Gestern sagte der Wirth: (sein Angedenken sey theuer)

Divan-e Hafez – Band 1

Author: Khwaja Shams-ud-Din Muhammad Hafez-e Shirazi
Übersetzung von: Joseph von Hammer-Purgstall – GermanGerman flag, 1812


Gestern sagte der Wirth: (sein Angedenken sey theuer)
Trink’ Wein und vergiß alle Beschwerden der Zeit.

Aber es geht, sprach ich, mein ehrlicher Name zu Grunde;
Folge, sprach er, dem Wort’, sey es nun, was es auch sey.

Magst du bald im Gewinn, und magst du bald im Verlust seyn,
Trage, was du erfährst, sey nicht betrübt und nicht froh.

Wind nur bleibet zurück, wenn du dein Verlangen an nichts hängst,

Hier wo Salomons Thron selber im Winde zerstob.

Rosen begleitet der Dorn, und alle Getränke die Hefen,
Was ist anders zu thun, dies ist die Losung der Welt.

Fülle das Glas, und horch’ dann mit dem Ohr des Verstandes,
Was von Keikobad, was von Dschemschid er erzählt.

Wenn du über den Rath der Weisen, Hafis, dich betrübest,
Ey so machen wir’s kurz; lebe vergnügt und lang!

Leave a Reply