Das Glück giebt mir vom Wind

Divan-e Hafez – Band 1

Author: Khwaja Shams-ud-Din Muhammad Hafez-e Shirazi
Übersetzung von: Joseph von Hammer-Purgstall – GermanGerman flag, 1812


Das Glück giebt mir vom Wind
Des Freund’s das Zeichen nicht,

Das Schicksal spendet mir,
Des Haar’s Geheimniß nicht.

Ich bin aus Sehnsucht todt,
Zum Schleier führt kein Weg,
Und führt ein Weg, so giebt

Man mir das Zeichen nicht.

Ich gab für einen Kuß
Des Munds die Seele hin,
Die Seele nimmt er nicht,
Den Kuß, den giebt er nicht.

Der Wind durchwühlt sein Haar,
O niederträcht’ges Loos!
Es giebt mir nicht die Kraft,
Dem Winde gleich zu weh’n.

Wie sehr ich auch den Rand

In Zirkelform umgeh’,
So giebt mir doch das Loos
Den Punkt zum Durchgang nicht. 1

Der Dank wird endlich doch
Geärntet durch Geduld,

Die Zeit, die noth ist, nicht.

Ich sprach: ich geh’ in’s Bett,
Den Freund im Schlaf zu seh’n,
Allein Hafisens Ach!
Und Weh! giebt Ruhe nicht.


1 Ich umkreise die Peripherie um
einen Eingang in des Freundes Gunst zu finden, allein
mein Loos zeigt mir auch nicht einen Punkt, wo ich
durchbrechen könnte.

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