Aus dem Diwan Teil 12

Autor: Nur al-Din Abd Al-Rahman Jami
Übersetzung von: Friedrich Rückert, German German flag
Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, 1848-1890


Bin ich’s, Herr, den Liebesweh macht zum Elenden dergestalt!
Möge Niemand auf der Welt sich doch verpfänden dergestalt!

Du dem ich des Herzens Zügel in den Händen sehe noch,
Sieh mich an, und gib dein Herz mir aus den Händen dergestalt!

Ehr gab ich mein Herz nicht, eh von dir ich tausend Huld gesehn;
Dacht’ ich, dass zur Härte du dich würdest wenden dergestalt?

Meiner Augen Licht! was fiel denn vor? was hab’ ich denn gethan?
Dass du deinem Blick mich plötzlich willst entsenden dergestalt!

Wenn ich deiner Lieb’ und Treue nicht bin würdig, o um Gott,
Doch entzieh nicht auch mir deiner Unhuld Spenden dergestalt!

Wenn vom Schwert der Liebe Dschami endete, wie ist der Rath?
Ist die Liebe so, so wird noch mancher enden dergestalt.


Wen statt deiner sollt ich wählen? nicht kann deines gleichen
In der Welt mein weltdurchschweifender Gedank’ erreichen.


Dschami trägt, hört’ ich dich sagen, meiner Liebe Farben nicht.
Schäm dich doch! sieh diese Thräne roth und bleich dies Angesicht!


Wie ich ohne dich hier meines Daseyns überdrüssig bin,
Steht mir nah bevor der Ausbruch ins Gefild des Nichtseyns hin.


Nur allein dein Angedenken soll die Seele mit sich führen,
Wenn sie ihr aus diesem Haus der Nichtigkeit den Bündel schnüren.


Seit der Sultan deines Traumbilds die Besoldung mir anwies,
Ward zur Zahlzeit baar die blanke Thräne mir, und nichts als dies.


Gott gepriesen sei nun dieses feine Bild und holdes Thun!
Stolz geziemt dir, deine Schönheit wächst von Tag zu Tage nun.

Da das Leben des Verliebten auf des Liebchens Nähe ruht,
Ist eins die Entfernung Leila’s mit dem Tode von Medschnun.

Ruhe und Geduld zu finden hofft’ ich bei mir selbst, jedoch
Als ich von dir ferne kam, wo ist Geduld? wo ist zu ruhn?

Aus der Seele deiner Herzverbrannten stieg ein Rauch empor,
Als dir um die Zuckerlippe wuchs des Barts Eiderdun. [weicher Flaum]

Unter Kummerlast sänk’ ein das Haus des Herzens, dürfte nicht
Die Ruin’ auf deinem Pfeile wie auf einem Pfeiler ruhn.

Wo vom baaren Geld der Liebe leer des Herzens Kammer ist,
Was hilft da die Pracht des Dschemschids und der Schatz des Afridun!

Da mit Liebesschwert den Dschami tödtet jener Erdenmond,
Was hat schuldlos Himmelsgang und Sternelauf dabei zu thun?


An freundliche Beachtung hast du mich gewöhnt; o gehe
Nun nicht an mir vorbei und thu als ob ich da nicht stehe!


Wenn du, Herz, dein Zelt des Wunsches willst aufrichten ohne Wank,
Nimm ein Seil von jenem Haar, von jenem Wuchs den Pfeiler schlank.


Vom Glücke des Vereins mit dir sprech’ ich mir vor im Herzen;
Durch dieses Mittel nur besprech’ ich nun der Trennung Schmerzen.


Thu nur was du kannst von Ungebühr dem Dschami an!
Schwerlich ist ein andrer Liebender so unterthan.


Was ist der Schatz der Armen, die fern nach dir sich sehnen?
Ein Herz und tausend Schmerzen, ein Aug’ und tausend Thränen.


Aus der Muschel geht die Perle, aus dem Schacht der Edelstein,
Doch die Sehnuscht deines Mundes nie aus Dschami’s Herzensschrein.


