Ich will, so sprach ich reuig

Divan-e Hafez – Band 2

Author: Khwaja Shams-ud-Din Muhammad Hafez-e Shirazi
Übersetzung von: Joseph von Hammer-Purgstall – GermanGerman flag, 1812


Ich will, so
sprach ich reuig,
Nun Buße thun,
Der Frühling bricht die Reue,

Was ist zu thun?

Ich spreche nur die Wahrheit,
Ich kann’s nicht seh’n,
Die Freunde sollen trinken,
Ich soll’s nicht thun.

Heilt mein Gehirn mit Bechern,
Wenn ich vielleicht
In dieser Zeit der Freuden
Will Buße thun.

Mein Liebchen soll erhöhen

Der Rosenthron,
Ich will dann mit Jasminen
Den Hals umthun.

Weil vom Gesicht die Rose
Des Wunsches blüht,

Will ich den Kopf des Feindes
Auf Steine thun.

Ich bin der Schenke Bettler
Allein im Rausch
Soll mein Gebeth, der Himmel,

Die Sterne thun.

Ich der auf einen Bißen,
Mich nicht versteh’,
Soll ich wohl einen Vorwurf
Den Trunknen thun.

Ich will auf die Gesundheit
Des Schahs das Glas
Ergreifen, und es lachend
In Stücke thun.

Wenn von des Freunds Rubinen,

Ein Kuß mir wird,
Will ich den Lauf des Lebens
Von Neuem thun.

Es schmerzt Hafisen heimlich
Zu trinken Wein,

Wir wollen’s kund mit Pfeifen
Und Lauten thun.

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