Was mir am dienlichsten scheint bei diesen gefährlichen Zeiten

Divan-e Hafez – Band 2

Author: Khwaja Shams-ud-Din Muhammad Hafez-e Shirazi
Übersetzung von: Joseph von Hammer-Purgstall – GermanGerman flag, 1812


Was mir am dienlichsten scheint bei diesen gefährlichen Zeiten,
Ist in das Wirthshaus zu ziehn, lustiger Dinge zu seyn.

Keinen Freund verlang’ ich mir dort, als das Buch und die Flasche,
Daß ich vergeße der List, daß ich vergeße des Trugs.

Mit dem Glas in der Hand, bin ich dort ferne von Heuchlern,
Rein bewahr’ ich mein Herz in dem Getümmel der Welt,

Selbst in bemackeltem Kleid hab’ ich noch mit Gutem geprahlet,

Aber ich stehe dafür Schenken und Trunknen zum Spott.

Stolz wie Cypreßen erheb’ ich mein Haupt hoch über die Menschen,
Wenn mein Vorsatz gelingt mich zu entziehen der Welt.

Staub der Leiden verhüllt mein Herz, Gott soll es bewahren!
Niemals seyen getrübt spiegelnde Herzen so rein.

Ach! der engen Brust, und ach! der Bürde der Leiden
Solche Bürden des Grams trägt nicht das siechende Herz.

Sey’ ich ein Trunkner vom Platz, und sey von der Stadt ich der Hüter,
Sieh’ ich bin wie ich bin, manchesmal schlechter vielleicht.

Gräme dich nicht mein Herz, ich bin der Sklav des Wesires,
Klagte den Himmel ich an, ständ’ er als Rächer mir bei. 1


1 Er würde mir wieder den Himmel selbst Recht verschaffen.

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