Gestern rittest du spazieren, und ich küsste auf der Flur
Jede Stelle, wo ich fand von deines Rosses Huf die Spur.


Aus Begier nach deiner Lippe sterb ich; ich beschwöre dich!
Tränk’ einmal mit deines halbgetrunknen Bechers Neige mich.


Dschami starb mit trockner Lipp’ aus Durst nach deinem Mundrubin;
Trinke Wein und schütte zwei drei Tropfen auf das Grab ihm hin!


Nicht Enthaltsamkeit hält mich zurück vom Feste froher Gäste;
Meinen Kummer nur halt’ ich zurück von ihrem Freudenfeste.


Mag nie seiner Grausamkeiten sich der junge Muthwill schämen!
Denn der Herzgetreuen Glaubenslehr’ erheischt nichts übel nehmen.


Ein jeder dieser Artigen hat andre Art von Reiz empfangen,
Doch das ist jenes Holden Art, mit Liebreiz aller Art zu prangen.


Ei, wie lang von andern hören deiner Herrlichkeit Bericht!
Wenn es doch so gut mir würde, selbst zu sehn dein Angesicht!

Doch ich fürchte: dich zu sehen nimmt mir gar der Sinne Macht,
Da, zu hören deinen Namen, mich schon also trunken macht.

Ob das Rebhuhn gleich im Gang hat einen gar behenden Tritt,
Nicht gegeben ists ihm doch, darin mit dir zu halten Schritt.

Eine Wehklag’ und ein Seufzer unsere einz’gen Gaben sind,
Und auch die nicht dürfen wir darbringen dir, o muntres Kind.

Wer ist Dschami, dass er sollte deines Gartens Rosen pflücken!
Einen Dorn von deinem Wege mög’ ihm nur zu pflücken glücken!


Ei du Schah der Knappgeschürzten, Mond der Silbergurtigen,
Oberhaupt der Schiefgehaubten, Chosru der Siegshurtigen!

Wunderbalsam wunder Herzen, trauernder vertrauender,
Augenstern verweinter Augen, Lustschau Schönheitschauender!

Soll ich stets an deinem Wege stöhnend laut und thränend stehn?
Soll ich stets an deiner Thür leidrufend, kleidzerreissend gehn?

Geh vorbei am Haupte des Verliebten, der im Staube fleht;
Weil vorbei der Liebe Kummer und der Schönheit Herrschaft geht!

Früh dein Traumbild beim Erwachen bat ich um Verzeihn und sprach:
O Genoss der Einsamkeit im bluterfüllten Herzgemach!

Sieh, mit fremden Liebeshandel bring’ ich selbst mich ins Geschrei,
Dass von mir und dir die Kunde nicht bei Thoren ruchbar sei.

Dschami, sprach es, bleibt dein Herz ein treuer Liebeswanderer
Mir, was schadet dir zum Schein Geschrei von Liebschaft Anderer?


Der Mond ist doch nur halb was du,
Und nähm’ er an Schönheit doppelt zu.


Alle Pein lässt Dschami gern sich selbst gefallen,
Nur nicht die, mit Selbstgefälligen zu wallen.


Dir kommt es zu, das Ross zu tummeln; dem Morgenwind,
Den Staub des Grams aufs Haupt Verliebter zu streun gelind.


Verhüllt im Vorhang stehst o Seelenkaaba du,
Die Welt treibt das Verlangen nach dir der Wüste zu.

Im Rosenbeet des Wunsches die Rose mir erspriesst,
Wo sich zu einem Lächeln dein Knospenmund erschliesst.

Du hast ein Heil für jeden, der einen Schmerz dir klagt;
Wo ist mein Heil? zu klagen hab ich dir nie gewagt.


Wo Freundesblick mir fehlet, wünsch’ ich im Aug’ kein Licht;
Was Licht im Aug’? im Leibe wünsch’ ich die Seele nicht.

