschrift entzifferte. Die Entzifferung der persischen Keilschrift war der Schlüssel zur Entzifferung weiterer antiker Keilschriften, unter anderem des Babylonischen und Elamischen, da viele Inschriften der persischen Großkönige in mehreren Sprachen verfasst worden waren.


Vokale und Konsonanten


Altpersische Vokale und Konsonanten

Erklärung / Ergänzung

Das altpersische Alphabet besitzt nur die drei Grundvokale a, i und u, von dem jedes durch ein Zeichen dargestellt wird. Der Vokal a ist der häufigste, wobei der Keil sowohl für das kurze a, als auch für das ā steht. Ob für ein anlautendes oder auslautendes a nun ein a oder ā verwendet werden muss, kann nur anhand der Etymologie entschieden werden. Was als gesichert gelten kann, ist dass ein a in der Mitte eines Wortes stets als ā zu lesen ist. Das i wird sowohl für das normale i, als auch für das î verwendet, eine einheitliche Regel gibt es jedoch auch hier nicht. Dass am Anfang eines Wortes das i sowohl für das I, als auch für das Î verwendet worden ist, ist wahrscheinlich. Als auslautendes Zeichen kann das i nicht alleine stehen, sondern wird stets durch ein "y" ergänzt, also zu "iy", wobei das y nicht gesprochen wird, z.B. "abiy" = gesprochen "abi" (blau). Beim u ist es ähnlich wie beim i, wobei hier einige zusätzliche Eigenschaften festgestellt worden sind. Beim Anlaute ist auch hier auf Anhieb nicht entscheidbar ob es sich um ein U oder Û handelt, genau wie beim i muss auch hier die Etymologie herangezogen werden. Als auslautendes Zeichen kann das u ebenfalls nicht alleine stehen, sondern wird durch ein nachfolgendes "v" erweitert, also von "u" zu "uv", wobei auch hier gilt, dass das v nicht gesprochen wird. Anhand einiger Wörter aus dem Altpersischen die ähnlich zum Neupersischen sind, kann die Vermutung angestellt werden, dass in der Mitte eines Wortes das "uv" auch als û gesprochen wurde, je nachdem um welches Wort es sich handelte. Ein Beispiel hierfür ist "tovm" das im Neupersischen zu "to" wurde (to = du). Dies lässt den Schluss zu, dass es sich beim i ähnlich verhalten könnte, also das in der Mitte eines Wortes das "iy" auch für das "î" stand. Die einzigen Diphtonge die das Altpersische kennt, sind das "ai" und "au" bzw. "āi" und "āu".

Da das persische Keilschriftsystem von den älteren Keilsystemen z.B. aus Babylon und Elam abgeleitet zu seien scheint, finden sich einige Eigenarten letzterer im Altpersischen. Alle anderen Keilsysteme waren Silbenschriften, das Altpersische jedoch eine Lautschrift. Ursprünglich wurde für jede Silbe und einem nachfolgenden Vokal ein Zeichen verwendet, also beispielsweise für ma, mi und mu drei verschiedene Keile. Im Altpersischen ist dies jedoch nur noch beim d und beim m der Fall, bei allen anderen sind nur noch zwei verschiedene Keile bzw. bei den meisten nur noch ein Keil für alle Varietäten. Soll beispielsweise einem Konsonanten wie dem "p" oder "b" die nur durch ein Zeichen definiert sind, ein anderer Vokal als a nachfolgen, so wird dieser explizit angegeben. Ein Beispiel wäre das Wort "Ā-r-i-y(a)"; da der Keil r nur für das r(a) und r(u) definiert ist, hier jedoch r-i benötigt wird, so wird das i explizit angehängt und damit das r(a) nach r(i) verändert.

Der Keil für das g wird auch im bestimmten Kontext als "gh" oder "q" gelesen. Dies ist jedoch anscheinend nur der Fall, wenn das g zwischen zwei Vokalen steht oder ein weicher Konsonant dem g folgt; Beispiel wäre "B(a)-g(a)-d-ā-d" also zu "B(a)-gh(a)-d-ā-d", von Ba-ga bzw. Ba-gha (Gott) und dād (gegeben) "von Gott gegeben".

Für den letzten Keil wurde von Rawlinson der Buchstabe "q" gewählt. Da dieser noch nicht im Alphabet verwendet worden war und um dadurch Verwechslungen mit anderen Keilen bzw. Buchstaben zu vermeiden ist auch hier "q" gewählt worden. Andere Altertumsforscher geben ihn auch mit "p(a)" an. Der Keil "q" kommt jedoch nur im Wort "ba-qa" (König) vor, in einem anderen Kontext fehlt er gänzlich. Doch nicht einmal da ist dies durchgehend der Fall. So wird das Wort "ba-qa" in Inschriften von Xerxes dem Großen und den nachfolgenden Königen verwendet, in der Inschrift von Artaxerxes III. kommt es gar nicht mehr vor. Des Weiteren ist das "q" nicht gleich dem Laut des Keils, die genaue bzw. korrekte Aussprache ist nicht bekannt bzw. umstritten.


Wortzeichen, Ziffern und Zahlen


Altpersische Wortzeichen - Ziffern - Zahlen



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Anhang
Autor: Milad Bagherzadeh | Datum: 05.02.2012, 0:44 Uhr

Quellenangaben:


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