Zünd’ an, Gesell, die Lampe heutnacht nicht in der Zell!
Ich mag nicht die Ruine sehn ohne Liebchen hell.

Da jedes Zeuches Faden den zarten Leib dir drückt,
Ist nur ein Blatt der Rose zum Hemde dir geschickt.

Du setztest mich in Feuer, dann flohst du meiner Brust:
“Ich Himmelsfalke habe nicht an Glühofen Lust.”

O Gärtner lass mich sitzen bei Dorn und Distel hier!
Mir fehlt was, und nicht sehn mag ich Ros’ und Lilienzier.

Lang fleht ich um Erhörung; sie sprach: Dschami, sei still!
Was hilft dir stets zu wollen, was ich einmal nicht will!


Mit diesem Mund, wie süss Milch gesaugt du haben musst!
Gewiss der lautre Honig quoll aus deiner Amme Brust.


Den Wein, den man verboten an jedem Orte glaubt,
Wo deine Hand ihn reichet, da halt ich ihn erlaubt.


“Dein Bettler” sag ich, wo sie mich nach meinem Namen fragen;
Da ich den Titel habe, was soll ich den Namen sagen!


Sieh meine Wang’ und dank mirs! so sprachest du im Scherz.
Wie gern gehorcht mein Auge, wie gerne dankt mein Herz!


Wie Stoss auf Stoss, o Liebe, gibst du der Vernunft! wer rettet!
O Gott! vor diesem Kopfweh sei beim Wahnsinn mir gebettet.


Dschami, halt das Weh vom Liebchen heimlich in der Brust Verschluss;
Mach nicht, dass von fremder Zung’ ich dies Geheimnis hören muss.


Ich geh’ ins Feld aus Lust nicht und Freude an der Welt,
Weil ohne dich mir eng ward die Stadt, geh’ ich ins Feld.

Seit du mir gingest, stellte ich allen Umgang ein;
Gehn hundert mir zur Seite, so geh’ ich doch allein.

Zu öd’ und einsam dünket kein Ort mir im Gefild;
Wohin ich geh, begleitet im Herzen mich dein Bild.

Ja ob auch unterm Fusse sei Ros’ und Seide mir,
Ich geh’ auf Dorn und Kiesel, geht nicht der Weg zu dir.


Ich sprach: geh’ aus, o Seel’, ich mag nicht leben in den Sorgen.
Sie sprach: Dschami, geduld dich nur! ich geh heut oder morgen.


Herzverlangen aller, deren Herzen beben, nenn’ ich dich;
Augstern aller, die den Blick nach Schönheit heben, nenn’ ich dich;

Wenn den Leibrock knapp du knüpfest, schief der Mütze Spitze rückst;
Fürst der Knaben, die nach Männerherrschaft streben, nenn’ ich dich.

Einen, wie du bist, zu nennen, ziemt nicht einem, wie ich bin;
Unter fremden Namen, die den Schleier weben, nenn’ ich dich.

Wenn in deines Hemdes Tiefe Glieder du wie Silber zeigst,
Reizender als alle, die auf Flügeln schweben, nenn’ ich dich.

Scheich, bevor du Seine Wange sahst enthüllt, und wenn du ganz
Wissen bist von Kopf zu Fuss, unwissend eben nenn’ ich dich.

Lebenslang dem Herzergebnen mir vorüber schwebest du;
Also billig ein vorüberschwebend Leben nenn’ ich dich.

Dschami, drück vor allem, ausser schönem Aug’, die Augen zu!
Und den Mann, dem wirklich Augen sind gegeben nenn’ ich dich.


Wenn ich dich mir so in deiner Schönheit denke, dann
Staun’ ich, wie ich eine Stund’ ohne dich nur bleiben kann.


Deinen Namen laut zu nennen wag’ ich nicht, doch mein Gekose
Meinet dich, was von Zipress’ ich sing’ und sage von der Rose.


Dschami ist dein eigen, sprech’ ich. O das weiss ich wohl, sie spricht,
Doch der bösen Zungen wegen muss ich thun als wüsst’ ichs nicht.


Gott, wann darf ich meine Fahrt nach Jethreh hin und Batcha thun,
In Medina bald verweilen, und bald aus in Mekka ruhn!

Wann bei Semsem’s Wehn und Flüstern flüstern meines Herzens Weh,
Und aus meiner Augen Quellen machen jenen Quell zur See!


Hundertmale sag’ ich, nun mich ab der Liebe woll’ ich thun;
Doch damit zu Stande kommen kann ich nie; was soll ich thun!


Wunderlich, dass alle Leute suchen Heilung für mein Herz,
Und ich sinne nur darauf, zu mehren immer meinen Schmerz.

Von deinen Lippen fern will ich zu Berge weinend wandeln,
Zum Quelle will ich jeden Fels, den Quell zu Blut verwandeln.

Hundert Brief’ an dich entwerf’ ich, deren Inhalt Weh und Brand,
Und die Ueberschrift von jedem eine Thrän’ am Wimperrand.


Fern der Tulpenwange, was soll mit des Frühlings Hort ich thun!
Mit dem Brandmaal hier, was soll noch mit der Tulpe dort ich thun!

Von dem Blute meines Auges ohne Freund ist voll mein Schooss;
Was im Schooss der Wiese soll und an des Stromes Bord ich thun!

Sei’s, dass mit der Rose Lächeln sich mein Auge fristen mag;
Doch mit Dorn an Dorn im Busen, was soll mit dem Mord ich thun!

Mit Lustwandeln in dem Garten bring ich hin des Tags Verdruss;
Mit dem Kummer finstrer Nächte was soll fort und fort ich thun!

Ueberdrüssig beider Welten bin ich, Dschami, ohne Freund;
Ist er selber nicht am Orte, was soll mit dem Ort ich thun!


Wie manche Nacht, fern meiner Ros’, ich Staub aufs Haupt mir streue,
Am Morgen richt’ ich auf wie Gras mein Haupt vom Staub aufs neue.

Wo du mir vors Auge trittst, o wie der Zunge Kraft versagt,
Hab’ ich schon viel schöne Reden hundertmal mir vorgesagt.

Du scherzest: ich bin Dschami’n insonders zugethan.
O sieh die Herzenseinfalt! ich nehm’ in Ernst es an.


Von deinem Antlitz trag’ ich den Gram; drum wird’s geschehn:
Ich werde nie in Zukunft des Grames Antlitz sehn.

O sag nicht erst: von anderm wend’ ab dich ausser mir!
Schon seh’ ich in der Welt ja nichts anders ausser dir.


Dschamis Unmuth

Lass dieser Schönen Schönheit dich nicht locken
Mit Zauberlocken und mit Huldgeberden.

Denn übers Jahr wird ihrer satt dein Herz sein,
Wie heuer es der Schönen ist von ferden.


Wie auch der Geldmann sich mit Grossmuth brüsten mag,
Auf seine Huld darfst du nicht Anspruch machen.

Ein altes Sprichwort ists: des Viehs Abgang man kann
Zum Apfel wohl, doch nicht zum Wohlruch machen.


Geh um mit keinem Niedrigern; es wählt
Des Edlern Umgang ein Verständ’ger gern.

Leg’ auf des Edlern Umgang kein Gewicht;
Um geht er selbst nicht gern mit Niedrigern.


Wer sein Herz der Schmeichelei der Welt hingibt,
Sei auf deiner Hut vor dessen Uebermuth!

Dessen Saum erfasse, der aus hohem Sinn
Schüttelte vom Aermel Welt und weltlich Gut.


Ums Gut der Welt (bestaubt sei ihr das Haupt!) o trage nimmer
Von jedem Wicht ein Dankverpflichtungsband auf deinem Nacken!

In ein paar Tagen aus der Hand geht jenes Gut, es bleibet
Dagegen dir in Ewigkeit die Schand’ auf deinem Nacken.


Setz dich nicht stündlich aus der Ungebühr
Der Welt um Kleidungsstück’ und Nahrungsmittel!

Für einen Tag reicht hin ein halbes Brot,
Und für ein Leben hält ein alter Kittel.


Eisen mit Zähnen von einander brechen;
Mit Nägeln einen Weg durch Felsen graben;

Kopfüber sich in Feueressen stürzen;
Mit Augenliedern Feuerbränd’ handhaben;

Kameeleslasten auf die Scheitel nehmen,
Damit vom Osten bis zum Westen traben:

Das scheint für Dschami doch um vieles leichter,
Als Wohlthat Niedrigen zu danken haben.


So satt bin ich der Menschen, dass ich, um nur von keinem
Zu träumen, Nachts und Tages des Schlafes Wonne floh.

Wenn aus der Sonn’ ich gehe zum Schatten, glaube sicher,
Dass ich vor meinem Schatten, nicht vor der Sonne floh.


Dem augenkranken Freunde

Mein Augenlicht, ich sehe, dass von deiner
Gewohnten Ruh dich scheidet Augenschmerz.

Ich klag’ um deinen Schmerz; du bist mein Auge:
Wer klagt nicht, wenn er leidet Augenschmerz?


In diesem Unglücksneste geselle keinem dich!
Denn, schliessest du mit einem den herzlichen Verein:

Entweder, seine Sitt’ ist entgegen deiner Art,
Der heuchlerische Umgang mit ihm ist Seelenpein;

Oder zusammen stimmet sein Wesen und dein Sinn,
Dann schenkt der Trennung Becher den herben Tod dir ein.


Alles nahmen, sprach ein Dichter, die Gedankendiebe,
Was in meinen Liedern irgend Schönes war zu holen.

Seine Lieder sah ich meist durch, da war kein Gedanke;
Er hat Recht: die Diebe haben ganz ihn ausgestohlen.


Freund, o sieh nur den Verstand an, wie sich selbst die edlen
Herren unsrer Stadt die weite Welt zu enge machen!

Auch sogar in der Gesellschaft eines Vorgesetzten,
Wie sie alle nach dem Vorsitz ein Gedränge machen!

Wie sie um die Elle Bodens, die dem andern zufällt,
Zungenschwerter ziehen und ein Handgemenge machen!


Dschami, da auf Erden kein lebendiger zu finden,
Selig sind die Todten, ruhend in der Erde Gründen!

Von der Treue Pilgern bleib ein Stäubchen auf den Wegen;
Von des Tages Tenne wussten sie’s hinwegzufegen.

Leute traten auf, die doch in edler Kunst Besitze
Niemals eine Perle bohrten mit Gedankenspitze.

Wenn in eines wohlgesinnten Herz den Dorn sie stossen,
Grünen sie in Lust wie Gras und blühen wie die Rosen.

Lass dichs nicht verdriessen, wenn sie aller Orten zeigen
Deine Fehler nur, und deine Tugenden verschweigen.

Wenn sie Unrecht haben, was kann dir am Unrecht liegen?
Aber wenn sie haben Recht, wer kann dem Recht obsiegen!


Vom Geschöpf wie lange willst du Kummer tragen ohne Heil!
Ueber alles blick hinweg zu Gott, und Ruh wird dir zu Theil.

Tag und Nacht vor deinen Augen braust das Meer der Ewigkeit;
Jammer, wenn du dich besudelst mit dem Unrath dieser Zeit!

Kupfer ist dein Herz, was säumst du? hol die Goldinktur herbei!
Dass du falsch dich übergoldest, wozu nützt die Heuchelei?

Lass den Schlummer! wenn du in der herzlebendigen Gemein
Wirst ein Schauender, so wirst du’s durch schlafloses Aug’ allein.

Sei nicht trotzig, o Geselle! denn in diesem dunklen Thal
Bist du untern Fuss getreten, eh dein Auge zwinkt einmal.

Auf des eignen Seyns Abnahme sei beflissen! dann, wo du
Wie der Mond hast abgenommen, ohne Zweifel nimmst du zu.

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